29.03.2021, 15.31 Uhr

Gesunder Vierbeiner: Was brauchen Hunde für eine optimale Ernährung?

Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn

Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn Bild: Benjamin Nolte/dpa

Gesundheit beginnt beim Essen

Ob ein Hund gesund ist und bleibt, hängt maßgeblich von seiner Ernährung ab. Das Tier ist darauf angewiesen, alle notwendigen Nährstoffe aus seiner Nahrung zu beziehen und hierbei beispielsweise die Zähne zu stärken. Deswegen sollten Hundebesitzer darauf achten, Qualitätsprodukte zu wählen, in denen alle Komponenten erhalten sind, die für eine gesunde Entwicklung des Tieres erforderlich sind. Auf diese Weise lassen sich zudem Gefahren wie Salmonellen vermeiden, die bei Produkten minderer Qualität sowie beim Barfen eher einmal auftreten.

Der Organismus eines Hundes benötigt eine spezielle Art von Nährstoffen in einer sinnvollen Kombination. Deswegen ist es eine gute Idee, eine ausgewogene Vollnahrung auszuwählen. Hierin sollten sämtliche Nährstoffe integriert sein, die für das Tier von Bedeutung sind. So ist sichergestellt, dass alle lebenswichtigen Bestandteile enthalten sind und dass die Ernährung abwechslungsreich und vielseitig ist.

Teuer ist nicht gleich gut

Es gibt unterschiedliche Arten von Hundenahrung auf dem Markt. Einige Hundehalter setzen auf besonders günstige Produkte vom Discounter, anderen ist Hundenahrung von namhaften Markenherstellern wichtig. Allein vom Preis her lassen sich jedoch keine Rückschlüsse auf die Qualität von Hundenahrung ziehen. So gibt es hochwertige Handelsmarken, die günstig zu haben sind, und teure Produkte, die in der Qualität nur durchschnittlich sind.

Entscheidend ist es, einen Hersteller zu wählen, der seriös ist und bei den verschiedenen Hundefuttersorten wirklich auf Qualität setzt. Denn leider ist selbst bei etablierten Handelsmarken die erwartete Qualität oft nicht gegeben. Hundehalter sollten sich daher nicht allein von Design und Marketing einer Hundefuttersorte beeinflussen lassen, sondern die Bestandteile genau in den Blick nehmen und die einzelnen Anbieter umfassend miteinander vergleichen.

Die Fleischsaftgarung als schonende Zubereitungsart

Bei der Herstellung von Hundenahrung gibt es grundsätzlich zwei gängige Verfahren: zum einen das Extrusionsverfahren und zum anderen die Fleischsaftgarung. Das Extrusionsverfahren kommt besonders häufig zum Einsatz, da es günstig ist und sich schnell umsetzen lässt. Allerdings werden hierbei vor allem Fleischmehle und tierische Proteine eingesetzt und kein Frischfleisch. Zudem werden bei den hohen Temperaturen im Extrusionsverfahren Nährstoffe beschädigt und Geschmacksaromen eliminiert. Entsprechend muss häufig Fett auf das fertige Trockenfutter gegeben werden, damit es überhaupt einen Geschmack besitzt.

Die Fleischsaftgarung ist dem Extrusionsverfahren daher vorzuziehen. Dieses Zubereitungsverfahren ist schonend, wodurch die Nährstoffe in den einzelnen Lebensmitteln nicht belastet werden. Der Geschmack bleibt erhalten und der Hund bekommt auf möglichst natürliche Weise alle Nährstoffe zugeführt, die er für eine gesunde Entwicklung benötigt.

Hunde legen Wert auf Geschmack

Für den Geschmack eines Lebensmittels sind die darin enthaltenen Aromen verantwortlich. Diese müssen bei der Zubereitung geschont werden, damit das Hundefutter nach der Verarbeitung noch schmeckt. Die Fleischsaftgarung sorgt dafür. Sie gart Frischfleisch nur im eigenen nährstoffreichen Fleischsaft bei niedriger Temperatur, wodurch die Nährstoffe und Aromen erhalten bleiben. Außerdem erhält das Hundefutter durch das Frischfleisch einen natürlichen Geschmack, der nicht künstlich hinzugefügt werden muss.

