27.02.2020, 19.45 Uhr

Coronavirus SARS-CoV-2 im News-Ticker aktuell: 14 weitere Coronavirus-Infektionen in NRW

Das undatierte Handout des amerikanischen Centers for Disease Control (CDC) zeigt einen Coronavirus unter dem Mikroskop.

Das undatierte Handout des amerikanischen Centers for Disease Control (CDC) zeigt einen Coronavirus unter dem Mikroskop. Bild: Center for Disease Control/dpa

Das Corona-Virus breitet sich in Deutschland und dem Rest der Welt weiter aus. Nicht nur in Italien steigt die Zahl der Toten und Infizierten. Auch Nachbarländer wie die Schweiz, Österreich und andere EU-Staaten melden erste Fälle. In Süd- und Mittelamerika ist das Virus ebenfalls angekommen. Verfolgen Sie die aktuelle Entwicklung im Newsticker.

Coronavirus 2020: SARS-CoV-2-Epidemie im News-Ticker aktuell:

+++ 27.02.2020: 14 weitere Infektionen mit Coronavirus in Nordrhein-Westfalen +++

In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Coronavirus-Infektionen sprunghaft angestiegen. Der Kreis Heinsberg und das Gesundheitsministerium des Landes teilten am Donnerstagabend mit, dass 14 weitere Personen nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert sind. Damit stieg die Gesamtzahl in dem Bundesland auf 20. Einer von ihnen - ein Bundeswehr-Soldat, dessen Infektion am Mittwoch bekannt wurde - wird in Rheinland-Pfalz behandelt.

Alle 14 positiv Getesteten seien in häusliche Quarantäne nach Hause entlassen worden, weil eine stationäre Behandlung nicht notwendig sei, hieß es. Die Betroffenen wohnten vorwiegend in der Gemeinde Gangelt im Kreis Heinsberg, eine Person lebe in der Städteregion Aachen.

Insgesamt stehen rund 400 Menschen unter häuslicher Quarantäne, wie die Behörden bereits zuvor mitgeteilt hatten. Darunter sind 300 Menschen, die in Gangelt eine Karnevalssitzung besucht hatten. Alle bekannten Infizierten hatten nach Erkenntnissen der Behörden Kontakt mit einem Ehepaar aus Gangelt, das in der Uniklinik Düsseldorf behandelt wird. Der Zustand des 47-jährigen Ehemanns sei ernst.

"Patient Null", der den Ausbruch in NRW verursacht hat, ist nach Behördenangaben weiter unbekannt. Man gehe davon aus, dass er den 47-Jährigen als ersten Patienten der bekannten Infektionskette angesteckt hat. Wegen seines kritischen Zustands konnte der 47-Jährige nicht befragt werden. Im Kreis Heinsberg bleiben Schulen und Kindergärten bis einschließlich Montag geschlossen.

+++27.02.2020: Coronavirus bei Patient in Kaiserslautern festgestellt +++

Bei einem Patienten in Kaiserslautern ist das neuartige Coronavirus festgestellt worden. Das sagte die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) am Donnerstag in Mainz. Der etwas über 30 Jahre alte Mann sei mit Symptomen am Donnerstag selbst in das Westpfalz-Klinikum gekommen. Er sei bis vor kurzem im Iran gewesen und habe dort Kontakt mit einer "symptomatisch auffälligen Person" gehabt, sagte die Ministerin.

+++ 27.02.2020: Behörden suchen Karnevalsteilnehmer - häusliche Quarantäne +++

Nach den fünf bestätigten Coronavirus-Fällen in Nordrhein-Westfalen suchen die Behörden nun mit größeren Aktionen nach möglichen weiteren Infizierten. In Gangelt im Kreis Heinsberg sind die rund 300 Besucher einer Karnevalsveranstaltung aufgerufen, sich bei den Behörden zu melden. Alle Besucher und ihre Familien müssten für 14 Tage in häusliche Quarantäne gehen, teilte das NRW-Gesundheitsministerium in der Nacht zum Donnerstag mit. In Mönchengladbach läuft am Krankenhaus Maria Hilf die Suche nach Menschen, die Kontakt zu einem mit dem Coronavirus infizierten Arzt hatten.

In Nordrhein-Westfalen ist erstmals ein Patient nachweislich an dem neuartigen Coronavirus erkrankt - und in intensivmedizinischer Behandlung.

In Nordrhein-Westfalen ist erstmals ein Patient nachweislich an dem neuartigen Coronavirus erkrankt - und in intensivmedizinischer Behandlung. Bild: Bernd Thissen/picture alliance/dpa

Alle bislang bekannten Infizierten hatten nach Erkenntnissen der Behörden Kontakt mit einem Ehepaar aus Gangelt, das im Moment an der Uniklinik Düsseldorf behandelt wird. Es sei nun entscheidend, alle Kontaktpersonen der Infizierten ausfindig zu machen, sagte ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums am Donnerstagmorgen.

Im Laufe des Tages erwarten die Behörden zahlreiche weitere Testergebnisse von Kontaktpersonen, die sich möglicherweise bei dem Ehepaar angesteckt haben könnten. Dazu zählen etwa die Kinder des Paares, die rund 65 Kinder einer Kita und Dutzende Teilnehmer der Karnevalsveranstaltung. Je nach Ergebnis dieser Tests würden die Behörden entscheiden, ob für weitere Personenkreise häusliche Quarantäne angeordnet wird.

Mit den Maßnahmen wollen die Behörden erreichen, dass sich das neue Coronavirus nicht weiter ausbreitet. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte allerdings am Mittwoch bereits klargemacht: "Wir können nicht garantieren, dass wir die Infektionsketten gestoppt kriegen."

+++ 26.02.2020: Coronavirus-Infektion erstmals in Rheinland-Pfalz festgestellt +++

In Rheinland-Pfalz ist bei einem Patienten das neuartige Coronavirus festgestellt worden. Es handele sich um einen Soldaten, der im Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz behandelt werde, teilte die Bundeswehr am Mittwoch mit. In den Nachbarbundesländern Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen waren zuvor erstmals Infektionen mit dem neuartigen Virus nachgewiesen worden.

