In acht Stunden um die ganze Welt

Klirrende Kälte bei zwölf Grad minus. Eisiger Wind fegt mit 80 Grad über den zu testenden BMW. Wir sind in München und alles ist nur simuliert.

Klirrende Kälte bei zwölf Grad minus. Eisiger Wind fegt mit 80 Grad über den zu testenden BMW. Wir sind in München und alles ist nur simuliert.

Klirrende Kälte bei zwölf Grad minus. Eisiger Wind fegt mit 80 Grad über den zu testenden BMW. Wir sind in München und alles ist nur simuliert. Die Räder kommen zum Stillstand, der Schneefall stoppt innerhalb von Sekunden, große Deckenscheinwerfer flammen auf. Die Winter-Simulation im neuen Energie- und Umwelttechnischen Versuchszentrum in München ist beendet. Ist die Winter-Simulation beendet, wird der 5er vom Rollenprüfstand gefahren. Die Ingenieure im Kontrollraum lesen die Versuchsdaten aus, und schon kann der nächste Test vorbereitet werden. In fünf riesigen Klima-Windkanälen und zwei Kammerprüfständen testet BMW die Betriebs- und Verkehrssicherheit neuer Autos und Motorräder unter allen klimatischen Bedingungen. Der Höhenprüfstand simuliert in einer thermisch isolierten Druckkammer Straßenfahrten bis zu 200 Km/h in einer Höhe von mehr als 4000 Metern. Ein 900 Kilowatt starkes Gebläse erzeugt mit bis zu 1350 Umdrehungen pro Minute Wind. Der Wagen kann vom Pikes Peak - 2 Grad über Null - bis ins Death Valley - 30 Grad im Schatten - fahren, ohne auch nur einmal die Münchner Heimat zu verlassen. In wenigen Stunden oder Tagen kann jetzt ein Spektrum abgedeckt werden, für das die BMW-Ingenieure bisher wochenlang unterwegs waren. Drei Wochen Arjeplog bedeutet jetzt: Ein Tag im EVZ. Mit dem neuen Simulationszentrum wollen die Münchner nicht nur den enormen finanziellen, energetischen und logistischen Aufwand begrenzen, den Erprobungsfahrten rund um den Globus bereiten. Ganz werden die getarnten Prototypen natürlich nicht vom Polarkreis oder aus der Wüste verschwinden. Dauerlaufversuche zum Beispiel werden auch weiterhin auf Straßen oder Teststrecken stattfinden.
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