10.02.2014, 10.57 Uhr

Olympia? Griff ins Klo!: Das ist Putins Pannen-Parade

Von news.de-Redakteurin Isabelle Wiedemeier

Achterbahn Sotschi. Bisher war das Drumrum zumindest kurzweilig.

Achterbahn Sotschi. Bisher war das Drumrum zumindest kurzweilig. Bild: dpa

Die Begeisterung war groß bei Twitter: Endlich ein Sotschi! Alle schlecht verkabelten Rooter, hängenden Gardinenstangen und gelben Leitungswässerchen nun auf einen Blick.

Dass dann auch noch der fünfte Ring bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele eine Schneeflocke blieb, eröffnete erneut ein Feuerwerk der kreativen Spötter: Ist es der Buffer, der lädt, die nicht gefundene Datei, der böse Mineralölkonzern BP oder gar die Rache der UdSSR, die sich da eingeschlichen hat?

Tja, einer der Ringe wollte wohl lieber eine Schneeflocke bleiben.

Als T-Shirt ist die Ring-Panne auch schon für 15,95 Dollar zu haben. Wahrscheinlich kann man auch das Loch, das US-Bobfahrer Johnny Quinn in seine klemmende Klotür boxte, bald auf der Brust tragen.

Journalisten auf Klassenfahrt

Zuerst war es ja auch noch ganz lustig zu erfahren, wie sich Sotschis Hoteliers mehr oder weniger erfolgreich als MacGyver verdingt hatten. Nach dem tausendsten Tweet über Gruppenklos aber fragt man sich schon: Sind die Journalisten von «CNN», «Los Angeles Times» oder «Spiegel Online» da eigentlich im Ferienlager, trinken zum ersten Mal Alkohol und haben nichts anderes zu tun, als ihre Unterkunft auseinanderzunehmen?

Man könnte jetzt philosophieren darüber, wie Twitter und seine viralen Hashtags aus erwachsenen Menschen kleine Jungs machen, die alle auch mitspielen wollen. Besonders gut auf den Punkt gebracht hat es aber eigentlich dieser Tweet von @HellvisPriestley, ebenfalls zu #sotchiproblems:

Sotschi hat andere Probleme als freiliegende Rooter-Kabel

@HellvisPriestley stellt fest, dass Sotschi andere Probleme hat als komische WLAN-Verkabelung.

@HellvisPriestley stellt fest, dass Sotschi andere Probleme hat als komische WLAN-Verkabelung. Bild: Twitter (@HellvisPriestley)

«Derweil in Sotschi» schrieb er lakonisch neben das Bild, auf dem ein Mann offenbar betrunken unter eine Bank liegt, auf der zwei Frauen plaudern, zwei Polizisten gehen vorbei.

Nee, die Probleme von Sotschi sind andere als Partnerklos und karge Hotelzimmer, aber Silke Burmester von «Spiegel Online» hat schon recht, wenn sie schreibt, dass es nicht besonders clever war von Sotschi-Pate Wladimir Putin, ausgerechnet die Journalisten in Pannen baden zu lassen.

Die Drama-Queens des Weltgeschehens fanden ihre Suppe voller Haare, da hat es wenig gebracht, dass der Kreml Olympia-Gegner wegsperren ließ und Sotschis einzige Schwulen- und Lesbenbar den Journalisten zuliebe nicht dichtmachte.

Deshalb ist es ganz gut, dass nun endlich mal Sport gemacht wird in Sotschi. Dann sind die Journalisten zumindest beschäftigt.

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iwi/news.de
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