In Nordrhein-Westfalen wurde bei einem Mann das Coronavirus Sars-CoV-2 nachgewiesen. Der Zustand des 47 Jahre alten Patienten war am Mittwoch nach Angaben des Gesundheitsministeriums kritisch. Die Uniklinik Düsseldorf behandelte auch seine 46-jährige Frau. Der Mann war am Montag mit Symptomen einer schweren Lungenentzündung in einem Krankenhaus in Erkelenz im Kreis Heinsberg bei Aachen auf der Intensivstation isoliert worden. Nach dpa-Informationen leidet er an einer Vorerkrankung. Nachgewiesen wurde der Erreger auch bei vier Personen aus Baden-Württemberg.

+++ 26.02.2020: Spahn rechnet mit Corona-Epidemie +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet hierzulande mit einer Ausbreitung des Coronavirus. "Wir befinden uns am Beginn einer Corona-Epidemie in Deutschland", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin. "Die Infektionsketten sind teilweise - und das ist eine neue Qualität - nicht nachzuvollziehen." Vor diesem Hintergrund sei es fraglich, ob die bisherige Strategie zum Eingrenzen des Virus und zum Beenden der Infektionsketten weiter aufgehe. In Deutschland waren seit Dienstagabend bis zum frühen Mittwochabend sieben Infektionen bekannt geworden.

Im Kreis Heinsberg gab es den ersten bestätigten Fall des Coronavirus in Nordrhein-Westfalen, im Hermann-Josef-Krankenhaus wurde die Erstdiagnose gestellt.

Im Kreis Heinsberg gab es den ersten bestätigten Fall des Coronavirus in Nordrhein-Westfalen, im Hermann-Josef-Krankenhaus wurde die Erstdiagnose gestellt. Bild: Jonas Güttler/dpa

Spahn sagte, noch sei Deutschland in der Phase, mögliche Infektionen frühzeitig zu erkennen und Kontaktpersonen zu isolieren. Es könne aber die Phase eintreten, in der nicht alle Kontakte ermittelt werden könnten. Der Minister rief die Bevölkerung auf, nicht bei jedem Husten zum Arzt zu gehen. Aber die Bürger sollten ihren Hausarzt anrufen, wenn sie innerhalb von 14 Tagen nach einer Reise in ein Risikogebiet Fieber, Husten oder Atemnot hätten. Bei vorhandener Symptomatik und einem Verdacht solle besser einmal mehr auf das Virus getestet werden als einmal zu wenig.

Was Sie machen sollten, wenn Sie den Verdacht haben, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, erfahren Sie hier.

+++ 26.02.2020: Infizierte feierten Karneval + Zweite Infizierte in NRW ist Kindergärtnerin +++

Die in Düsseldorf behandelte Coronavirus-Patientin ist als Kindergärtnerin tätig. Sie arbeite in einem Kindergarten, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Mittwoch in Düsseldorf. Die Kinder aus der Einrichtung und deren Eltern seien angewiesen worden, zu Hause zu bleiben.

Das Ehepaar, das im Düsseldorfer Uniklinikum behandelt werde, habe noch zwei Wochen am gesellschaftlichen Leben und am Karneval teilgenommen, "wo das Virus so weit war, dass die Menschen sich anstecken konnten", sagte Laumann. Landrat Stephan Pusch (CDU) erklärte, dass die beiden Infizierten eine „unendliche Vielzahl von Kontakten" zu Menschen gehabt hätten - so berichtet der Nachrichtensender "Welt".Laut Pusch müsse es nun darum gehen, die „Infektionsketten" so gut es geht zu unterbrechen.

+++ 26.02.2020: Noch keine Hamsterkäufe in Deutschland +++

Die Angst vor dem neuartigen Coronavirus hat bisher in Deutschland nach Angaben großer Lebensmittelhändler noch nicht zu auffälligen Hamsterkäufen geführt. Eine Rewe-Sprecherin sagte der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch, weder bei Rewe noch bei der konzerneigenen Discounterkette Penny seien bisher "auffällige Nachfrageverstärkungen" festzustellen. Auch ein Sprecher der SB-Warenhauskette Real sagte: "Wir spüren absolut noch gar nichts."

Baden-Württemberg, Göppingen: Die Klinik am Eichert in Göppingen. In Göppingen wurde der erste Coronakranke in Baden-Württemberg bestätigt.

Baden-Württemberg, Göppingen: Die Klinik am Eichert in Göppingen. In Göppingen wurde der erste Coronakranke in Baden-Württemberg bestätigt. Bild: Alexander Wölfl/SDMG/dpa

Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler Rewe betonte, er beobachte die Lage in allen Ländern äußert aufmerksam und halte ständigen Kontakt zu den sicherheitsrelevanten Behörden wie dem Robert-Koch-Institut, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Auswärtigen Amt. "Sollten Sofortmaßnahmen für Deutschland notwendig werden, sind wir in der Lage, entsprechend kurzfristig zu reagieren", sagte die Sprecherin. Momentan gebe es aber keine Notwendigkeit zu Anpassungen in den Lebensmittel-Sortimenten. "Die Warenversorgung ist gewährleistet."

+++ 26.02.2020: Coronavirus in Mittel- und Südamerika +++

Wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus hat El Salvador ein Einreiseverbot für Italiener und Südkoreaner verhängt. Bürger und Diplomaten, die kürzlich aus diesen Ländern eingereist seien, müssten für 30 Tage in Quarantäne, teilte der Präsident des mittelamerikanischen Landes, Nayib Bukele, am Dienstagabend (Ortszeit) auf Twitter mit. In dem kleinen Land mit rund sieben Millionen Einwohnern wurde bisher noch kein Covid-19-Fall gemeldet.

