Blanker Busen gegen Missstände

Die Aktivistinnen geben sich nicht nur damit zufrieden, ihren blanken Busen zu zeigen und mit einer Botschaft zu versehen.

Femen ist eine am 11. April 2008 in der ukrainischen Hauptstadt Kiew gegründete Gruppe, die sich als feministisch definiert und durch provokante Aktionen internationale Beachtung gewonnen hat. Die Aktivistinnen geben sich nicht nur damit zufrieden, ihren blanken Busen zu zeigen und mit einer Botschaft zu versehen.

Die Aktivistinnen geben sich nicht nur damit zufrieden, ihren blanken Busen zu zeigen und mit einer Botschaft zu versehen. Details wie Dildos oder unechtes Blut unterstreichen ihre Botschaften. Mit nacktem Oberkörper hat eine Aktivistin der Frauenrechtsorganisation Femen im Straßburger Münster gegen den für den 25. November 2014 geplanten Papst-Besuch protestiert. «Der Papst ist kein Politiker» stand auf dem Rücken der Frau. Sie war auf den Altar des Münsters geklettert und schwenkte eine Europa-Fahne. Femen-Frauen protestieren gegen Hinrichtung im Iran. Mit Hitler-Bärtchen und Hakenkreuzen auf nackten Brüsten hat die internationale Frauengruppe Femen gegen die in Frankreich erfolgreiche rechtsextreme Front National protestiert. Sympathie mit der russischen Punkband «Pussy Riot» zeigen die Demonstrantinnen von Femen, die mit blankem Busen auf Missstände aufmerksam machen. Die Herbertstraße auf der Reeperbahn ist Hamburgs bekannteste Puff-Meile. Nur Männer dürfen hier rein. Aktivistinnen der ukrainischen Frauenrechtsorganisation Femen haben davor gegen Sex-Ausbeutung demonstriert... ...und zeigten dabie blanken Busen. Auch Nazi-Symbole fehlten beim Protest gegen Prostitution und Frauen-Ausbeutung nicht. Fußball-EM 2012: Frauenprotest in der Ukraine Fußball-EM 2012: Frauenprotest in der Ukraine Die Ukrainerinnen versuchten beim Weltwirtschaftsforum in Davos über den Zaun zu klettern, als die Polizei einschritt. Die drei Damen waren recht aufgebracht. Wer protestiert, möchte natürlich gesehen werden. Ihre Parolen trugen die Damen recht offensiv vor. Als die drei Aktivistinnen versuchen über den Zaun zum Kongresszentrum zu gelangen, werden sie von Polizisten zurückgehalten. Einfache Parolen, eine blanke Brust und keine Angst vor Kälte: Die Ukrainerinnen zeigen vollen Einsatz. Hier schauen die Polizisten dem Treiben noch zu ... ... doch als die Femen-Aktivistinnen versuchen über den Zaun ins Kongresszentrum zu gelangen ... ... werden sie hart angepackt und abtransportiert. Nachdem auf dem Polizeirevier die Personalien der Damen aufgenommen wurden, kamen die Protestlerinnen wieder frei. Uniformierter Polizist bedrängt barbusige Frau: Dieser krasse Gegensatz ist sicher auch ein kalkulierter Effekt der Femen-Aktivistinnen. Oft genug werden die Proteste gegen Wahlfälschung und Sexismus von Gewalt überschattet. So wie hier in Kiew schlägt die Staatsmacht zurück - und verhaftet die Frauen. Bei einer Pressekonferenz über die Kritik der Femen-Aktivistinnen an der Euro 2012 gab es gleich eine Live-Performance. Die Frauen sehen im Spiel mit nackter Haut und eindeutigen Posen den einzigen Weg, überhaupt wahrgenommen zu werden. So protestieren sie auch gegen die ihrer Meinung nach vorherrschende Geringschätzung von Frauen in der Ukraine. Femen will als feministische Organisation an Wahlen teilnehmen und die Parlamente stürmen. Diese Kundgebung richtet sich gegen den ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch, der Frauen in seinem Land nahelegte, mit ausländischen Männern anzubandeln, um sie zu Investitionen zu bewegen. Die Frauen protestieren aber nicht nur für feministische Forderungen, sondern auch gegen aktuelle politische Missstände - etwa Wahlfälschung oder Korruption. Hüllenloser Protest bei minus fünf Grad: Die Femen-Anhängerinnen äußern ihren Unmut über die Regierungspläne, zur Euro 2012 viele Straßenzüge von Kiew in Luxus-Appartements zu verwandeln. Die Gründerin der Bewegung heißt Anna und feiert am 16. Oktober ihren 27. Geburtstag. Die politische Opposition in der Ukraine werde unterdrückt und eingeschüchtert, beklagen die Frauen. Sprengstoff-Imitat am Miniröckchen: Sex und Protest scheinen sich gegenseitig befruchtende Formen der Artikulation von Wutbürgerinnen darzustellen. Auch die Slutwalk-Bewegung nutzt die Freizügigkeit für eine ernste Botschaft. Brüste, Brüste, Brüste: Die Aktivistinnen haben die Prinzipien einer modernen Mediengesellschaft offenbar gut verstanden. Sex und Protest scheinen sich gegenseitig befruchtende Formen der Artikulation von Wutbürgerinnen darzustellen. Rote Karte, barbusig präsentiert: So kommen Botschaften an, finden die Aktivistinnen von Femen.
Weitere Fotostrecken Zum Artikel