22.04.2015, 14.39 Uhr

Pastor "Crocodile Gennadiy": Dokumentar-Filmer Steve Hoover hat "Crocodile Gennadiy" drei Jahre begleitet

Die Kinder sind Mohnenko scheinbar dankbar für seinen Einsatz

Steve Hoover ist ein Dokumentar-Filmer, der den Pastor drei Jahre lang bei seiner Arbeit in der ukrainischen Stadt Mariupol begleitet hat. Nun veröffentlichte er einen Film mit dem Titel "Crocodile Gennadiy". Für ihn ist die Be- bzw. Verurteilung der Methode des Pastors eine Gratwanderung. Die meisten Kinder seien dem großen Ex-Sowjet-Soldaten sehr zugetan, haben Vertrauen zu ihm. Er ist jemand, der sich um sie kümmert. Schließlich hat Mohnenko vor über 20 Jahren seine Arbeit aufgenommen, weil er die ukrainischen Behörden für handlungsunfähig hielt. Er wollte das Elend nicht mehr tatenlos ansehen. In der Dokumentation sagt er: "Man kann nicht einfach an den Kindern auf der Straße vorbeigehen. Das kann man einfach nicht. Da braucht man keine Genehmigung."

Gennadiy Mohnenko, genannt

Gennadiy Mohnenko, genannt "Crocodile Gennadiy". Bild: news.de screenshot (youtube/Mohnenko Gennady)

Die Ukraine befindet sich in der Gewalt der Korruption, gegen die man beinahe machtlos ist

Heiligt der Zweck also die Mittel? Ist es legitim, Obdachlose zu entführen, um sie dann gegen ihren Willen einzusperren, sie gegen ihren Willen zu einem Entzug zu zwingen? In Deutschland ist das kaum denkbar. Doch die Korruption ist in der Ukraine eine eiserne Faust, die jedes politische System enthebelt und ihrerseits harte Gegenmaßnahmen erfordert. So verkaufen beispielsweise Apotheken Drogen und Medikamente ohne Rezept - an jeder Richtlinie und gesetzlichen Grundlage vorbei. Der Schwarzmarkt boomt sowieso; und mit den laufenden Konflikten im Land wird sich die Situation der Obdachlosen wohl nicht bessern. Was soll, was kann man da eigentlich noch tun?

Der Film "Crocodile Gennadiy" entzieht sich jeder Wertung über seinen Protagonisten

Hoover stellte sich diese Frage scheinbar auch und hat folglich in seine Dokumentation über "Crocodile Gennadiy" bewusst keine Wertung einfließen lassen. Er möchte es dem Zuschauer selbst überlassen, sich eine Meinung zu bilden. Aber vielleicht hat er sich ja auch selbst noch kein Urteil über seinen Protagonisten erlaubt.

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gea/zij/news.de
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