Auch in Brasilien ist am Dienstag der erste Coronavirus-Fall registriert worden. Es könnte sich dabei auch um den ersten Fall in Südamerika überhaupt handeln. In einer offiziellen Mitteilung des Gesundheitsministeriums hieß es, man untersuche zusammen mit den städtischen und bundesstaatlichen Gesundheitsbehörden einen Fall in São Paulo.

Die Erkrankung soll nach einem Bericht des Portals "G1" das Krankenhaus Albert Einstein festgestellt haben. Demnach habe ein 61 Jahre alter Mann, der zwischen dem 9. und 21. Februar nach Norditalien gereist war, die Symptome der Krankheit wie Husten gezeigt. Er sei nun zu Hause isoliert.

+++ 26.02.2020: Aktien gehen wegen Coronavirus weiter auf Talfahrt +++

Am deutschen Aktienmarkt geht die Talfahrt am Mittwoch rasant weiter. Das neuartige Coronavirus hat die Märkte fest im Griff. Der Dax fiel am Vormittag unter die Marke von 12 500 Punkten auf den tiefsten Stand seit Mitte Oktober 2019. Zuletzt verbuchte er ein Minus von 3,01 Prozent auf 12 405,46 Punkte. Binnen weniger Tage ging es damit um gut 1300 Punkte abwärts.

Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone rutschte um 2,2 Prozent auf Zähler ab auf 3569,51 Punkte.

"Die Angst hat an den internationalen Börsen das Zepter in die Hand genommen", kommentierte Anlagestratege Christoph Geyer von der Commerzbank die aktuelle Situation. Unsicherheit sei das Schlimmste für Börsianer. Sie reagierten immer extrem sensibel darauf, wenn mittel- bis langfristige Auswirkungen eines Ereignisses auf die Märkte nicht eingeschätzt werden könnten.

+++ 26.02.2020: Erste Infektionen mit Coronavirus in NRW und Baden-Württemberg bestätigt +++

In zwei deutschen Bundesländern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, sind erstmals Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Der Zustand des Patienten in NRW war laut Behörden kritisch, er sollte am Dienstagabend von einem Krankenhaus in Erkelenz ins Uni-Klinikum Düsseldorf gebracht werden. Der Patient in Baden-Württemberg, ein 25-Jähriger aus dem Landkreis Göppingen, war mit grippeähnlichen Symptomen erkrankt. Er solle in eine Klinik gebracht und dort isoliert untergebracht und behandelt werden. Nähere Informationen zu den jeweiligen Fällen wurden für Mittwoch angekündigt.

Der Patient in NRW ist nach dpa-Informationen Mitte 40, leidet aber an einer Vorerkrankung. Seine Ehefrau werde mit Symptomen einer Viruserkrankung ebenfalls stationär behandelt, hieß es von örtlichen Behörden. Ihr Zustand sei aktuell stabil. Ob auch sie mit dem Erreger Sars CoV-2 infiziert ist, stand noch nicht fest.

Der Mann hatte nach Angaben des dortigen Landrats Stephan Pusch Kontakt mit einem Bekannten, der sich geschäftlich in letzter Zeit in China aufgehalten habe. Das meldete die «Aachener Zeitung». Ob sich dieser Mann auch in Behandlung begeben habe, konnte Pusch zunächst nicht sagen.

Der Erkrankte in Baden-Württemberg hat sich laut Behörden vermutlich in Mailand bei einer Italienreise angesteckt. In der Lombardei waren zuletzt zahlreiche Covid-19-Fälle bemerkt worden, Italien gilt aktuell als das Land mit den meisten nachgewiesenen Fällen in Europa.

Im Kreis Heinsberg bleiben am Mittwoch Schulen, Kitas und die Kreisverwaltung geschlossen, wie ein Sprecher des Landkreises am Dienstagabend ankündigte. Zurzeit werde auch noch überlegt, den öffentlichen Personennahverkehr auszusetzen. Ein Krisenstab wurde im Landkreis eingerichtet. Man sei in engem Kontakt mit dem Gesundheitsministerium in Düsseldorf. Das Gesundheitsamt ermittele derzeit intensiv alle möglichen Kontaktpersonen.

Experten hatten angenommen, dass es auch in europäischen Ländern längst weitere Infektionsketten geben könnte, von denen noch niemand ahnt - auch in Deutschland. "Irgendwann wird es wahrscheinlich dazu kommen, dass unbemerkte Infektionen plötzlich bemerkt werden", hatte der Berliner Virologe Christian Drosten kürzlich gesagt.

Nach einer von Chinas Gesundheitsbehörde vorgestellten Analyse zeigen Infizierte in der weit überwiegenden Zahl der Fälle - mehr als 80 Prozent - nur milde Symptome. Knapp 14 Prozent der Betroffenen entwickeln demnach schwere Symptome wie Atemnot, knapp 5 Prozent lebensbedrohliche Auswirkungen wie Atemstillstand, septischen Schock oder Multiorganversagen. Eine spezielle Therapie für Covid-19 gibt es nicht. Schwer erkrankte Patienten werden symptomatisch behandelt: mit fiebersenkenden Mitteln etwa und mitunter mechanischer Beatmung.

Vom Robert Koch-Institut (RKI) hieß es, Ziel in Deutschland sei es, eine Erkrankungswelle hinauszuzögern, um zu vermeiden, dass die Covid-19- und die derzeitige Grippewelle zusammenfallen. Behörden versuchen, den Fällen mit Hochdruck nachzugehen, um eine weitere Verbreitung des Virus möglichst zu verhindern. Dadurch soll die Belastung auf das Gesundheitssystem abgemildert werden.

Nach dem Ausbruch einer Coronavirus-Epidemie in Italien meldeten am Dienstag immer mehr europäische Staaten Nachweise des Erregers. Österreich, Kroatien, das spanische Festland und die Schweiz berichteten von Covid-19-Fällen. Auf der spanischen Urlaubsinsel Teneriffa wurde nach einer bestätigten Erkrankung ein großes Hotel mit rund 1000 Touristen - darunter auch Deutsche - praktisch unter Quarantäne gestellt.

