22.03.2011, 09.13 Uhr

Entzündung: Wenn die Blase brennt

Frauen leiden besonders häufig unter Blasenentzündung, weil sich über die kurze Harnröhre schnell Bakterien ausbreiten.

Frauen leiden besonders häufig unter Blasenentzündung, weil sich über die kurze Harnröhre schnell Bakterien ausbreiten. Bild: iStockphoto

Was ist eine Blasenentzündung?

Die Zystitis ist eine Infektion der Harnblasenschleimhaut. Verantwortlich sind meist Bakterien, die über die Harnröhre in die Blase gelangen und dort eine Entzündung verursachen. Häufig handelt es sich dabei um Eschericha coli, ein Bakterium, das normalerweise im Darm vorkommt.

Die Blasenentzündung betrifft eher Frauen als Männer, was an der unterschiedlichen Anatomie liegt. Bei Frauen ist die Harnröhre nur bis zu vier Zentimeter, bei Männern bis zu 30 Zentimeter lang. Deshalb gelangen Bakterien bei Frauen leichter in die Blase - durch Geschlechtsverkehr oder die Säuberung nach dem Stuhlgang.

Der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) zufolge sind Nässe und Kälte mitverantwortlich. So könne der Unterleib durch feuchte Badebekleidung stark auskühlen, was die Abwehrkräfte schwächt. Weitere Auslöser: mechanische Reize wie ein Diaphragma oder eine volle Blase. Denn im Urin können sich Bakterien bestens vermehren. Stark betroffen sind Diabetiker. Ihr Urin enthält Glukose und ist daher ein guter Nährboden für Bakterien.

Leiden Männer unter Blasenentzündung, stecken anatomische oder funktionelle Störungen dahinter. Eine vergrößerte Prostata oder Harnröhrenverengungen können die Ursache sein. Hormonelle Veränderungen ab dem 40. Lebensjahr lassen die Prostata wachsen beziehungsweise gutartige Wucherungen an der Vorsteherdrüse entstehen. Diese engen die Harnröhre ein und beim Wasserlassen wird die Blase nicht mehr vollständig entleert. Der Restharn in der Blase bietet Bakterien so ideale Wachstumsbedingungen.

Woran ist eine Blasenentzündung zu erkennen?

Eine Blasenentzündung macht sich bemerkbar, wenn es beim Wasserlassen schmerzt. Ständiger Harndrang ist ein weiteres Symptom. Die Betroffenen haben das Gefühl auf die Toilette zu müssen, obwohl aber die Blase leer ist. Einher geht die Infektion mit schlecht riechenden Urin und möglichen Unterleibsschmerzen. Auch leichtes Fieber und Schüttelfrost können auftreten.

Was hilft?

Meist ist eine Blasenentzündung ungefährlich. Die DAK empfiehlt, bei leichten Entzündungen reichlich zu trinken und sich im Reformhaus einen harntreibenden Tee zu kaufen. Gut geeignet seien Nieren- und Blasentees, die die Bakterien aus dem Körper spülen. Der Reizzustand lege sich in der Regel nach ein, zwei Tagen.

Auch Preiselbeer- und Cranberrysaft helfen. Sie wirken antibakteriell. Nehmen Sie zusätzlich Schmerzmittel und legen Sie sich etwas Warmes wie eine Wärmflasche oder ein Wärmekissen auf den Bauch. Wichtig: Harndrang sollten Sie unbedingt nachgeben und zur Toilette gehen. Das schwemmt die Keime aus, die sich in der Blase befinden.

Werden die Beschwerden stärker und halten über mehrere Tage an, sollte Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Auch dann, wenn sich Blut oder Eiter im Urin befinden und Fieber hinzukommt. Behandelt wird meist mit Antibiotika. Mittlerweile gehört die Phytotherapie zum Standardrepertoire der Mediziner. In diesem Fall kann eine Durchspülungstherapie mit Heilpflanzen Medikamente überflüssig machen. Insbesondere, wenn die Keimzahl niedrig ist und die Betroffenen keine starken Schmerzen haben. Dafür eignen sich beispielsweise Birkenblätter, Hauhechel, Schachtelhalm und Orthosiphon sehr gut.

Wer eine Blasenetzündung verschleppt, muss laut DAK mit dramatischen Folgen rechnen. Das wäre besonders kritisch, wenn die Entzündung auf die Nieren geht. Die Folge sei meist eine schmerzhafte Nierenbeckenentzündung. Bei Männern können über die Samenwege Infektionen der Prostata und der Nebenhoden und Hoden entstehen.

Eine akute bakterielle Zystitis behandelt der Arzt mit Antibiotika. Je nach Beschwerden kann er zusätzlich krampflösende Schmerzmittel geben.

Wie beugen Sie vor?

Es ist wichtig, auf eine gute Intimhygiene zu achten: Der Schambereich sollte am besten nur mit warmem Wasser gesäubert werden. Nach dem Stuhlgang immer von der Scheide zum After hin wischen. Das senkt das Risiko, dass Bakterien aus dem Darm in die Harnröhre gelangen.

Wer für Blasenentzündungen anfällig ist, sollte Baumwollunterwäsche tragen und diese bei mindestens 60 Grad Celsius waschen, damit Keime abgetötet werden. Zu enge Slips sind tabu, da sie den Schambereich unnötig reizen. Um Unterkühlungen zu vermeiden, schützen Sie sich vor kalten Füßen und ziehen Sie nach dem Schwimmen den Badeanzug aus und trocknen sich gut ab.

sca/som/ham/ivb/news.de
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