06.01.2021, 15.25 Uhr

Das Internet sicher nutzen: Diese Tipps helfen

Die Nutzung von Smartphones ist für uns mittlerweile Alltag - aus diesem Grund müssen wir uns auch um die Sicherheit unserer Daten sorgen. Bildquelle: @ Marek Szturc / Unsplash.com

Die Nutzung von Smartphones ist für uns mittlerweile Alltag - aus diesem Grund müssen wir uns auch um die Sicherheit unserer Daten sorgen. Bildquelle: @ Marek Szturc / Unsplash.com Bild: @ Marek Szturc / Unsplash.com

Nur mit der richtigen Sicherheitssoftware

Über Jahre wurde jedem Internetnutzer eine Weisheit eingetrichtert: Niemals ohne einen entsprechenden Virenschutz und ohne Firewall surfen.

Diese Weisheit leben auch die meisten Menschen durchaus, denn sie installieren jährlich ihre neue Version der Securitysoftware auf Computern und Laptops. Das ist weise, allerdings haben sich die Zeiten geändert. Smartphones und Tablets werden in dem Schutz gerne vergessen, dabei sind dies die Geräte, über die viele Alltagshandlungen heute erledigt werden:

  • Online-Banking – wie häufig wird von unterwegs aus das Bankkonto gecheckt oder noch eine Überweisung getätigt? Zumal viele Nutzer längst auf virtuelle Zahldienste umgestiegen sind und diese mit dem Bankkonto verknüpfen.
  • Smart Home – auch hier dient das Smartphone als die Schaltzentrale für unterwegs. Wurden über digitale Assistenten keine Routinen erstellt, wird gerne mal von unterwegs aus geprüft, was die Heizung macht oder ob das Licht brennt. Wer nun auch das Alarmsystem mit ins Smart Home integriert hat, der geht bei der Nutzung des Smartphones ein hohes Risiko ein.
  • Shopping – Zalando, Saturn, Amazon, Gamingshops – so viele Käufe oder Abos werden heute über das Smartphone abgeschlossen. Die Zugangsdaten sind oft praktisch hinterlegt, die entsprechenden Konten mit dem Bankkonto oder der Kreditkarte verknüpft.

Computer und Smartphones haben eine Gemeinsamkeit. Anfangs galt bei Smartphones der Leitsatz, der immer wieder auf Apple-Geräte angewendet wurde. Hacker würden sich nicht für das System interessieren. Dies hing allerdings mit der Verbreitung zusammen. Heute sind sämtliche Apple-Systeme quasi so verbreitet, wie auch Windows-PCs und Smartphones besitzt fast jeder Bürger. Daher sind auch diese Geräte unheimlich lukrativ für Hacker geworden und müssen wie jeder handelsübliche PC oder Laptop betrachtet werden. Es gilt:

  • Schutzsoftware – eine Viren- und Internetschutzsoftware ist Pflicht. Die meisten Hersteller und Anbieter der Softwares haben sich auf die neuen Zeiten eingestellt und bieten die Programme mit mehreren Lizenzen an. So lässt sich auf einen Schlag der Laptop, aber auch PC, Smartphones und Tablet schützen.
  • Aktualisierung – die Betriebsprogramme aller Geräte müssen auf dem neuen Stand sein. Das gilt natürlich auch für die Schutzprogramme. Veraltete Software stellt stets eine Gefahr dar. Und veraltet heißt, dass ein Gerät, welches seit drei Tagen nicht online war, erst einmal aktualisiert werden muss.

Natürlich schützt auch diese Vorgehensweise nicht zu einhundert Prozent. Dennoch lässt sich so schon viel Schaden abwenden.

Ein VPN nutzen

Was ist der Unterschied zwischen dem heimischen WLAN-Netzwerk und dem WLAN im Lieblingscafé? Wer zuletzt wieder mal ein Gerät ins heimische WLAN einbinden wollte und das Passwort suchen musste, der ahnt die Lösung. Zuhause ist es schwer, ohne Zugangsdaten das WLAN zu nutzen, im Café kann sich jeder einloggen, der nur nach der Kennung sucht.