+++ 25.02.2020:Erste Infektion mit Coronavirus in Baden-Württemberg bestätigt +++

In Baden-Württemberg ist erstmals ein Patient nachweislich an dem neuartigen Coronavirus erkrankt. Es handle sich um einen 25-jährigen Mann aus dem Landkreis Göppingen, teilte das Gesundheitsministerium in Stuttgart am Dienstagabend mit.

+++ 25.02.2020: US-Regierung will 2,5 Milliarden Dollar bereitstellen +++

Die US-Regierung will für den Kampf gegen das neuartige Coronavirus 2,5 Milliarden Dollar bereitstellen. Das Virus sei in den USA "sehr unter Kontrolle", aber die Regierung wolle vorsorglich handeln, sagte US-Präsident Donald Trump am Dienstag in Neu Delhi vor Journalisten. US-Medienberichten zufolge soll rund eine Milliarde Dollar der Mittel in die Entwicklung eines Impfstoffs gesteckt werden. Der Kongress muss die Mittel aber erst noch bewilligen. Trump schloss am Dienstag einen zweitägigen Staatsbesuch in Indien ab.

In den USA sind laut Gesundheitsbehörde CDC bisher 53 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen. China ist bislang am stärksten von der Epidemie betroffen, aber Experten sind wegen der raschen Ausbreitung des Coronavirus in anderen Ländern zunehmend besorgt. Weltweit waren deswegen am Montag die Aktienmärkte eingebrochen.

+++ 25.02.2020: UEFA beobachtet Coronavirus-Ausbreitung mit Blick auf EM 2020 +++

Die Europäische Fußball-Union UEFA beobachtet die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus mit Blick auf die EM 2020 mit großer Aufmerksamkeit. "Wir sind in einer Phase des Abwartens und beobachten die Situation Land für Land: Der Fußball muss den Anweisungen der Regierungen in den einzelnen Staaten folgen", sagte UEFA-Vizepräsident Michele Uva dem italienischen Radiosender Rai.

Das EM-Eröffnungsspiel soll am 12. Juni in Rom stattfinden, das Turnier wird in zwölf Ländern ausgetragen. Italien ist aktuell das Land mit den meisten erfassten Coronavirus-Fällen in Europa. Konsequenzen für das Turnier seien nur "im Notfall" zu erwarten, sagte Uva. "Der sportliche Weg wird erst geschlossen sein, wenn sich die Situation verschlimmert", sagte der Italiener.

+++ 25.02.2020: Frankreich meldet zwei neue Infektionen mit Coronavirus Sars-CoV-2 +++

Frankreich hat zwei neue Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 gemeldet. Bei einem Betroffenen handele es sich um einen Franzosen, der sich zuvor in der italienischen Lombardei aufgehalten habe, sagte Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon am Dienstag. Bei der zweiten Person handele es sich um eine junge Chinesin, die Anfang Februar aus China zurückgekehrt war. Der Gesundheitszustand beider Patienten sei nicht besorgniserregend, so der Gesundheitsdirektor. Sie würden in Kliniken behandelt.

In Frankreich hatte es bisher einen Covid-19-Todesfall gegeben - Mitte Februar war ein 80 Jahre alter chinesischer Tourist gestorben. Elf Menschen galten als geheilt. Mit den neuen Fällen steigt die Zahl der insgesamt in Frankreich gemeldeten Infektionen auf 14.

+++ 25.02.2020: Spahn: Keine Reisebeschränkungen in Europa +++

 

Grenzüberschreitende Reisesperren sind nach Ansicht mehrerer europäischer Staaten auch angesichts des Coronavirus-Ausbruchs in Italien keine angemessene Antwort. Das sagte der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn am Dienstag in Rom nach einem Krisentreffen. "Wir sind gemeinsam der Meinung, dass zu diesem Zeitpunkt, jetzt, Reisebeschränkungen oder gar das Schließen von Grenzen keine angemessene, verhältnismäßige Maßnahme wäre", erläuterte der CDU-Politiker. Auch über größere Veranstaltungen solle nicht generell, sondern im Einzelfall entschieden werden.

Die Gesundheitsminister aus Italien, Deutschland, Österreich, Slowenien, Frankreich, Kroatien und der Schweiz hatten gemeinsam in Rom über die Lage beraten. Spahn hatte am Montag gesagt, ein Virus mache an Landesgrenzen nicht halt.

+++ 25.02.2020: Coronavirus: Säbel-Weltcup von Italien nach Deutschland verlegt +++

Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hat zur Verlegung eines weiteren Sportereignisses geführt. Der vom 6. bis 8. März im italienischen Padua geplante Säbel-Weltcup wird in Tauberbischofsheim ausgetragen. Das teilte der Deutsche Fechter-Bund am Dienstag mit. Das olympische Qualifikationsturnier sei «zum jetzigen Zeitpunkt in Italien nicht realisierbar», hieß es in der Mitteilung des nationalen Verbandes.

Für das deutsche Quartett von Bundestrainer Vilmos Szabo geht es noch um die letzten Punkte für Olympia im Sommer in Tokio. Bei noch zwei ausstehenden Weltcups haben die Deutschen als Vierter der Gesamtwertung gute Aussichten. Zuvor waren Veranstaltungen wie die Tischtennis-WM in Südkorea abgesagt worden. In Italien wird aus Sorge vor der Lungenkrankheit das Europa-League-Spiel von Inter Mailand gegen Ludogorets Rasgrad vor leeren Rängen stattfinden. Am Wochenende waren vier Serie-A-Partien abgesagt worden. Der Deutschland-Achter verlegte sein Trainingslager von Italien nach Portugal.

+++ 25.02.2020: 10 Tote in Italien! Bestätigte Coronavirus-Fälle in Österreich und der Schweiz +++

Die Zahl der Toten und Infizierten mit dem neuen Coronavirus steigt in Italien weiter an. Mittlerweile seien 322 Menschen angesteckt, davon seien zehn gestorben, sagte Zivilschutzchef Angelo Borrelli am Dienstag in Rom.

