10.05.2015, 09.00 Uhr

So gefährlich sind Mücken!: Darum zieht es tropische Mücken nach Deutschland

Klimawandel macht Deutschland attraktiv für Mücken

Durch den Klimawandel und die immer milderen Winter können die Blutsauger auch in unseren Gefilden überleben. Nach Berechnungen von Wissenschaftlern des Senckenberg-Forschungszentrums in Frankfurt droht aufgrund des gemäßigten Klimas auch eine Verbreitung im nördlichen Nordrhein-Westfalen, Südhessen und dem Saarland.

Tropische Mückenarten überleben auch harte Winter

Die Idealbedingungen für exotische Mücken, wie der Asiatischen Buschmücke, sind mindestens 70 Prozent Luftfeuchtigkeit sowie eine Raumtemperatur von 24 Grad. Aber auch niedrigere Temperaturen stecken die fliegenden Insekten weg: Ihre Eier überleben in Japan auch bei bis zu minus 20 Grad.

Während die surrenden Plagegeister kein Problem mit winterlicher Kälte haben, geht es den Viren und Parasiten, die sie in sich tragen können, anders. Da die übertragbaren Viren bei zu niedrigen Temperaturen absterben, sei laut Norbert Becker, wissenschaftlicher Direktor der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage, von einer nur geringen Gefahr auszugehen.

Auch interessant: Anti-Mückenmittel im Test: Die fiesen Blutsauger gekonnt ausstechen.

Mücken als Überträger von Parasiten: Hirnhautentzündung möglich

Aber nicht nur tropische Arten machen den Wissenschaftlern Sorgen: Auch die Culex pipiens, die gemeine Hausmücke, vermehrt sich in jedem Jahr mehr. Und diese kann nicht nur unseren Vierbeinern, sondern auch uns gefährlich werden. Bereits 2013 konnten Forscher aus Brandenburg Larven des Hundehautwurms (Dirofillaria repens) in Stechmücken nachweisen. Stechen die Mücken ein bereits infiziertes Tier, nehmen sie die Larven als Zwischenwirt auf und können diesen an den Menschen weitergeben.

Betroffen vom anschließenden Juckreiz und den Schwellungen sind dabei laut der "Bild-Zeitung" vor allem Arme, Augen, Lunge, Brust und der Genitalbereich. Meist stirbt der Parasit ab und ist wenig gefährlich, da es sich beim Menschen um einen Fehlwirt handelt. In seltenen Fällen kann es aber auch zu Hirnhautentzündungen kommen. Schutz gibt es kaum. "Man kann nur versuchen, zu verhindern, dass man überhaupt gestochen wird", erklärt Prof. Egbert Tannich vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin gegenüber der "Bild".

Lesen Sie auch: Urlaubssouvenirs: Tückischer Durchfall und tödliche Mückenstiche.

Mücken-Forscher arbeiten an einer Lösung

Verschiedene Forscherteams arbeiten nun an Möglichkeiten, Mücken vom Menschen fernzuhalten. So sei der Geruchssinn zweier Mückenarten bereits so manipuliert worden, dass die Tiere den Menschen nicht mehr riechen können. Ein anderes Team arbeite an einer Art chemischen Tarnkappe, welche die Riechzellen der Mücken blockiert. Der Duft der menschlichen Haut und des ausgeatmeten Kohlendioxids kann dann nicht mehr wahrgenommen werden.

Wann genau eine Möglichkeit gefunden wird, die juckenden Stiche der Mücken zu umgehen, steht bisher noch in den Sternen. Panik sollte man laut Professor Sven Klimpel vom Senckenberg-Forschungszentrum jedoch nicht entwickeln. Gegenüber "n-tv.de" gab er zu, dass das Übertragungspotenzial in Europa bisher nur im Labor, nicht im Freiland nachgewiesen wurde.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

abu/zij/news.de
Seiten: 12
Fotostrecke

Stechende Mittel gegen Plagegeister