Hunde bemerken die Unterschiede bei den Geschmäckern ihres Futters. Die Reaktionen hierauf fallen jedoch unterschiedlich aus. Bei den beim extrudierten Futter hinzugefügten künstlichen Zusätzen treten teils ähnliche Effekte auf wie es bei Fast Food für Menschen der Fall ist. Die Chemikalien haben einen besonders intensiven Geschmack, sind allerdings nicht gesund. Also auch wenn einem Hund ein im Extrusionsverfahren hergestelltes Hundefutter besonders gut schmeckt, muss dies nicht zwingend das beste Hundefutter für ihn sein. Eine Umgewöhnung auf Hundefutter mit Frischfleisch wird in der Regel angenommen und die neuen Geschmäcker als angenehm empfunden.

Hundenahrung sollte gut bekömmlich sein

Wie bekömmlich Hundefutter ist, zeigt sich unter anderem daran, wie das Tier nach dem Essen reagiert. Legt es sich in eine Ecke und wird träge, spricht das gegen die gute Verwertbarkeit des Hundefutters. Das Tier reagiert dann wie Menschen, die sich an den Feiertagen "überfressen" haben. Anders sieht es aus, wenn der Hund nach dem Essen vital ist und sich gerne bewegen möchte. Dann entspricht die Hundenahrung im menschlichen Vergleich eher einem frischen und sättigendem Salat, der gut schmeckt und den Organismus nicht belastet. So lässt sich in etwa extrudiertes Hundefutter und Hundenahrung aus Fleischsaftgarung vergleichen. Abweichend zu extrudiertem Futter quillt Hundenahrung aus der Fleischsaftgarung aufgrund des verwendeten Frischfleisches im Hundemagen nämlich nicht auf und lässt sich auch besser verdauen. Der Hund hat keinen Futterbauch und kann nach dem Fressen schneller wieder aktiv sein.

Wie gut die Verdauung funktioniert, zeigt sich zudem an Merkmalen des Hundehaufens. Abhängig von der Größe, der Konsistenz und dem Geruch lassen sich verschiedene Rückschlüsse auf die Qualität des Hundefutters ziehen. Der Kot sollte fest sein, da weicher Stuhl auf eine gestörte Verdauung schließen lässt. Außerdem sollten die Haufen nicht zu groß sein. Beide Kriterien werden von fleischsaftgegartem Trockenfutter aufgrund des bei der Zubereitung verwendeten Frischfleisches positiv erfüllt. Das schon im Hundemagen aufquellende Extrusionsfutter hingegen führt meist zu einer großen und relativ weichen Hinterlassenschaft.

Für die Zähne weitestgehend auf Kohlenhydrate verzichten

Bei Hunden spielt die Zahngesundheit eine wichtige Rolle. Da Zähneputzen den wenigsten Hunden gefällt, muss die Reinigung auf anderen Wegen erfolgen. Es gibt bestimmte Nahrungsmittel für Hunde, die der Zahnsteinbildung vorbeugen und die Zahngesundheit erhalten sollen. Hierbei ist jedoch Vorsicht geboten. Denn ebenso wenig wie beim Menschen ist es beim Hund möglich, Zahnstein durch Reibung von den Zähnen zu bekommen. Hierfür sind Spezialgeräte eines Zahnarztes erforderlich. Extrudiertes Hundefutter wird seinem Ruf, Zahnstein entfernen zu können, daher nicht gerecht.

Im Gegenteil ist es häufig so, dass extrudiertes Hundefutter reich an Kohlenhydraten ist. Diese sorgen dafür, dass Zahnstein schneller auftritt. Deswegen sollte im Namen der Zahngesundheit weitestgehend auf Kohlenhydrate verzichtet werden. Ein genauer Vergleich der verschiedenen Hundefuttersorten hilft dabei, den Kohlenhydratanteil genau einschätzen zu können.

lic/news.de