Die spektakulärsten Promi-Prozesse

O.J. Simpson sorgte für den bis heute spektakulärsten Promi-Prozess aller Zeiten: Vor genau 35 Jahren, am 3. Oktober 1995, wurde er vom Vorwurf des Doppelmordes freigesprochen. Im Juni 1994 fand die Polizei die Leichen seiner Ex-Frau und ihres Freundes.

O.J. Simpson sorgte für den bis heute spektakulärsten Promi-Prozess aller Zeiten: Vor genau 35 Jahren, am 3. Oktober 1995, wurde er vom Vorwurf des Doppelmordes freigesprochen. Im Juni 1994 fand die Polizei die Leichen seiner Ex-Frau und ihres Freundes.

O.J. Simpson sorgte für den bis heute spektakulärsten Promi-Prozess aller Zeiten: Vor genau 35 Jahren, am 3. Oktober 1995, wurde er vom Vorwurf des Doppelmordes freigesprochen. Im Juni 1994 fand die Polizei die Leichen seiner Ex-Frau und ihres Freundes. Beide wurden auf brutale Art und Weise ermordet. Als die Beamten den Ex-Footballstar festnehmen wollten, begann eine wilde Verfolgungsjagd. Sie wurde live im Fernsehen übertragen und hielt die Amerikaner ganze fünf Tage lang in Atem. Sechs Wochen später landete er schließlich wegen Doppelmord vor Gericht. 134 Tage dauerte der live übertragene Sensationsprozess. Im Oktober 1995 sprachen die Geschworenen Simpson frei - obwohl die meisten Indizien für Schuld sprachen. Der Mordfall gilt offiziell als ungelöst. Simpson beteuert seine Unschuld bis heute. 1997 erreichten die Familien der Opfer, dass der Ex-Footballer in einem Zivilprozess schuldig gesprochen und zur Zahlung von 33,5 Millionen Dollar verurteilt wurde. Ins Gefängnis landete er aber schließlich trotzdem. Wegen bewaffneten Raubüberfalls wurde er 2008 in Las Vegas zu 33 Jahren Gefängnis verurteilt, kam aber nach neun wieder auf Bewährung frei. Im Sommer 2020 erfuhr die Öffentlichkeit bei einem Prozess in London brisante Details aus der toxischen Beziehung zwischen Johnny Depp und seiner Ex-Frau Amber Heard. Das ehemalige Schauspieler-Ehepaar hat vor Gericht eine regelrechte Schlammschlacht veranstaltet, obwohl es vordergründig um Depps Klage gegen den Verlag der Boulevardzeitung Drogen, Alkoholmissbrauch, eine abgetrennte Fingerkuppe, Fäkalien im Bett: Depp und Heard brachten fast unglaubliche Anschuldigungen zutage. Für viel Medienwirbel sorgte auch der Prozess gegen Michael Jackson. Der verstorbene King of Pop stand wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht. Die Vorwürfe überschatteten über viele Jahre seine Karriere. Im Dezember 2003 klagte die Staatsanwaltschaft Jackson wegen Kindesmissbrauchs in mehreren Fällen an. Immer wieder beteuerte Jacko seine Unschuld, so auch bei seinem ersten Auftritt vor Gericht komplett in Weiß im Januar 2004. Im Januar 2005 begann schließlich in Kalifornien unter gewaltigem Medienrummel der Missbrauchsprozess, im Juni wurde er von den Geschworenen von allen Anklagepunkten freigesprochen. Im Jahr 2011 fand der Prozess gegen den Leibarzt von Michael Jackson statt. Dr. Conrad Murray soll dem Pop-Star eine tödliche Dosis eines Narkotikums gespritzt haben. Murray wurde wegen fahrlässiger Tötung zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Seit dem 28. Oktober 2013 ist er wieder auf freiem Fuß. Millionen sind mit ihm aufgewachsen, doch von dem einstigen Vorzeigevater Bill Cosby ist heute