In der Schweiz ist am Dienstag erstmals eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Das teilte das Bundesamt für Gesundheit mit. Nähere Informationen kündigte das Amt für den späten Nachmittag an. Der Fall ereignete sich im Kanton Tessin. Am Montag hatte Innenminister Alain Berset gesagt, das Land sei gut vorbereitet. Maßnahmen wie Reisebeschränkungen wurden nicht ergriffen. Der Kanton Tessin ragt in die italienische Lombardei hinein, wo mehrere Fälle aufgetreten sind.

Mittlerweile haben sich auch die zwei Verdachtsfälle in Tirol bestätigt. In dem österreichischen Bundesland haben sich zwei Menschen mit dem Coronavirus infiziert, erklärte Landeschef Günther Platter gegenüber der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

+++ 25.02.2020: Spanisches Urlaubs-Hotel unter Quarantäne gestellt +++

Auf der spanischen Urlaubsinsel Teneriffa ist nach einem bestätigten Coronavirus-Fall ein großes Hotel unter Quarantäne gestellt worden. Rund 1000 Touristen seien in dem Ort Adeje im Südwesten der Kanareninsel von der Maßnahme betroffen, berichtete das spanische Fernsehen am Dienstag. Das Hotel werde von der Polizei bewacht, bis alle Menschen darin getestet worden seien, so die Zeitung "El Mundo". Ob sich auch Deutsche in dem Hotel aufhalten, war zunächst unklar.

Zuvor war ein Besucher aus Italien positiv auf das neue Virus getestet worden, wie das spanische Gesundheitsministerium mitteilte. Bei dem Mann handelt es sich den Angaben zufolge um einen 69-Jährigen aus der Lombardei. Die Region ist das im Moment am stärksten von dem Virus betroffene Gebiet in Norditalien.

Der Mann, der mit seiner Ehefrau Urlaub auf Teneriffa gemacht habe, liege jetzt isoliert im Krankenhaus Nuestra Señora de Candelaria auf der Insel. Nach dem ersten Sars-CoV-2-Schnelltest würden noch die Ergebnisse eines zweiten Tests erwartet, hieß es.

Es handelt sich um den dritten Coronavirus-Fall in Spanien. Zuvor war bereits ein Deutscher auf der Kanareninsel La Gomera positiv getestet worden. Der Mann ist inzwischen bereits entlassen. Auch auf Mallorca war vor wenigen Wochen ein Brite positiv getestet worden.

+++ 25.02.2020: Italien-Urlaub absagen - Experte sieht kostenloses Rücktrittsrecht für Pauschalreisende +++

Pauschalreisen in die vom Covid-19-Ausbruch betroffenen Gebiete in Norditalien lassen sich nach Ansicht der Reiserechtsexperten Paul Degott aus Hannover ohne Gebühren stornieren: Betroffene hätten ein kostenloses Rücktrittsrecht wegen der außerordentlichen Umstände, erklärt Degott. Der Veranstalter zahle dann den Reisepreis zurück.

Spanien, Teneriffa: Ein Polizist setzt eine Sperre, die den Zugang zum Hotel H10 Costa Adeje Palace auf Teneriffa blockiert. Nach einem bestätigten Coronavirus-Fall ist das Hotel unter Quarantäne gestellt worden.

Spanien, Teneriffa: Ein Polizist setzt eine Sperre, die den Zugang zum Hotel H10 Costa Adeje Palace auf Teneriffa blockiert. Nach einem bestätigten Coronavirus-Fall ist das Hotel unter Quarantäne gestellt worden. Bild: picture alliance/AP/dpa

Norditalien ist nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) aber eher kein Ziel für Pauschalreiseveranstalter. Stattdessen wird das Land verstärkt von Reisenden besucht, die Leistungen wie Anreise und Hotel individuell buchen. Gleichwohl seien auch die Veranstalter über den DRV in engem Kontakt mit dem Auswärtigen Amt und mit dem Robert Koch-Institut, sagte eine Sprecherin: "Wir schauen uns die Situation sehr genau an." Wer seine Italien-Reise über einen Veranstalter gebucht habe, sollte sich im Zweifel mit diesem in Verbindung setzen.

+++ 25.02.2020: Italien-Urlaub absagen Individualreisende: Hoffen auf Kulanz +++

Wer einen Flug nach Norditalien und ein Hotel dagegen einzeln gebucht hat, hat es nicht so leicht mit der Erstattung: "Dann werde ich in der Tat das Problem haben, dass mir die Fluggesellschaft allenfalls noch die Steuern und Gebühren zurückzahlt, die dann nicht anfallen, wenn ich nicht fliege", erklärt Degott. Aber: "Erfahrungsgemäß sind die Fluggesellschaften nicht furchtbar zahlungswillig." Man müsse sicher Briefe schreiben und streiten, um das Geld zurückzubekommen.

Was die Stornierung von Unterkünften in der von Covid-19 betroffenen Region angeht, so gilt italienisches Recht. Ob man da das Geld wiedersieht, könne man nicht absehen, so Degott. Im Zweifel müssen Individualurlauber, anders als Pauschalreisende, auf Kulanz hoffen.

+++ 25.02.2020: Zugreisende - Bahngesellschaften stellen Voucher aus +++

Zugtickets in Italien werden derzeit kostenlos erstattet, wenn Reisende ihre Fahrt wegen des Covid-19-Ausbruchs nicht antreten wollen. Das teilten die italienischen Bahnunternehmen mit.

Trenitalia wird nach eigenen Angaben Zugfahrten unabhängig vom Tarif komplett erstatten, wenn Reisen wegen des neuartigen Coronavirus' abgesagt werden. Wer ein Ticket für einen Hochgeschwindigkeits- oder Fernzug gebucht hat, erhalte ein Voucher mit einem Jahr Gültigkeit. Wer einen Regionalzug gebucht hat, bekommt eine Erstattung in bar.

Der Schnellzug-Anbieter Italo bietet laut eigener Aussage Vouchers für alle Reisen aus den und in die betroffenen Regionen im Norden Italiens an. Sie haben eine Gültigkeit bis Ende Juli.

