Die Show der Präsidentschaftskandidaten

Am frühen Morgen des 7. November steht fest: Barack Obama bleibt Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. «Vier weitere Jahre», schreibt er auf Twitter und sendet ein Bild von sich und seiner Frau.

Am frühen Morgen des 7. November steht fest: Barack Obama bleibt Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. «Vier weitere Jahre», schreibt er auf Twitter und sendet ein Bild von sich und seiner Frau.

Am frühen Morgen des 7. November steht fest: Barack Obama bleibt Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. «Vier weitere Jahre», schreibt er auf Twitter und sendet ein Bild von sich und seiner Frau. Konfetti für den Wahlsieger: Obama feiert den Wahlsieg mit seinen Anhängern in seiner Heimatstadt Chicago. Ehefrau Michelle und die zwei Kinder Sasha and Malia Ann freuen sich noch in der Wahlnacht über die Wiederwahl Barack Obamas. Der langatmige Wahlkampf hat sich ausgezahlt. Obama konnte in wichtigen US-Bundesstaaten punkten und so die Mehrheit der Wahlmänner auf sich vereinen. Das freut seine Anhänger in der Heimat Chicago genauso wie ... ... Obamas Stief-Großmutter Sarah Onyango im fernen Kenia. Fahrstühle am Rockefeller Center in New York zeigen am Wahlabend den Auszählungsstand an. Ein enttäuschter Mitt Romney brauchte in Boston etwas Zeit, um seine Niederlage einzugestehen. Vor knapp zwei Wochen sah die Welt noch anders aus ... Im dritten und letzten TV-Duell zwischen US-Präsident Barack Obama (rechts) und seinem republikanischen Herausforderer Mitt Romney geht es um Außenpolitik. Die 90-minütige Debatte arbeitet sich an sechs Themenblöcken à 15 Minuten ab. Anders als in den ersten beiden Debatten sitzen die Kontrahenten nebeneinander an einem Tisch, gegenüber der Moderator. Obama versucht immer wieder, Romney in die Bredouille zu bringen. Dennoch sehen die meisten Wähler wie beim zweiten Duell den Präsidenten vorn. Der Daumen zeigt deshalb nach oben. Auch First Lady Michelle Obama freut sich. Doch die Wahl ist damit noch nicht gewonnen. Außenpolitik steht bei den US-Wählern traditionell nicht sehr hoch im Kurs. Vielmehr sorgen diese sich um die lahmende Wirtschaft. Sie und Romneys kinderreiche Familie harrten vor dem Duell hinter den Kulissen aus und fieberten währenddessen fleißig mit. Auch sonst wurde das Duell zwischen Obama und Romney mit Spannung erwartet. Vor allem die Studenten und Professoren der ausrichtenden Lynn-Universität im US-Bundesstaat Florida waren in heller Aufregung. Schon beim zweiten TV-Duell wenige Tage zuvor saßen die Frauen der Kandidaten im Publikum und beglückwünschten ihre Gatten nach der Debatte. Bei der Wahl der Kleidung waren sich Ann Romney (links) und Michelle Obama am 16. Oktober weitgehend einig. «Ich bin heute Abend so stolz auf meinen Ehemann», verkündet die Ehefrau des Präsidenten nach dem überstandenen Schlagabtausch. Zuvor hatten sich Obama und Herausforderer Romney ein knapp 100-minütiges Wortgefecht geliefert. Sie reagierten auf Zuschauerfragen, gingen aber auch häufig in bissigen Widerstreit. Shake hands zur Wahrung der Form: Dass sich die Präsidentschaftskandidaten alles andere als grün sind, wird während der zweiten Fernsehdebatte mehr als deutlich. Im Wahlkampf herrscht nun ein rauerer Ton. Millionen Amerikaner verfolgen das Politspektakel live vor den TV-Bildschirmen. Ersten Schnellumfragen zufolge hat Obama besser gepunktet und nach seiner Pleite von vor zwei Wochen wieder Boden gut gemacht. Abseits der Duelle und deren Vorbereitung rühren die Präsidentschaftskandidaten weiter die Werbetrommel für sich - oft mit prominenter Unterstützung. So spielt Rocklegende Bruce Springsteen am 18. Oktober in Ohio exklusiv für Obama-Anhänger. Kid Rock besucht eine Wahlkampfveranstaltung des republikanischen Vize-Kandidaten Paul Ryan Anfang Oktober, um Mitt Romney zu unterstützen. Die Vize Paul Ryan (rechts) und Joe Biden duellieren