28.07.2011, 10.18 Uhr

Reisemedizin: Diese Tücken lauern im Urlaub

Von news.de-Redakteur Andreas Schloder

Nicht nur in Sachen Sonnenschutz sollten sich Urlauber auf eine Reise vorbereiten. Reisekrankheiten sind gefährlich.

Nicht nur in Sachen Sonnenschutz sollten sich Urlauber auf eine Reise vorbereiten. Reisekrankheiten sind gefährlich. Bild: dapd

An Personalausweis, Kreditkarte und Handy-Ladegerät denkt jeder. Doch was ist mit Impfpass oder Auslandskrankenversicherung? Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation bereiten sich 40 Prozent aller Urlauber nicht auf ihre Reise vor. Dabei kann Vorbeugen den Urlaub retten. Unbedingt ins Reisegepäck gehören Medikamente gegen Durchfall, Reisekrankheit, Fieber, Schmerzen sowie Wunddesinfektionsmittel, Insekten- und Sonnenschutzmittel, Salbe gegen Insektenstiche oder andere Hautreizungen, Fieberthermometer und Verbandsmaterial.
 

Wichtig ist, sich über das aktuelle Infektionsrisiko am Urlaubsziel zu informieren und zu reagieren. Als Basisschutz dienen die herumstreunenden Katzen walten lassen. Diese übertragen einen Pilz, der unbehandelt zu Haarausfall beim Menschen führt.

Ägypten ist gesundheitlich am problematischsten. Aufgrund mangelnder Hygiene gibt es für das gesamte Land eine Warnung vor Darminfektionen - einschließlich Ruhr und Pilz Microsporum Carnis, der von herumstreunenden Katzen übertragen wird.

Wer nach Italien fährt, kann sich dort schnell mit Hepatitis A und B anstecken.

Wer nach Italien fährt, kann sich dort schnell mit Hepatitis A und B anstecken. Bild: SRT-Archivbild/Zimmervermittlung für Venedig

In Frankreich sind Masern derzeit stark verbreitet: Landesweit wurden seit Jahresbeginn mehr als 12.600 Erkrankungen gemeldet. Die meisten Betroffenen waren nicht oder nicht ausreichend geimpft. Wer durchs Landesinnere zieht, sollte ebenso gegen Hepatitis A und B geimpft sein. Für das Elsass ist eine Immunisierung gegen FSME sinnvoll, da die Region die höchste Zeckendichte aufweist. Vorsicht ist beim sexuellen Kontakt mit Einheimischen angebracht: Frankreich weist im europäischen Vergleich die meisten Aids-Fälle auf. Deshalb gehört das Kondom nicht nur in die Reiseapotheke.
 

Wer in die USA oder nach Kanada reist, sollte gegen Hepatitis B und Tollwut geimpft sein. Die Vereinigten Staaten sind zwar ein malariafreies Gebiet, doch aufgrund der Nähe Floridas zu den Karibischen Staaten können Stechmücken das Dengue-Fieber übertragen. Besonders vorsichtig sollten Urlauber vor tagaktiven Stechmücken sein. Bester Schutz: leichte, helle Kleidung, die Handgelenke und Knöchel bedeckt. Bleiben Körperpartien unbedeckt, müssen diese mit einem Mückenschutzmittel eingerieben werden.

Darmerkrankungen treten in Ägypten besonders häufig auf. Aber auch Vogelgrippe ist hier verbreitet.

Darmerkrankungen treten in Ägypten besonders häufig auf. Aber auch Vogelgrippe ist hier verbreitet. Bild: dpa

Deutlich stärker verbreitet ist das Dengue-Fieber in Thailand. Nach CRM-Angaben wurden bis Mitte Mai dieses Jahres 9418 Erkrankte und 7 Todesfälle gemeldet. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es 16.110 mit 20 Todesfällen. Die meisten Erkrankungen gab es im Zentrum des Landes, gefolgt vom Süden.
 

Zudem ist Thailand Malariagebiet - jedoch mit geringem Risiko. Die Touristenzentren Bangkok und Koh Samui gelten als frei von den fiesen Stechmücken. Zum Standardschutz gehören Impfungen gegen Hepatitis B, Cholera, Tollwut und Typhus. Außerdem kann das einheimische Trinkwasser Darmerkrankungen auslösen. Hoch ist zudem das Aids-Risiko.

Österreich, Griechenland, Skandinavien und Türkei

Österreich ist von allen Lieblingsurlaubsländern der Deutschen das unbedenklichste. Ausnahme: Zecken. Genau wie im Süden Deutschlands ist das Risiko, vom Gemeinen Holzbock gestochen zu werden, am höchsten. Tipps zum Schutz vor Zeckenbissen finden Sie hier.

Wer nach Frankreich reisen will, sollte gegen Masern geimpft sein. Die Erkrankungsquote dort ist hoch.

Wer nach Frankreich reisen will, sollte gegen Masern geimpft sein. Die Erkrankungsquote dort ist hoch. Bild: dapd

Wer nach Griechenland einreist, muss keine Impfbestimmungen beachten. Zum Standardschutz sollten aber die Immunisierung gegen Hepatitis A und B gehören.

Wen es in die Türkei zieht, der sollte gegen Hepatitis B, Typhus und Tollwut geimpft sein. Landesweit ist das Risiko hoch, von einem herumstreunenden Hund gebissen zu werden. Nach einer Attacke sollten Betroffene trotz Impfung zum Arzt gehen, um die Bisswunde desinfizieren zu lassen.

Malaria ist in Südostanatolien am verbreitetsten, besonders in der Reisezeit zwischen Mai und Oktober. Außerdem besteht eine Warnung vor Darminfektion - insbesondere Typhus.

Für die skandinavischen Staaten Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland gelten keine Reisewarnungen. Vorsichtshalber sollten sich Urlauber gegen FSME und Hepatitis B immunisieren lassen.

ham/sis/news.de
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