12.08.2015, 10.55 Uhr

Fakten und Vorurteile!: Flüchtlinge erzählen ihre Geschichte

Flüchtlinge erzählen ihre Geschichte

Doaa (19) aus Syrien

Doaa ist erst 19 Jahre alt und lebte, bevor sie der Bürgerkrieg zur Flucht zwang, in Syrien. Im Gespräch mit der Flüchtlinghilfe erzählt die 19-Jährige ihre Geschichte. Die junge Frau ist eine ehrgeizige Schülerin, wie sie selbst sagt. Gemeinsam mit ihrer Familie floh sie nach Ägypten und lebte dort am Rande der Gesellschaft. Dennoch war sie hoffnungvoll. Sie war verliebt und wollte mit Bassen, der um ihre Hand anhielt, gemeinsam nach Europa gehen, um dort ein sicheres Leben führen zu können.

Für eine Überfahrt auf einem überfüllten Fischerboot gaben die beiden all ihre Ersparnisse aus. Doch das Boot kenterte und sank mit all den 300 Passagieren. Doaa musste mit Ansehen, wie ihr Verlobter Bassem ertrank. Auch hatte die 19-Jährige zwei Kinder übergeben bekommen, die die Eltern kurz vor ihrem Tod in ihre Obhut gaben. Eines der beiden Kinder überlebte nicht. Ein Handelsschiff rettete Doaa und dem fremden Kind schließlich das Leben. Doaa ist froh am Leben zu sein, doch sie musste viel durchmachen, um zu überleben.

Amin und Hanan aus Syrien

Sigmar Gabriel bei einem Besuch in einem Flüchtlingsheim.

Sigmar Gabriel bei einem Besuch in einem Flüchtlingsheim. Bild: dpa

Auch Amin, seine Frau Hanan und die drei Kinder kommen aus Syrien. Sie sind Akademiker - beide Lehrer. Kennengelernt hat sich das Ehe-Paar in einer Schule in Damaskus. Er unterrichtet Mathematik und Hanan ist Kunst-Lehrerin. Gegenüber der Flüchtlingshilfe sagt Amin: "Wir hatten viele schöne Jahre zusammen." Und damit meint er die Jahre in seiner Heimat Syrien. Als der Krieg immer heftiger wurde, musste die Familie fliehen. Der Plan war, über Ägypten nach Europa zu gelangen, darum nahm die Familie ein Flugzeeug in den Sudan. "Als wir in Ägypten waren, gingen wir sofort zum Meer," erzählt Amin. "Aber die Ägyptische Küstenwache griff uns auf und wir wurden alle verhaftet."

Elf ganze Tage war die Familie im Gefängnis. Doch wie das Schicksal es so wollte, sollte genau das ihr Glück sein. Denn genau in dieser Zeit sankt das Schiff, auf dem sie eigentlich hätten sein sollen. Die Familie versuchte es zunächst in Ägypten. Amin arbeitete auf dem Bau und verkaufte Fische auf dem Markt. Doch das Leben dort wurde immer schwieriger und der Weg über das Meer erschien weniger gefährlich. So entschieden sie sich doch für den Weg über das Mittelmeer. Heute ist die Familie nur froh, dass sie diese Reise überlebt hat. Nun kann sie ein neues Leben beginnen. Doch auch Amin's Familie wäre glücklicher, wenn sie ihr weiteres Leben in ihrer Heimat verbringen könnte, wo sie glücklich war.

Viele der Flüchtlinge, die heute in Deutschland oder in ganz Europa leben, wollten gar nicht weg aus ihrer Heimat. So sagt auch die 22-jährige Nansi aus dem Libanon gegenüber "Pro Asyl", dass sie ohne Krieg nie nach Deutschland gekommen wäre. Bei all der ganzen Aufregung um die Flüchtlinge, sollten sich die Menschen zunächst einmal Zeit nehmen und sich die Geschichten der Flüchlinge anhören, vielleicht ändern sie dann ihre Meinung.

Grüne, FDP und Linke einig: 20 Euro pro Tag für jeden, der Flüchtlinge aufnimmt.

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sba/zij/news.de
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