sich am 12. Oktober vor laufenden Kameras. Letzterer zeigt sich deutlich angriffslustiger als Obama während seines ersten Duells. Als klarer Sieger geht jedoch keiner der beiden hervor. Am 3. Oktober 2012 treffen Romney (links) und Obama zum ersten TV-Duell an der Universität von Denver aufeinander. Vor allem der Herausforderer muss hier punkten, denn in Umfragen liegt er zu diesem Zeitpunkt noch hinten. Das gelingt dem Republikaner. Romney greift Obama beherzt an, während der über weite Strecken der Fernsehdebatte matt und defensiv wirkt. Nach dem Politspektakel hat sich die Meinung vieler Amerikaner über Romney laut Umfragen deutlich verbessert. Gemeinsam mit Frau Ann feiert Romney nach der Debatte seinen Triumph. Der Amtsinhaber verschwindet hingegen schnell von der Bühne. «Yes, We Can!» Damit läutet Barack Obama 2008 eine neue Ära ein. Als erster schwarzer Präsident will er die USA zu neuer Stärke führen. Doch nach vier Jahren Amtszeit sind viele Amerikaner enttäuscht. Ob es zu vier weiteren Jahren reichen wird? Verhindern will das Mitt Romney, der sich in den Vorwahlen als Präsidentschaftskandidat der Republikaner durchsetzt. Offiziell bestätigt wird er auf dem Nominierungsparteitag der Republikaner in Tampa, Florida, Ende August. Es ist eine Art Krönungsmesse für den Herausforderer Obamas, bei der natürlich auch Frau Ann Romney nicht fehlen darf. Sie hält eine emotionale Rede - im Hintergrund Liebesbilder aus jungen Jahren. Die Hausfrau und Mutter soll jene Wählergruppe mobilisieren, von der die Republikaner traditionell weniger Stimmen bekommen: die Frauen. Ebenfalls zu Wort kommt Paul Ryan (links), Vizepräsidentschaftskandidat der Republikaner. Er prophezeit den Bankrott Amerikas, sollte Obama an der Macht bleiben. Auch Ryans Frau Janna Ryan (2. von links) ist mit von der Partie. Mitt Romney, reicher Unternehmer aus Detroit, wird 2002 zum 70. Gouverneur von Massachusetts gewählt. Bereits 2008 kandidiert er für das Präsidentenamt der Republikaner, zieht seine Kandidatur aber vorzeitig zurück. Als Hoffnungsträger der Republikaner will es Romney mit Obama aufnehmen. Auf der Wahlkampftour muss er dafür auch schon mal auf Tuchfühlung gehen, obwohl der Politiker als eher hölzern und unnahbar gilt. Doch Amerikaner stehen auf Herzlichkeit. Die versprüht vor allem die First Lady des Landes, Michelle Obama. Sie verzeichnet höhere Beliebtheitswerte als ihr Mann und dessen Konkurrent, gilt als bodenständige Frau, die Karriere und Familie vereinbart und sich für andere engagiert. Natürlich steht sie ihrem Mann beim Nominierungsparteitag der Demokraten Anfang September in Charlotte, North Carolina, bei. Gemeinsam mit seiner Familie und tausenden Parteianhängern stimmt sich US-Präsident Barack Obama ... ... auf «Four more years!» ein. Es ist der neue Schlachtruf der Demokraten. «Yes, We Can!» hat nach vier durchwachsenen Jahren im Amt ausgedient. Die riesige Bühne und die hollywoodreife Inszenierung mit Freiheitsstatue und Memorial können nicht darüber hinwegtäuschen, dass Obama hinter den Erwartungen vieler Wähler zurückgeblieben ist. Verteidigt hat ihn auf dem Parteitag Ex-Präsident Bill Clinton (rechts), der Obama für die Wiederwahl den Rücken stärkt. «Niemand hätte all den Schaden, den er vorgefunden hat, in nur vier Jahren reparieren können», betont Clinton in seiner Rede. Mit seiner Popularität leistet er wichtige Schützenhilfe für Obama. Was den Republikanern die Luftballons, ist den Demokraten der Konfetti-Regen: Er beschließt den Parteitag und läutet die finale Phase des Wahlkampfs ein. Unter anderem müssen Romney und Obama drei TV-Duelle bestreiten. Da kann es nicht schaden, seine Zuschauer und Wähler schon einmal mit dem einen oder anderen Gimmick in Position zu bringen. Denn: Jede Stimme zählt. Ob dieser Spruch bei jedem auch richtig ankommt, bleibt allerdings fraglich.
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