Teures Palaver, wenig Hoffnung

China dagegen hat einen der wichtigsten Streitpunkte des Gipfels geschickt entschärft.

China dagegen hat einen der wichtigsten Streitpunkte des Gipfels geschickt entschärft. Kurz vor dem G20-Treffen gab die Regierung bekannt, seine Landeswährung aufwerten zu wollen. Weil der Yuan bisher an den Dollar gekoppelt war, verharrte er auf einem niedrigen Wert und machte chinesische Waren billiger - ein unfairer Vorteil im Welthandel. Wie weit Peking den Kurs tatsächlich steigen lässt, ist allerdings unklar.

Bis Samstag tagen die Führer der wichtigsten Wirtschaftsmächte, der G20, in der kanadischen Metropole Toronto. Auch viele Delegationen weniger reicher Staaten reisen an. Gegner werfen den Staats- und Regierungschefs vor, sich mehr um die Bedürfnisse der Finanzindustrie zu kümmern als um die der Menschen. 19.000 Polizisten schützen den Gipfel vor den Protestierern - und vor möglichen Terroranschlägen. Bundeskanzlerin Angela Merkel muss sich auf Ärger einstellen, denn die Positionen der Staaten gehen weit auseinander. Die meisten Europäer wollen sparen, um ihre gewaltigen Haushaltsdefizite in den Griff zu bekommen. Sie haben das Fiasko des Schuldenstaates Griechenland vor Augen. Andere Staaten - allen voran die USA - befürchten, durch die Sparanstrengungen könnte die Weltwirtschaft abgewürgt werden. Gerade Deutschland exportiert viele Waren, wie hier im Hamburger Hafen. China dagegen hat einen der wichtigsten Streitpunkte des Gipfels geschickt entschärft. Streit wird erwartet, wenn es um die Zähmung der Finanzmärkte geht. Ehemalige Entwicklungsländer wie Indien und Brasilien erleben ein gewaltiges Wirtschaftswachstum.
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