03.11.2020, 13.56 Uhr

Phantastische Tierwesen 3: Was passiert mit Johnny Depps Rolle in "Phantastische Tierwesen 3"?

Johnny Depp im Sommer vor einem Gerichtstermin in London

Johnny Depp im Sommer vor einem Gerichtstermin in London Bild: Tom Rose/shutterstock.com/spot on news

Noch hat Johnny Depp (57) offenbar einige Fans da draußen. "#JusticeforJohnny" trendete auf Twitter, nachdem seine Niederlage vor Gericht bekannt wurde. Seine Verleumdungsklage gegen News Group Newspapers, den Herausgeber des britischen Boulevardblattes "The Sun", wurde am Montag (2. November) für nichtig erklärt. Für seine Karriere viel entscheidender dürfte aber sein, ob Depp noch Fans in der Filmindustrie hat...

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Anwälte wollen weiterkämpfen

Der Grund für den Prozess: In einem im April 2018 veröffentlichten Artikel wurde der Hollywood-Star als "Frauenschläger" bezeichnet. Im Juli 2020 folgte ein 16-tägiger Prozess vor dem Royal Courts of Justice in London, in dem auch Depps Ex-Frau Amber Heard (34) aussagte. Sie soll in der Ehe, die von 2015 bis 2017 dauerte, Opfer häuslicher Gewalt geworden sein. Der Prozess hatte sich zu einem Rosenkrieg der einstigen Eheleute entwickelt und sorgte weltweit für Schlagzeilen.

Richter Andrew Nicol (69) fällte das Urteil. Unter anderem zitierte die britische BBC daraus: Depp habe zwar "die notwendigen Elemente seines Klageanspruchs in der Verleumdungsklage nachgewiesen". Dennoch hätten "die Angeklagten gezeigt, dass das, was sie in der von mir aufgefassten Bedeutung veröffentlicht haben, im Wesentlichen der Wahrheit entsprach". Johnny Depps Anwälte kündigten bereits an, das Urteil anzufechten zu wollen.

Wie geht es weiter?

Die Gerichtsentscheidung könnte in Hollywood für überraschte Gesichter gesorgt haben. Dort habe es die weit verbreitete Annahme gegeben, dass Depp den Fall nicht angegangen wäre, wenn er nicht vom Sieg überzeugt gewesen wäre, wie "The Guardian" berichtet. Branchenexperte Steven Gaydos von "Variety" wird außerdem mit den Worten zitiert: "Er hatte keine andere Wahl, als sich zu verteidigen." Depp habe den möglichen Schaden richtig eingeschätzt, den die Bezeichnung "Frauenschläger" seiner Zukunft zufügen würde. Wie es mit dem Schauspieler nun weitergehe, sei unklar.

Aktuell stellen sich wohl viele Kinofans die Frage, was mit seiner Rolle im "Phantastische Tierwesen"-Franchise passiert. Ende September nahm das Filmstudio Warner Bros. die Produktion des dritten Films des "Harry Potter"-Spin-offs wieder auf, nachdem die Dreharbeiten im März aufgrund der Corona-Pandemie eingestellt worden waren. Geplant ist bislang, dass der Streifen Ende des kommenden Jahres in die Kinos kommen soll.

Liegt Johnny Depps Karriere in J.K. Rowlings Händen?

Ob "Harry Potter"-Schöpferin J.K Rowling (55), die vor Kurzem erstmals öffentlich darüber sprach, dass sie während ihrer ersten Ehe häusliche Gewalt erlebt habe, weiter zu ihm steht? Vor drei Jahren noch hatte sie Johnny Depp und sein Engagement in ihrer neuen Filmreihe in einem Statement verteidigt. Nach dem Urteil von London hat sie sich bislang nicht zu Wort gemeldet.

Für Warner Bros. dürfte es um eine Menge Geld gehen. Noch gebe es Hoffnung, dass Depp die Dreharbeiten abschließen könne, zitiert die "Daily Mail" den Medienanwalt Mark Stephens, der sich allerdings auch "ziemlich sicher ist", dass seine Arbeitgeber prüfen, ob es eine Klausel gibt, die es ermöglichen würde, den Schauspieler aus allen Filmen zu streichen, die noch nicht gedreht oder veröffentlicht wurden. "Genau das ist mit Kevin Spacey passiert und er stand nicht vor Gericht." Spacey verlor unter anderem seine Rolle in "House of Cards", nachdem ihm sexuelle Vergehen vorgeworfen worden waren. Alle Anklagen bisher wurden fallengelassen.

Stephens riet Depp, nicht weiter vor Gericht zu ziehen, der einzige Ausweg für den gefallenen Star wäre es, sich Hilfe zu holen, Reue zu zeigen und sich zu entschuldigen, so der Anwalt. 25 Projekte soll Johnny Depp angeblich noch in der Vorproduktion haben. Was "Phantastische Tierwesen" angeht, gibt es noch keinen Hinweis, was die Zukunft für ihn bringt.

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