Sie nehmen das Gesetz selbst in die Hand

Der Fall Trayvon Martin berührte ganz Amerika - auch Präsident Obama, der sagte: «Hätte ich einen Sohn, sähe er aus wie Trayvon.»

Der Fall Trayvon Martin (im Bild seine Eltern) berührte ganz Amerika - auch Präsident Obama, der sagte: «Hätte ich einen Sohn, sähe er aus wie Trayvon.» Der weiße, selbsternannte Nachbarschaftsschützer George Zimmerman erschoss am 26. Februar 2012 den schwarzen Teenager. Angeblich habe dieser ihn angegriffen. Was genau passierte, muss noch vor Gericht geklärt werden. Klar ist jedoch: Zimmermann repräsentiert einen neuen Typus von Vigilantismus, der in Wohnsiedlungen «für Ordnung» sorgen will. In Deutschland ist dies verboten.

Marianne Bachmeier erschoss am 6. März 1981 den Mörder ihrer Tochter Anna im Lübecker Gerichtssaal. Am 29. März versammelten sich 50 Bürger vor der Polizeidienststelle in Emden und verlangten, den Verdächtigen herauszugeben. Zwei junge Plünderer wurden auf Haiti einfach erschossen. Doch auch in Deutschland gibt es hin und wieder Menschen, die meinen, selbst für Gerechtigkeit sorgen zu müssen. Vitaly Kaloyev wollte den Tod seiner Familie rächen und tötete einen Fluglotsen. Der Film Ein Mann sieht Rot heizte Mitte der 1970er Jahre die Diskussion über Selbstjustiz in den USA an. Der Fall Trayvon Martin berührte ganz Amerika - auch Präsident Obama, der sagte: «Hätte ich einen Sohn, sähe er aus wie Trayvon.»
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