03.06.2020, 11.33 Uhr

Coronavirus-News aktuell: Studie offenbart: DAS schützt wirklich vor Covid-19

Was schützt wirklich vor einer Coronainfektion?

Was schützt wirklich vor einer Coronainfektion? Bild: AdobeStock / Maridav

Laut einer aktuellen Übersichtsanalyse könnte eine Kombination aus Abstandhalten, Mund-Nasen-Maske und Augenschutz bestmöglich vor einer Corona-Infektion schützen. Das schreiben Forscher der kanadischen McMaster-Universität im Fachblatt "Lancet", nachdem sie 172 Studien systematisch ausgewertet haben.

Coronavirus-News aktuell: Studie überprüft Schutzmaßnahmen

Die Mediziner wollten mit dieser Metaanalyse den Einsatz verschiedener Schutzmaßnahmen überprüfen und daraus eine Grundlage für Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation WHO schaffen, welche die Studie zum Teil auch finanzierte. Dies sei umso wichtiger, da es weltweit unterschiedliche und teils auch widersprüchliche Empfehlungen gebe.

Abstandsregel senkt Infektionsrisiko deutlich

Bei ihrer Analyse kamen die kanadischen Wissenschaftler zur Erkenntnis, dass ein Abstand von einem Meter oder mehr das Infektionsrisiko deutlich sinken lässt. Wenn man Abstand halte, soll das Risiko nur noch bei 2,6 Prozent liegen, bei kleinerer Distanz seien es 12,8 Prozent. Jeder weitere Meter Abstand bis zu drei Meter könnte dieses Risiko weiter halbieren, wobei die Autoren die Beweislage für diese Aussage als "moderat" beschreiben.

Schutzbrillen und Gesichtsmasken auf dem Prüfstand! Schützen sie vorm Coronavirus?

Auch Visiere, Schutzbrillen und Brillen im Allgemeinen scheinen das Risiko ebenfalls zu senken (5,5 Prozent versus 16 Prozent Infektionsrisiko). Hier sei die Beweislage allerdings eher "gering", so die Autoren. Es gibt die Annahme, dass das Auge ein möglicher Eintrittsort für das Virus sein könne. Ein ähnliches Ergebnis zeigt sich beim Effekt von Gesichtsmasken (3,1 Prozent versus 17,4 Prozent Infektionsrisiko). Auch hier bewerten die Autoren die Beweissicherheit allerdings insgesamt als eher "niedrig".

Die Autoren betonen, dass sowohl Abstandhalten, Gesichtsmasken als auch Augenschutz - selbst in kombinierter Form und richtig angewendet - keinen hundertprozentigen Schutz garantieren, sondern immer durch andere Maßnahmen wie regelmäßiges und gründliches Händewaschen ergänzt werden sollten.

Studie erklärt: Maßnahmen müssen für Bürger nachvollziehbar sein

Die Mediziner hoffen, dass ihre Ergebnisse von Regierungen und Verantwortlichen der Gesundheitssysteme genutzt werden, um klare Regelungen und Empfehlungen zu formulieren. Allerdings sollte dabei immer auch berücksichtigt werden, wie akzeptabel, machbar, ressourcenintensiv und zugänglich all diese Maßnahmen seien. So habe ein Teil der analysierten Studien zwar ergeben, dass Menschen die Schutzstrategien zwar akzeptierten und als beruhigend empfänden, aber sie sind auch immer mit Problemen verbunden. Diese reichten von Hautirritationen durch Gesichtsmasken bis hin zu erschwerter Kommunikation im Alltag.

Ein weiteres Ergebnis der Metaanalyse hebt Epidemiologin Raina MacIntyre von der australischen Universität von New South Wales in einem unabhängigen Kommentar hervor: So habe die Auswertung auch gezeigt, dass Atemschutzmasken und mehrschichtige Masken besser abschirmten als solche aus einer einzigen Stoffschicht. Das sei insbesondere mit Blick auf die Tatsache wichtig, dass viele selbst geschneiderte Masken nur einlagig seien. "Eine gut gestaltete Stoffmaske sollte aus wasserabweisendem Gewebe bestehen, mehrere Schichten haben und gut an das Gesicht angepasst sein", empfiehlt MacIntyre.

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bua/sig/news.de/dpa