27.07.2015, 23.01 Uhr

Paul Rudd im Interview: Unanständige Gedanken im "Ant-Man"-Kostüm

Von news.de-Redakteurin Susett Queisert

Paul Rudd ist vor allem durch Komödien ("Immer Ärger mit 40") und romantische Dramen ("Woher weißt du, dass es Liebe ist?") bekannt geworden. Bis ihm Marvel anbot, die Rolle des "Ant-Man", die zuvor für Edgar Wright, der auch das Drehbuch mitschrieb, vorgesehen war.

News.de-Redakteurin Susett Queisert traf den sympathischen Amerikaner in London und sprach mit ihm über seine Rolle, das Schrumpfen und die Avengers.

Paul Rudd in seiner Rolle des Diebes und Familenvaters Scott Lang, der zu Ant-Man werden sollte.

Paul Rudd in seiner Rolle des Diebes und Familenvaters Scott Lang, der zu Ant-Man werden sollte. Bild: Walt Disney Pictures

Ursprünglich waren Sie nicht für die Rolle des "Ant-Man" vorgesehen. Waren Sie überrascht, als man Ihnen die Rolle anbot?

Paul Rudd: Nicht überraschter als Sie! Es war aufregend, wirklich aufregend. Und ich mochte den Gedanken, dass die Leute diese Rolle nicht von mir erwarteten.

Sie haben viel in Komödien und Dramen mitgespielt, und auch Marvel lebt von dem Humor. Haben Sie sich deshalb zu dem Projekt hingezogen gefühlt, weil Sie sich hier zuhause fühlen?

Rudd: Wenn man eine Rolle spielt, denke ich nicht an das Genre. Ich analysiere nicht alles. Ich spiele einen Typen, den ich so spiele, wie ich ihn in jedem anderen Film spielen würde. Diese Rolle fühlte sich als nicht anders an. Klar, so etwas wie Motion Capturing oder die Kampfszenen habe ich vorher noch nie gemacht. Aber ich mochte den Gedanken, mal etwas anderes zu machen. Ich bin kein Comedian, mein Hintergrund ist weder Sketch-Comedy noch Improvisation. Ich bin zwar aktuell für Komödien bekannt, aber habe auch viele Sachen abseits davon gemacht. Aber die Action und die Tatsache, auf die Größe einer Ameise geschrumpft zu werden, das war wirklich neu.

Sie sehen wirklich fit und durchtrainiert in dem Film aus. Was ist Ihr Geheimnis? Oder ist alles CGI?

Rudd: Es ist alles CGI! Nein, das Geheimnis war, dass ich die ganze Zeit trainierte und nichts aß. Es gab keinen Zucker, keine Kohlenhydrate, keinen Alkohol. All die guten Sachen gab es nicht. Aber ich wachte früh am Morgen auf und fühlte mich super. Es klingt verrückt, aber ich genoss es.

Wollen Sie sich diesem puristischen Lebensstil gänzlich zuwenden?

Rudd: Ja, klar, für zwei Jahre habe ich so gelebt. Jetzt bin ich nicht mehr ganz so streng zu mir. Aber ich trainiere nach wie vor. Aber ich bin heute nicht so weit entfernt vom Stand damals. Man weiß ja nie, ob Marvel nicht morgen anruft (lacht).

Hope van Dyne (Evangeline Lilly), Scott Lang (Paul Rudd) und Hank Pym (Michael Douglas) bei der Lagebesprechung.

Hope van Dyne (Evangeline Lilly), Scott Lang (Paul Rudd) und Hank Pym (Michael Douglas) bei der Lagebesprechung. Bild: Walt Disney Pictures

An welchem Punkt des Drehbuchs kamen Sie ins Spiel? Gab es etwas, was Sie gern in die Rolle einfließen lassen wollten oder was Sie von Ihrem Vorgänger Edgar Wright nicht übernehmen wollten?