Leider gilt dies auch für Betrüger. Experten warnen massiv davor, öffentliche WLAN-Angebote ohne gesonderten Schutz zu nutzen, beziehungsweise diese für ›echte‹ Internetanwendungen zu verwenden. Die Fußballergebnisse des Spieltags checken, ist in Ordnung. Den Kontostand zu überprüfen, nicht. Jeder kann diese Daten abfangen und für seine eigenen Zwecke nutzen. Daher wird ein VPN empfohlen:

  • Keine Verfolgung – die Daten können nicht einem Versender zugeordnet werden, da sich dieser mit vielen weiteren Personen eine IP-Adresse teilt. Daten werden somit für Betrüger völlig unbrauchbar.
  • Datenschutz – durch die neue Unbrauchbarkeit der Daten ist auch der Datenschutz gewahrt. Über das VPN kommen Daten in einem riesigen Packen durch eine kleine Schnittstelle in das Internet. Erhält ein Betrüger nun eventuell das Passwort zum Onlinebanking, bringt es ihm gar nichts, weil er weder die Bank, noch den Namen, noch die weiteren notwendigen Zugangsdaten hat. Dies lässt sich mit einem gefundenen Schlüssel im Park vergleichen. Ohne Adresse, Markierung oder andere Anhaltspunkte, weiß der Finder nicht, in welches Schloss wo in der Stadt oder auf der Welt dieser einzelne Schlüssel passt.

VPN-Dienste sind heute sehr simpel zu nutzen. Nicht einmal feste Programme sind unbedingt notwendig, denn es gibt hervorragende Onlinedienste, die ganz nach Belieben ein- und wieder ausgeschaltet werden können. Übrigens leidet die Geschwindigkeit des Surfens nicht mehr unter der Nutzung, sofern die Grundgeschwindigkeit schon akzeptabel ist.

Weitere Sicherheitsmaßnahmen

Software und Technik kann viele Gefahren abwenden. Dennoch leidet die Internetsicherheit häufig an der Schwachstelle auf der anderen Seite des Bildschirms: Dem Benutzer. Jeder ist mal unachtsam, jeder hat schon mal sein Smartphone nicht gesperrt, wenn er es aus der Hand gelegt hat. So wie beinahe jeder schon einmal auf eine gefälschte Webseite gekommen ist. Daher gilt:

  • Achtsamer Umgang – ob beim Blick in das Mailpostfach oder beim Surfen an sich: Nutzer müssen immer genau hinschauen. Links in E-Mails sind Tabu, sofern diese nicht direkt von einer vertrauenswürdigen Quelle stammen und angefordert wurden.
  • Grauzone – inoffizielle Streamingseiten oder Tauschangebote sind immer mit Vorsicht zu genießen. In Torrents verstecken sich gerne Schadprogramme und die Werbeanzeigen auf den halbillegalen Streamingseiten bieten Viren und Trojanern oft einen traumhaften Nährboden. Ein Klick und es kann zu spät sein.
  • Datenschutz – jeder User muss sich darüber bewusst sein, dass das Internet wahrlich nichts vergisst. Auch ohne Betrüger im Hinterkopf sollte daher genau überlegt werden, was, wo und wie gepostet und anderweitig geteilt wird. Wer in der Shoppingmail an den üblichen Ständen nicht seine kompletten Personen- und Adressdaten herausgeben würde, der sollte dies auch nicht bei einem Gewinnspiel oder einer Umfrage im Netz machen.

Fazit – Sicherheit geht vor

Es wäre schön, wenn das Internet einfach unbedarft und ohne Hintergedanken genutzt werden könnte. Allerdings ist es für Betrüger zu lukrativ, sodass praktisch jeder User ein Opfer werden könnte. Wer sich jedoch gut vorbereitet, all seine internetfähigen Geräte nutzt, ein VPN benutzt und zudem aufpasst, wo und welche Daten er verbreitet, der ist schon relativ sicher unterwegs.

lic/news.de