In Norditalien hat sich der Virus Sars-CoV-2 stark verbreitet, der die Lungenkrankheit Covid-19 verursacht. In der besonders betroffenen Region Lombardei wurden zehn Gemeinden in der Provinz Lodi zu Sperrzonen erklärt: Sicherheitskräfte kontrollieren dort, wer rein und wer raus darf. In Venetien wurde die Gemeinde Vo abgeriegelt. Schulen, Universitäten und Museen blieben geschlossen. Auch der Karneval von Venedig, der bis Dienstag gehen sollte, ist abgesagt.

Und was passiert, wenn bei einem Urlauber in Italien ein Verdacht besteht, von dem neuartigen Coronavirus betroffen zu sein? "Dann werden die örtlichen Behörden für mich entscheiden, was mit mir geschieht, ob ich in Quarantäne komme oder nicht", sagt Degott.

+++ 25.02.2020: Worauf Italien-Urlauber achten sollten +++

"Unsere Botschaft und die deutschen Konsulate in Italien stehen mit den italienischen Behörden in Kontakt für den Fall, dass die italienischen Maßnahmen Deutsche betreffen", hieß es aus dem Auswärtigen Amt in Berlin. Rückkehrern aus den betroffenen Regionen in Norditalien wird empfohlen, sich an die entsprechenden Hinweise des Robert Koch-Instituts und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf deren Internetseiten zu halten.

Vom Robert Koch-Institut hieß es, Reisenden aus italienischen Regionen mit Erkrankungsfällen, die innerhalb von 14 Tagen nach Rückreise Fieber, Husten oder Atemnot entwickeln, sollten unter Hinweis auf die Reise einen Arzt aufsuchen. Nach Möglichkeit sollten diese Menschen zu Hause bleiben, beim Husten und Niesen Abstand halten oder sich wegdrehen und sich die Armbeuge oder ein Taschentuch, das sie sofort entsorgen, vor Mund und Nase halten. Auch die Hände regelmäßig gründlich mit Seife zu waschen, wird empfohlen.

+++ 25.02.2020: Nach Börsenrutsch: Dax stabilisiert sich +++

Nach dem Rutsch um zeitweise fast 600 Punkte zum Wochenstart versucht der Dax am Dienstag eine Stabilisierung. Der Dax, der am Montag ohne Gewinner geblieben war, erholte sich im frühen Handel um 0,65 Prozent auf 13 119,73 Punkte. Die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie bleibt jedoch allgegenwärtig.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Börsenwerte stieg um 0,86 Prozent auf 28 125,13 Punkte und der EuroStoxx 50 als Leitbarometer der Eurozone legte um gut ein halbes Prozent zu.

Börsianer sprechen von einer reinen Gegenbewegung nach dem Ausverkauf. Gerade die Coronavirus-Lage in Italien kann die Anleger jederzeit wieder in die Defensive treiben. Am Dienstagnachmittag trifft sich Gesundheitsminister Jens Spahn in Rom mit Amtskollegen aus Italien, Österreich, Slowenien, der Schweiz, Kroatien, Frankreich und EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Erwartet wird, dass die Minister beraten, wie sie auf die Ausbreitung von Sars-CoV-2 reagieren.

+++ 25.02.2020: Fußball zu Corona-Zeiten - Italien erlaubt Spiele ohne Fans +++

Italiens Sportminister Vincenzo Spadafora hat der ersten Fußballliga Begegnungen ohne Zuschauer-Beteiligungen in den vom neuartigen Coronavirus betroffenen Regionen zugesagt. Die Regierung habe den Ausschluss des Publikums gebilligt, teilte Spadafora nach einer Sitzung des Ministerrats laut Nachrichtenagentur Ansa am Montagabend mit. Welche Liga-Partien von der Maßnahme am kommenden Wochenende betroffen sind, sagte der Minister zunächst nicht.

Die Regierung kam damit einer Bitte des Präsidenten der Serie A, Paolo Dal Pino, nach. Er hatte am Montag in einem Brief an die Regierung gefordert, die Liga-Partien in den vom Coronavirus betroffenen Gebieten nicht auszusetzen. Dies sei nötig, um den Liga-Spielplan bis zum Beginn der Europameisterschaft im Juni einzuhalten, hieß es.

Passanten in Mailand tragen Mundschutz und gehen in eine U-Bahn-Station vor der Kathedrale.

Passanten in Mailand tragen Mundschutz und gehen in eine U-Bahn-Station vor der Kathedrale. Bild: Daniele Mascolo/XinHua/dpa

Am Dienstag wurde zudem bekannt, dass die Europa-League-Begegnung zwischen Inter Mailand und dem bulgarischen Meister Ludogorets Rasgrad an diesem Donnerstag ebenfalls vor leeren Rängen ausgetragen wird. Mailand liegt in der vom Coronavirus besonders betroffenen Region Lombardei. Italien ist aktuell mit Abstand das Land mit den meisten erfassten Corona-Fällen in Europa.

+++ 25.02.2020: Schweden besorgt wegen Corona-Entwicklung in Europa +++

Die liberale schwedische Tageszeitung "Dagens Nyheter" (Stockholm) kommentiert am Dienstag den Ausbruch des neuartigen Coronavirus und das Vorgehen Chinas:

"Der Ausbruch in Italien weckt natürlich besondere Unruhe hier in Schweden. Der geografische Abstand zur Krankheit ist geschrumpft. Die vorderste Quelle der Unruhe bleibt aber China. Das gilt sowohl für die Epidemie als auch für deren Wirkungen auf die Ökonomie. Es wird immer deutlicher, dass die Kommunistische Partei versucht, das neue Coronavirus in aller Stille zu handhaben. Wahrscheinlich hat das die Reaktion verzögert und den Ausbruch verschlimmert. Es ist zudem zum Verzweifeln schwierig einzuschätzen, wie die Lage in China jetzt aussieht; Beiträge in sozialen Medien werden unter anderem zensiert. Man hört nur eine Stimme - und der kann man nicht trauen. Aus diesen Gründen ist es auch schwer zu bewerten, wie es um die Gesundheit der chinesischen Wirtschaft steht. In einer globalisierten Welt besteht das Risiko, dass die Effekte weit über Chinas Grenzen hinaus zu spüren sind."