Rudd: Wir wollten das Drehbuch an einen Ort bringen, wo wir uns wohl fühlten und wo die Handlung spielen sollte. Sie wollen jetzt sicher Details hören, aber ich gehe nicht so tief ins Detail. Wir nutzen Edgars und Joes (Cornish) Skript als Vorlage für alles und letztlich fühlte es sich wie eine Zusammenarbeit an.

Jetzt, wo Sie in das Marvel-Universum eingestiegen sind, denken Sie, es war ein Segen für Ihre Karriere?

Rudd: Fragen Sie mich nächstes Jahr nochmal. Ich denke nicht an die Ergebnisse, sondern ich liebe einfach die Erfahrungen beim Dreh. Und hier waren es sehr positive Erfahrungen. Ich mochte es, dass ich mich über lange Zeit auf eine Sache konzentrieren konnte.

Haben Sie im Vorfeld die Comics gelesen?

Rudd: Nein, ich kannte die Comics nicht wirklich. Ich kannte den Charakter, mehr aber nicht. Ich hatte als Kind ein paar Marvel-Comics, aber aufgewachsen bin ich mit britischen Dandy-Comics. Von denen war ich mehr besessen als von Superhelden-Comics. Also habe ich einen Crashkurs über Ant-Man gemacht. Aber ich kenne die Marvel-Filme, habe sie gesehen und ich kenne auch die Charaktere daraus.

Was würden Sie tun, wenn Sie so klein wie eine Ameise wären?

Was würden Sie tun, wenn Sie so klein wie eine Ameise wären? Bild: Walt Disney Pictures

Wie war es, dass erste Mal den Ant-Man-Anzug überzuziehen?

Rudd: Es war atemberaubend, den Anzug anzuziehen. Ich fühlte mich wie ein Kind. Und der Anzug sieht so cool aus. Es gab einige Anproben und die Kostümbildner haben sich jedem Detail gewidmet. Es war fantastisch zu sehen, wie sie über kleine Ausführungen und Linien sprachen.

Wenn Sie die Möglichkeit hätten, den Anzug für einen Tag im richtigen Leben zu tragen, was würden Sie machen?

Rudd: Als wir den Anzug besprachen, diskutierten wir auch darüber, was damit alles möglich wäre. Einiges davon floss in den Film ein. Es beflügelt, wenn man daran denkt, was man damit alles machen kann: einiges ist erstaunlich, anderes grenzwertig. Ich denke, wir können uns vorstellen, was das sein könnte (lacht). Ich fand es cool daran zu denken, jede mögliche Art von Sportevent zu sehen. Direkt auf dem Spielfeld oder auf dem Rand von Jack Whites Gitarre zu sitzen. All diese Sachen kann man machen – und dann noch die unanständigen Dinge...

"Ant-Man" mit Paul Rudd läuft seit dem 23. Juli 2015 in den deutschen Kinos - selbstverständlich in 3D. Bild: Walt Disney Pictures

Was war die anstrengendste Szene des Drehs?

Rudd: So genau kann man das nicht sagen. Aber das Motion Capturing war herausfordernd, da ich es vorher nie gemacht habe, und es war ermüdend. Ständig muss man es wiederholen. Rennen, rollen, springen – und alles im Anzug. Es war physisch sehr anstrengend.

Ant-Man ist in den Comic einer der Gründungsmitglieder der Avengers. Endlich brachte man die Figur auch in das cineastische Marvel-Universum. Sie haben nun auch für "Captain America: Civil War" gedreht. Auf wessen Seite steht "Ant-Man" in diesem Film?

Rudd: Sie glauben doch wohl nicht im Ernst, dass ich das erzählen werde! Keine Chance... Aber ich habe Captain Americas Schild gehalten, ich wollte nur mal sehen, wie sich das anfühlt.

Vielen Dank für das Interview.

"Ant-Man" mit Paul Rudd in der Hauptrolle läuft seit dem 23. Juli 2015 in den deutschen Kino.

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qus/loc/news.de
Themen: Film, Interview
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