15.09.2013, 08.08 Uhr

Sex nach Herzinfarkt: Nur keine Hektik im Bett!

Sex nach einem Herzinfarkt ist kein Tabu - es kommt jedoch auf die richtige Stellung an.

Sex nach einem Herzinfarkt ist kein Tabu - es kommt jedoch auf die richtige Stellung an. Bild: iStock

Von news.de-Redakteurin Claudia Löwe

Mehr als 300.000 Myokardinfarkte und 280.000 Schlaganfälle pro Jahr zählt die Statistik – damit gehören die Notfälle zu den am häufigsten vom Notarzt behandelten Erkrankungen. Ist ein Infarkt oder Schlaganfall erst überstanden, müssen die Betroffenen ihr Leben meist komplett umkrempeln. Doch gesunde Ernährung, weniger Stress oder der Verzicht aufs Rauchen sind nicht alles. Wer nach einem Herzinfarkt sein Sexleben reanimieren möchte, sollte ebenfalls einige Dinge beachten.

Die Scham, über Sex zu sprechen

Viele Patienten, die einen Herzinfarkt oder Schlaganfall überstanden haben, scheuen sich, mit ihrem Arzt über Sex zu sprechen oder langsam wieder den Schritt in Richtung Sex zu gehen. Meist ist die Angst zu groß, die körperliche Anstrengung beim Geschlechtsverkehr könnte erneute gesundheitliche Probleme hervorrufen – dabei ist die Angst unbegründet, wenn die passenden Stellungen und das richtige Tempo beim Sex gewählt werden.

So ist es einem Bericht der britischen «Daily Mail» zufolge weniger risikobehaftet, das Sexleben zunächst langsam wieder in Schwung zu bringen. Ein neuer Leitfaden, der in der Zeitschrift «Circulation» der American Heart Association und im «European Heart Journal» veröffentlicht wurde, soll behandelnden Ärzten helfen, die Fragen ihrer Patienten besser beantworten zu können. Bislang herrschte unter Medizinern nämlich Uneinigkeit, was den richtigen Zeitpunkt für Sex nach einer Herz-Kreislauf-Erkrankung betrifft.

Eine Woche bis zum Tag Sex

Macht ein Patient gute Fortschritte bei der Genesung nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall, spricht prinzipiell nichts dagegen, sich schon nach einer Woche wieder dem Matratzensport hinzugeben. Wer hingegen eine Bypass-Operation oder einen ähnlichen Eingriff hinter sich hat, sollte sechs bis acht Wochen warten, so die neu veröffentlichte Richtlinie.

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Um auszutesten, wie stabil ein Patient nach der Erkrankung ist, empfiehlt sich ein Belastungstest unter ärztlicher Aufsicht. Meist wird dieser im Rahmen einer Untersuchung durchgeführt, auf der die Herzaktivität gemessen wird, während der Patient auf einem Laufband läuft.

Auf das Tempo kommt es an

Das wichtigste ist jedoch, sich nicht gleich ins volle Sexprogramm zu stürzen, sondern es langsam angehen zu lassen. Zärtliche Umarmungen und Berührungen sind der ideale Start, bevor es zum eigentlichen Geschlechtsverkehr kommt. So können Patienten ihre eigene Belastbarkeit auch besser einschätzen. Bei auftretenden Brustschmerzen sollte jedoch die Notbremse gezogen und vorsichtshalber ein Arzt konsultiert werden.

Quickies sind tabu

Prinzipiell ist Sex für herzkranke Menschen kein Tabu – so liegt die Quote derer, die einen Herzinfarkt beim Sex erlitten haben, mit weniger als einem Prozent im verschwindend geringen Bereich. Auch die richtige Stellung kann helfen, das Sexleben langsam wieder in Gang zu bringen. So ist es für Herzpatienten besser, die passivere Position einzunehmen und beispielsweise in der Missionarsstellung unten zu liegen. Damit das Schäferstündchen keinen zusätzlichen Stress bereitet, ist außerdem eine bequeme Position sowie eine vertraute Umgebung von Vorteil. Ein Quickie im Fahrstuhl oder auf der Restauranttoilette hingegen mag für gesunde Menschen vielleicht den entscheidenden Kick bringen, für Herzinfarktpatienten jedoch birgt es jedoch das Risiko, einen neuen Infarkt zu erleiden.

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rka/news.de
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