Sie nehmen das Gesetz selbst in die Hand

Der Film Ein Mann sieht Rot heizte Mitte der 1970er Jahre die Diskussion über Selbstjustiz in den USA an.

Selbstjustiz ist ein Thema so alt wie die Menschheit. In archaischen Gesellschaften war es die einzige Möglichkeit, für Recht zu sorgen. Der Film Ein Mann sieht Rot heizte Mitte der 1970er Jahre die Diskussion über Selbstjustiz in den USA an. Charles Bronson alias Paul Kersey dreht durch, nachdem seine Frau und Tochter Opfer eines Übergriffs werden. Er beginnt, systematisch Verbrecher in New York zu erschießen. Die Polizei lässt ihn schließlich entwischen, weil durch sein Eingreifen die Kriminalität abgenommen hat. Tatsächlich hat Selbstjustiz, bekannt als Vigilantism, in den USA seit dem 19. Jahrhundert Tradition. Angesehene Bürger waren erbost über korrupte Staatsdiener und nahmen die Verbrechensbekämpfung selbst in die Hand.

Marianne Bachmeier erschoss am 6. März 1981 den Mörder ihrer Tochter Anna im Lübecker Gerichtssaal. Am 29. März versammelten sich 50 Bürger vor der Polizeidienststelle in Emden und verlangten, den Verdächtigen herauszugeben. Zwei junge Plünderer wurden auf Haiti einfach erschossen. Doch auch in Deutschland gibt es hin und wieder Menschen, die meinen, selbst für Gerechtigkeit sorgen zu müssen. Vitaly Kaloyev wollte den Tod seiner Familie rächen und tötete einen Fluglotsen. Der Film Ein Mann sieht Rot heizte Mitte der 1970er Jahre die Diskussion über Selbstjustiz in den USA an. Der Fall Trayvon Martin berührte ganz Amerika - auch Präsident Obama, der sagte: «Hätte ich einen Sohn, sähe er aus wie Trayvon.»
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