+++ 24.02.2020: 6 Tote bei Coronavirus-Ausbruch in Italien +++

Die Zahl der Toten bei einem Coronavirus-Ausbruch in Italien steigt weiter. Mittlerweile kamen sechs Menschen ums Leben, fünf davon in der Lombardei, wie der Gesundheitsbeauftragte der norditalienischen Region am Montag mitteilte. Bei den Toten handle es sich um ältere Menschen. Die Lombardei ist die am stärksten betroffene Region in Italien.

+++ 24.02.2020: Coronavirus belastet Wirtschaft +++

Die Ausbreitung des Coronavirus in Italien hat am Montag die Aktien von Fluggesellschaften und Logistikkonzernen unter Druck gesetzt. Lufthansa, Air France-KLM und IAG büßten jeweils rund sieben Prozent ein. Die Papiere der international tätigen Logistikanbieter Deutsche Post, A.P. Moeller-Maersk und Kühne & Nagel verloren zwischen 4,6 und 5,2 Prozent.

Die Anzahl der Infizierten ist in Italien übers Wochenende deutlich gestiegen. Zudem ist in China die Zahl der Toten durch das Virus sprunghaft angestiegen, auch Südkorea ist zunehmend betroffen.

"Klar ist, dass die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Epidemie erheblich sein werden", schrieb Analyst Michael Bissinger von der DZ Bank. Es sei nicht auszuschließen, dass sich die Infektion über China hinaus ausbreite und in eine Pandemie münde. In Fernost seien die wirtschaftlichen Schäden durch Produktionsausfälle in Fabriken, die Störung von Lieferketten, eingeschränkte Konsummöglichkeiten sowie die Ausfälle im Reiseverkehr schon jetzt beträchtlich.

+++ 24.02.2020: Coronavirus töten 12 Menschen im Iran +++

Die Zahl der gemeldeten Covid-19-Opfer im Iran ist auf 12 gestiegen. Das bestätigte Gesundheitsminister Saeid Namaki am Montag. Nach Angaben des Nachrichtenportals Khabar-Online sind insgesamt 47 Menschen positiv auf das Virus getestet worden. Dies bestätigte das Ministerium nicht.

Im Nachbarland Afghanistan wurde am Montag der erste Fall einer Erkrankung bestätigt. Er sei in der Provinz Herat im Westen des Landes aufgetreten, wie Gesundheitsminister Firusuddin Firus in einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz sagte. Herat grenzt an den Iran. Firus riet seinen Landsleuten dringend, nicht nach Herat oder aus Herat in andere Landesteile zu reisen. Afghanistan hat vorübergehend seine Grenze zum Iran geschlossen.

Auch die beiden Staaten Bahrain und Kuwait auf der Arabischen Halbinsel bestätigten am Montag erste Fälle des Coronavirus. Das Gesundheitsministerium in Kuwait teilte mit, dass bei drei Menschen, die aus der iranischen Stadt Maschhad nach Kuwait zurückgekehrt seien, das Virus nachgewiesen worden sei. Auch bei dem Fall aus Bahrain handele es sich um eine Person, die aus dem Iran ins Land gekommen sei, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur BNA.

Die Türkei hatte bereits am Sonntag ihre Grenzübergänge zum Iran geschlossen, um eine Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 zu verhindern. Zudem dürften von 20 Uhr Ortszeit (18 Uhr MEZ) an keine Flüge aus dem Iran mehr in der Türkei landen, sagte Gesundheitsminister Fahrettin Koca. Dies gelte "vorübergehend". In der Türkei selbst ist bislang kein Fall gemeldet worden.

+++ 24.02.2020: Keine weiteren Einschränkungen im Zugverkehr +++

Nach der kurzzeitigen Unterbrechung des Zugverkehrs über den Brenner gibt es laut den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) keine Einschränkungen mehr auf der Strecke. Wegen des Verdachts auf das Coronavirus war am Sonntagabend ein Zug von Venedig nach München gestoppt worden. Der Eurocity konnte um kurz vor Mitternacht weiterfahren, nachdem Entwarnung gegeben wurde.

Der Verkehr auf der Strecke zwischen Deutschland und Italien sollte nun wieder nach Plan laufen, wie ein ÖBB-Sprecher am Montagmorgen sagte. Auch die Deutsche Bahn ging davon aus, dass der Zugverkehr mit Italien am Montag planmäßig verläuft.

+++ 23.02.2020: Dritter Todesfall in Italien nach Coronavirus-Ausbruch +++

In Italien gibt es nach dem Coronavirus-Ausbruch ein drittes Todesopfer. Eine ältere, vorerkrankte Frau sei gestorben, die in der Klinik von Crema in der Onkologie gelegen habe, sagte der Gesundheitsbeauftragte der Region Lombardei, Giulio Gallera, am Sonntag. Zuvor waren in Italien zwei ältere Menschen gestorben, die mit dem Virus infiziert waren: eine Person in der Lombardei und eine in Venetien.

+++ 23.02.2020: Coronavirus: Auswärtiges Amt in Kontakt mit italienischen Behörden +++

Nach der Abriegelung einiger italienischer Städte wegen des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 hat sich die Bundesregierung mit den dortigen Behörden in Verbindung gesetzt. "Unsere Botschaft und die deutschen Konsulate in Italien stehen mit den italienischen Behörden in Kontakt für den Fall, dass die italienischen Maßnahmen Deutsche betreffen", hieß es am Sonntag aus dem Auswärtigen Amt in Berlin. Rückkehrern aus den betroffenen Regionen in Norditalien wurde empfohlen, sich an die entsprechenden Hinweise des Robert Koch-Instituts und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf deren Internetseiten zu halten.

