18.05.2015, 15.18 Uhr

Jungfräulichkeitstest: Lesen Sie hier wie der Jungfräulichkeits-Test abläuft

Der Test ist für alle weiblichen Militär-und Polizeirekruten Pflicht

Der Test ist für alle weiblichen Militär- und Polizeirekruten obligatorisch. Alle Frauen, die von "Human Rights Watch" interviewt wurden, beschrieben den Test als schmerzhaft und traumatisch. Die Frauen sind jung, kommen meist von der High School und sind zwischen 18 und 20 Jahre alt. Wenn die Bewerberinnen vorstellig werden, müssen sie sich einer Körperinspektion unterziehen. Dabei kommt dann der "Zwei-Finger-Test" zur Anwendung.

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In den Reihen des indonesischen Militärs soll es mehr Frauen geben - allerdings nur Jungfrauen.

In den Reihen des indonesischen Militärs soll es mehr Frauen geben - allerdings nur Jungfrauen. Bild: epa Weda/picture alliance/dpa

Der angewendete "Zwei-Finger-Test ist unwissenschaftlich und ungenau

So wird dann das Jungfernhäutchen untersucht. Zwei Finger werden dabei in die Vagina eingeführt und einer in den Anus. Damit soll die Intaktheit des Hymen überprüft werden. Doch dieser Test ist sehr ungenau, da das feine Gewebe des Hymen immer variiert und in Größe und Struktur sehr unterschiedlich sein kann. Damit kann der "Fühltest" kein Garant für die Feststellung der Jungfräulichkeit sein.

Potenzielle Bewerberinnen werden durch den Test vom Militärdienst abgeschreckt

Tatsächlich scheint der Test potenzielle Bewerberinnen für den Polizeidienst zu vergraulen. Eine Augenzeugin berichtet "Human Rights Watch", dass sie nach der Untersuchung den Frauen im Warteraum erzählt habe, was sie soeben durchgemacht hatte. Daraufhin seien alle Bewerberinnen geschlossen gegangen. Auch eine Ärztin des Militärs sprach sich gegen die Tests aus. Die Frauen hätten nicht teilnehmen wollen und sie selbst habe den Test ebenfalls nicht nur erniedrigend, sondern sogar als Tortur für die jungen Frauen empfunden.

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Das indonesische Militär und die Polizei werden den Test wohl nicht so schnell abschaffen

Das indonesische Militär und die Polizei hatten schon einmal versprochen, den Jungfräulichkeitstest abgesetzt zu haben. "Human Rights Watch" hat nun aber belegt, dass die Tests immer noch durchgeführt werden. Er steht sogar wieder auf der offiziellen Rekrutierungsseite des Militärs als Einstellungs-Voraussetzung. Damit scheint die Abschaffung des Tests wieder in weite Ferne gerückt.

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gea/zij/news.de
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