21.09.2019, 07.42 Uhr

Welt-Alzheimertag 2019: Schock-Diagnose! DIESE Promis leiden an der Krankheit

Alzheimer in Deutschland und weltweit: Eine unaufhaltbare Krankheit - bislang.

Alzheimer in Deutschland und weltweit: Eine unaufhaltbare Krankheit - bislang. Bild: Britta Pedersen/dpa

Demenz, der Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit, zählt zu den häufigsten Erkrankungen im Alter. Heilungsmöglichkeiten gibt es bisher nicht, die Ursachen sind nicht hinreichend erforscht. Rund 1,6 Millionen Menschen sind in Deutschland nach Auskunft der Deutschen Alzheimer Gesellschaft an Demenz erkrankt.

Etwa zwei Drittel davon haben eine Demenz des Typs Alzheimer, ein Drittel der Fälle geht auf Gefäßerkrankungen zurück. Das Risiko steigt mit dem Alter, mit 90 ist bereits jeder Dritte betroffen. Experten gehen davon aus, dass sich die Zahl der Betroffenen auch angesichts der steigenden Lebenserwartung bis 2050 verdoppeln könnte.

Rudi Assauer, Gerd Müller, Gunter Sachs: Zahlreiche Prominente hatten Alzheimer oder Demenz

Volksschauspielerin Heidi Kabel hatte Alzheimer, der Historiker Walter Jens und der frühere US-Präsident Ronald Reagan auch. Er informierte die Öffentlichkeit 1994 sogar in einem persönlichen Brief über die Diagnose. Der frühere Fußball-Manager Rudi Assauer machte seine Erkrankung öffentlich. 2015 wurde bekannt, dass auch der Ex-Bayern-Profi Gerd Müller an Demenz leidet. Besonders tragisch ist der Fall des toten Playboys Gunter Sachs: Mit 78 Jahren erschoss er sich, nachdem ihm die Diagnose Alzheimer offenbart worden war. In einem Abschiedsbrief sprach er von einer "ausweglosen Krankheit" und seiner Angst vor ihr.

Weltweit leiden über 35 Millionen Menschen an der unheilbaren Krankheit, die Hirnzellen absterben lässt, das Gedächtnis zerstört und das Wesen verändert. Und die Zahl der Betroffenen wächst rasant.

Alzheimer unterscheidet keine Länder und keinen sozialen Status

Die degenerative Erkrankung stellt für die Betroffenen einen massiven Einschnitt in ihrem Leben dar. Zwar gebit es verschiedene Theorien dazu, wie Alzheimer vorgebeugt werden kann, doch letztendlich ist die Krankheit noch nicht ausreichend erforscht um hilfreiche Tipps zu geben. Das musste auch der amerikanische Schauspieler Charlton Heston erfahren. Der Schauspieler und Waffenrechtler verstarb 2008, nachdem er 2002 gesundheitsbedingt seine letzte Rolle spielte.

Auch Harald Juhnke erlag einer alkoholbedingten Form von Alzheimer. 2005 verstarb er, nachdem sein Gedächtnis zunehmend schlechter wurde. Dieser Fall zeigt, wie vielfältig die Krankheit auftreten kann.

Häufigste Form von Alzheimer ist die Demenz

"Leider ist unsere Gesellschaft aber nicht gut gerüstet für das gewaltige Ausmaß und die wachsende Dimension des Problems", sagt der renommierte Kölner Neurologe Prof. Gereon Fink. Wissenschaftler rechnen mit 115 Millionen Demenzkranken bis zum Jahr 2050. In Deutschland leiden 1,2 Millionen Menschen an Demenz, deren häufigste Form Alzheimer ist. Jährlich erkranken bis zu 250.000 Menschen neu.

