16.05.2015, 08.31 Uhr

Harte Haftstrafen für kleine Sünden: Tatsächlich wahr: Diese Haftstrafen gab es aufgrund von Kunst und Liebe

Manche Haftstrafen wirken für deutsche Verhältnisse übertrieben, sind aber in anderen Ländern ganz normal.

Manche Haftstrafen wirken für deutsche Verhältnisse übertrieben, sind aber in anderen Ländern ganz normal. Bild: © Brian Jackson - Fotolia.com

Auch ein paar weitere konkrete Fälle zeigen, wie absurd hoch manche Haftstrafen sein können.

Singapur: Prügelstrafe ist üblich

So zum Beispiel die der zwei Leipziger Graffiti-Sprayer, die im November 2014 einen Bahnwagon in Singapur besprühten. Sie bekamen ganze neun Jahre Haft und eine Prügelstrafe aufgebrummt. Für deutsche Verhältnisse ein Schock! Prügelstrafen sind in Singapur zwar durchaus üblich, werden laut der "Tagesschau" für das Vergehen der beiden Deutschen jedoch auch von vielen offiziellen Künstlern des Landes als übertrieben angesehen.

Wegen Lärmbelästigung: Pianistin soll für über sieben Jahre hinter Gittern

In Spanien drohte einer Pianistin eine mehrjährige Haftstrafe, weil sich ihre Nachbarin belästigt fühlte. Die damals 28-Jährige soll ihrer Nachbarin im Zeitraum von 2003 bis 2007 schwere Schäden mit ihrem Klavierspiel zugefügt haben. Unter anderem soll sie durch den Lärm an Schlafstörungen, Angstzuständen und Panikattacken gelitten haben. Die Forderung der Staatsanwaltschaft: siebeneinhalb Jahre Haft für die Musikerin und ihre Eltern, da diese ihre Tochter stets bestärkt hätten. Glücklicherweise sah das Gericht diese Vorwürfe als völlig überzogen an und erwirkte einen Freispruch.

Wenn Liebe in einer Haftstrafe endet

Die Liebe kann in den USA auch in einer Haftstrafe enden: Weil die Eltern eines 14-Jährigen Mädchens dessen lesbische Beziehung zu der 18-jährigen Kaitlyn Hunt nicht dulden, zeigen sie die junge Frau prompt an. Der Vorwurf: sexueller Übergriff auf eine Person zwischen 12 und 16 Jahren. Der Fall sorgte für weltweite Diskussionen über die Diskriminierung von homosexuellen Paaren. Die Gruppierung "American Civil Liberties Union", die sich für die Rechte von Homosexuellen einsetzt, kritisierte laut "welt.de", dass Kaitlyn Hunt für etwas angeklagt wird, das in den USA ständig zwischen älteren Jungen und jüngeren Mädchen geschehe - jedoch nie strafrechtlich verfolgt werde. Hunt "wird zur Verbrecherin, weil sie ein jüngeres Mädchen liebt". Der Amerikanerin drohen im Fall einer Verurteilung bis zu 15 Jahren Haft.

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abu/zij/news.de
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