Hurra, wir leben immer noch!

Da kam aber einiges zusammen: Für das Jahr 1814 sagte die Seherin Joanna Southcott voraus, dass die Welt untergehen würde.

Da kam aber einiges zusammen: Für das Jahr 1814 sagte die Seherin Joanna Southcott voraus, dass die Welt untergehen würde. Die 64 Jahre alte Jungfrau sei nämlich schwanger und würde den neuen Messias gebären. Das Kind solle Shiloh heißen und würde nur die Anhänger der Britin verschonen. Ärzte untersuchten die Frau und konnten nicht feststellen, ob sie nun schwanger sei - oder nicht. Panische Menschen campten vor dem Haus der Schwangeren. Die starb jedoch, ein Messias kam nicht. Doch die Anhänger sind sicher: Shiloh war da und wartet nun auf einen anderen Moment, an dem er die Welt vernichten kann.

Seit Jahrhunderten sehen Experten immer wieder das Ende der Menschheit. Die Sterne im Sternzeichen der Waage waren für den Astronomen Johannes von Toledo ein sicheres Zeichen. Kaiser Friedrich II. sagte 1254. Dreimal sagte Martin Luther die Apokalypse voraus: 1532, 1538 und 1541. Gleich zwei Prophezeiungen sagten 1666 den Untergang der Welt vorher. Da kam aber einiges zusammen: Für das Jahr 1814 sagte die Seherin Joanna Southcott voraus, dass die Welt untergehen würde. Wirklich ärgerlich: Weil der Prediger William Miller für den 21. März 1844 den Weltuntergang voraussagte, verschenkten mehr als eine Million US-Amerikaner ihr Hab und Gut. Nun aber wirklich: 1910 sagten Wissenschaftler voraus, dass das Ende der Welt gekommen sei. Im 20. Jahrhundert erhöht sich die Taktung der Weltuntergangs-Warnungen. Im Schnitt alle fünf Jahre sollte im vergangenen Jahrhundert die Apokalypse kommen. Charles Manson sagte den Weltuntergang für das Jahr 1969 voraus. 1981 wäre das Weltenende beinahe dreifach gekommen. 1999: Irgendwas würde passieren - das glaubten zumindest ziemlich viele Menschen. Auch 2000 ging es mit den Prophezeiungen weiter. Was die vergangenen Jahrhunderte nicht funktioniert hat, klappt vielleicht irgendwann.
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