Fakten zur Alzheimer-Krankheit
Alzheimer
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"Beim Thema Demenz werden wir in Deutschland noch viel mehr tun müssen. Das ist die größte Herausforderung, vor der wir stehen", sagt auch Maria Hanisch, Pflege-Expertin des Wohlfahrtsverbandes Caritas in Köln. "Im stationären Pflegebereich treffen Sie fast nur noch auf Demente." Medikamente können nicht heilen, aber manchmal helfen, dass die Krankheit erst später ausbricht und der Betroffene länger "alltagstauglich" bleibt. Die Antidementiva helfen jedoch nur bei früher Diagnose.

Und genau daran hapert es oft: "Meine Mutter ist nachts ohne Schlüssel aus dem Haus gegangen, hat keine Lebensmittel mehr gekauft, dafür immer wieder dasselbe Putzmittel. Sie war desorientiert. Trotzdem hat es ewig gedauert, bis wir die klare Diagnose Demenz hatten", erzählt ihre Tochter Sabine Stein.

Symptome von Demenz und Alzheimer: Diese Anzeichen sollten Sie ernst nehmen

Demenz lässt unaufhaltsam immer mehr Hirnzellen absterben. Erinnerungen werden ausgelöscht, die Persönlichkeit verändert sich. Die Kranken finden sich zeitlich und räumlich nicht mehr zurecht. Sie werden inaktiv, hilflos und brauchen rund um die Uhr Betreuung. Demenzkranke können nicht mehr auf früheres Wissen zurückgreifen, viel Erlerntes verschwindet einfach - auch die eigene Biografie. Sie wissen am Ende nicht mehr, wer sie sind, erkennen ihre Liebsten nicht mehr. Neues überfordert die Kranken, die auch aggressiv werden können.

Symptome, Ursachen und Therapie
Alzheimer - Die häufigste Form der Demenz
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Für Angehörige ist das eine harte Belastung, weiß Sabine Jansen von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG): "Nach Schätzungen werden rund 60 Prozent der Demenzkranken zu Hause gepflegt, manchmal jahrelang. Das ist so kräftezehrend für die Angehörigen, dass sie oft selbst erkranken." Doch für viele Angehörige ist das Heim keine gute Alternative. Bei der ambulanten Pflege und in den Heimen gebe es Defizite: "Man erwartet Leute, die sich auskennen mit dem Krankheitsbild, aber das ist leider von der Ausbildung her oft nicht gegeben", sagt die DAlzG-Geschäftsführerin.

Diagnose Demenz: Was tun?

 

Einen Ausweg bieten Wohngemeinschaften für Demenzkranke. Diese WGs sind beliebt, weil sie dem eigenen häuslichen Wohnumfeld ähneln. Dennoch handele es sich erst um ein "zartes Pflänzchen", der Bedarf sei riesig, erklärt Hanisch. Sabine Stein konnte ihre Mutter in einer solchen Demenz-WG in Köln unterbringen. Dort hat sie ihr eigenes Zimmer und ihre eigenen Möbel. "Es ist immer jemand da, der aufpasst. Auch nachts. Es ist die beste Alternativen zum eigenen Zuhause."

Und das Zusammenleben bringt deutliche Vorteile: "Vor dem Umzug in die WG war meine Mutter ganz verstummt, jetzt erhält sie Impulse, wird aktiviert. Wenn sie Kartoffeln schälen will oder bügeln, dann darf sie das und dann tut sie das. Priorität haben die speziellen Bedürfnisse der Dementen."

Vorsorge: Ursachen von Demenz und Alzheimer richtig bekämpfen

Da es keine Heilung gibt, ist Vorbeugung umso wichtiger: "Viele Studien haben belegt, dass ein hohes Bildungsniveau schützt, eine rege geistige Aktivität", erklärt Fink. Diabetes und Fettstoffwechsel-Erkrankungen gelten als Risikofaktoren. Und: "Regelmäßiger Sport und Bewegung ist ganz wichtig zur Vorbeugung."

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lid/sam/news.de/dpa