Ungeachtet drastischer Maßnahmen zur Eindämmung ist die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus in Italien unvermindert gestiegen. Bis zum Sonntagnachmittag waren bereits mehr als 130 Sars-CoV-2-Fälle erfasst. Allein in der Lombardei waren rund 90 Infektionen nachgewiesen. Zahlreiche Veranstaltungen wurden vorsorglich abgesagt.

Um die weitere Ausbreitung im wirtschaftlich wichtigen Norden des Landes zu unterbinden, werden die am stärksten betroffenen Städte abgeriegelt. Betroffen ist die Provinz Lodi (Lombardei) rund 60 Kilometer südöstlich der Metropole Mailand, wo rund 50.000 Menschen leben, sowie die Stadt Vo in der Provinz Padua (Venetien) mit rund 3000 Einwohnern.

+++ 23.02.2020: Weiterer "Diamond Princess"-Passagier tot +++

Ein weiterer mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 infizierter Passagier von Bord des Kreuzfahrtschiffes "Diamond Princess" in Japan ist gestorben. Das berichtete der japanische Fernsehsender NHK am Sonntagabend (Ortszeit) unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. Der Japaner in seinen 80ern war positiv getestet und in ein Krankenhaus gebracht worden, wo er verstarb. Es ist der dritte Todesfall unter den Passagieren des Schiffes.

Insgesamt hatten sich mehr als 600 Passagiere und Crewmitglieder mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, darunter auch ein deutsches Ehepaar. Die von der Regierung in Tokio angeordnete, inzwischen aufgehobene zweiwöchige Quarantäne auf dem Schiff war von einigen Experten als unzureichend kritisiert worden.

Bei einer zunächst negativ auf das neue Coronavirus getesteten japanischen Passagierin des Kreuzfahrtschiffs war nachträglich das Virus Sars-CoV-2 festgestellt worden. Die japanische Regierung hatte der Frau in ihren 60ern erlaubt, die "Diamond Princess" nach Ende der Quarantäne zusammen mit Hunderten anderen negativ getesteten Passagieren am Mittwoch zu verlassen. Sie durften mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause fahren, was auf Unverständnis stieß. Zudem hatte es das Gesundheitsministerium bei 23 Passagieren versäumt, vor ihrer Ausschiffung die nötigen Tests auf das Virus vorzunehmen.

+++ 23.02.2020:Regionalpräsident: Karneval in Venedig wegen Coronavirus abgesagt +++

Der berühmte Karneval in Venedig wird aus Sorge wegen der Ausbreitung des Coronavirus im Norden Italiens abgesagt. Das teilte der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, am Sonntag mit.

"Wir müssen uns drastischen Maßnahmen anpassen", sagte Zaia Reportern in der Region Venetien. Dazu zähle die Absage des Venezianischen Karnevals "und sogar noch mehr". Nach Angaben des Regierungschefs der nordöstlichen Region ist die Zahl der mit dem Virus Sars-CoV-2 Infizierten auf 19 gestiegen. Darunter seien nun auch zwei ältere Personen, die direkt in der Lagunenstadt Venedig im Krankenhaus seien. Insgesamt lag die Zahl der bestätigten Infektionsfälle in Italien am Sonntag bereits bei mehr als 100.

Die eigentlich bis Dienstag stattfindenden Feste und Umzüge des Karnevals von Venedig gehören zu den größten und berühmtesten Veranstaltungen des weltweiten Narrentreibens.

+++ 23.02.2020: Coronavirus in Italien: Infiziertenzahl steigt auf mehr als 100+++

In Italien ist die Zahl bestätigter Infektionen mit dem neuartigen Virus Sars-CoV-2 auf 109 gestiegen. In der Lombardei seien inzwischen 89 Fälle erfasst, sagte der Präsident der am stärksten betroffenen Region, Attilio Fontana, dem Sender SkyTG24 am Sonntag. Betroffen war daneben die norditalienische Region Venetien, wo es laut letzten Zahlen des italienischen Zivilschutzes 17 Infizierte gab. Hinzu kamen einzelne positive Tests in den Regionen Emilia-Romagna und Piemont.

Mitgezählt sind auch die beiden Toten, eine 77-jährige Frau in der Lombardei und ein 78-jährigen Mann in Venetien. Italiens Vize-Gesundheitsminister Pierpaolo Sileri sagte dem Sender SkyTG24, er gehe von weiter steigenden Fallzahlen aus. "Es ist klar, dass wir mehr Fälle haben werden." Er hoffe allerdings, dass sie räumlich beschränkt blieben.

Im Versuch, die weitere Ausbreitung des Virus zumindest einzudämmen, hat die italienische Regierung rund ein dutzend Städte in den Zentren des Ausbruchs abgeriegelt. Maßgeblich davon betroffen ist die Provinz Lodi (Lombardei) rund 60 Kilometer südöstlich der Metropole Mailand, wo rund 50 000 Menschen leben, sowie die Stadt Vo in der Provinz Padua (Venetien) mit rund 3000 Einwohnern, in der der 78-Jährige gestorben war.

Menschen in Mailand tragen Mundschutz, um sich vor einer Infektion mit dem neuartigen Corona-Virus zu schützen.

Menschen in Mailand tragen Mundschutz, um sich vor einer Infektion mit dem neuartigen Corona-Virus zu schützen. Bild: Daniele Mascolo/XinHua/dpa

+++ 23.02.2020: Italien will mit Coronavirus betroffene Städte abriegeln +++

Die italienische Regierung will die Ausbreitung des Coronavirus im Norden des Landes stoppen und die am stärksten betroffenen Städte abriegeln. Das teilte die Regierung in Rom am Samstagabend mit. In Italien waren zuvor 76 Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 erfasst worden, zwei Menschen sollen daran gestorben sein.Damit ist Italien das europäische Land mit den weitaus meisten erfassten Sars-CoV-2-Infizierten. In Deutschland wurden bisher 16 Fälle gemeldet, in Frankreich zwölf, darunter ein Todesfall.

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