nichts mehr zu sehen. Er wurde im April 2018 für schuldig befunden, Andrea Constand 2004 unter Drogen gesetzt und sie sexuell genötigt zu haben. Insgesamt werfen ihm über 50 Frauen Missbrauch vor, doch nur Constands Fall ist bis heute nicht verjährt. Wegen sexueller Nötigung wurde er zu mindestens drei und höchstens zehn Jahre Haft verurteilt, die er bis heute absitzt. Cosby gilt als der erste berühmte Verurteilte der Ära #MeToo. Die Vorwürfe gegen Harvey Weinstein haben die #MeToo-Bewegung erst ins Rollen gebracht. Mehr als 80 Frauen werfen dem gefallenen Filmmogul sexuelle Übergriffe vor. Im März 2020 wurde Weinstein wegen Vergewaltigung und sexueller Belästigung in zwei Fällen von einem Gericht in New York zu 23 Jahren Haft verurteilt. Dreieinhalb Jahre, 43 Prozesstage und zahllose Live-Übertragungsstunden - der Prozess um den Paralympics-Star Oscar Pistorius hielt die Welt 2014 in Atem. Er stand wegen Mordes an seiner Freundin Reeva Steenkamp vor Gericht. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der unterhalb der Knie amputierte Prothesensprinter am Valentinstag 2013 seine Lebensgefährtin Reeva Steenkamp Mit mehreren Schüssen durch die geschlossene Badezimmertür nahm er dem Model das Leben. Der Sportler behauptete bis zum Schluss, dass er hinter der Tür einen Einbrecher vermutet habe und aus Panik seine Waffe abfeuerte. Auch in Deutschland sorgte schon so mancher Promi für Aufsehen im Gerichtssaal. Uli Hoeneß zum Beispiel. Der Bayern-Präsident stand wegen Steuerhinterziehung vor Gericht. 2014 wurde er zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt - 21 Monate davon saß er bis zu seiner vorzeitigen Entlassung ab. Auch Tennis-Legende Boris Becker stand schon wegen Steuerhinterziehung vor Gericht. Ins Gefängnis musste er jedoch nicht. Er wurde 2002 zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe verurteilt. Weniger Glück hatte Steffi Grafs Vater. Peter Graf sorgte für den spektakulärsten Steuer-Prozess der 90er. 1997 wurde er wegen Steuerhinterziehung zu 3 Jahren und 9 Monaten Haft verurteilt. Im April 1998 wurde er vorzeitig aus der Haft entlassen. Der Prozess um Wettermoderator Jörg Kachelmann war einer der am meisten beachteten Prozesse der deutschen Mediengeschichte. Im Mai 2011 wurde vor dem Landgericht Mannheim freigesprochen von dem Verdacht, seine ehemalige Freundin vergewaltigt zu haben Im vergangenen Jahr beherrschte Gina-Lisa Lohfink mit dem Prozess um ihre angebliche Vergewaltigung die Medien. Der Ex-Dschungelcamp-Star wurde kurzzeitig eine Art Gallionsfigur für eine überfällige Reform des Sexualstrafrechts. Letztendlich wurde sie wegen falscher Verdächtigung zu einer Geldstrafe von 20.000 Euro verurteilt. Der Prozess gegen Tatjana Gsell sorgte 2004 für riesiges Aufsehen. 2003 wurde ihr Ehemann, der Schönheitschirurg Franz Gsell, in seiner Villa überfallen. Mit einer Axt schlugen die Räuber auf ihn ein. Das Opfer starb an seinen schweren Verletzungen. Tatjana Gsell stand unter Verdacht in dem Mord verstrickt gewesen zu sein. Eine Beteiligung an dem Verbrechen konnte ihr jedoch nicht nachgewiesen werden. Erst zwölf Jahre nach der Tat wurden zwei Männer zu jeweils elf Jahren Haft verurteilt.
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