20.08.2020, 17.00 Uhr

Verkehr: So geht der Ausbau der E-Mobilität voran

Immer häufiger stehen Ladestationen direkt am Arbeitsplatz - oder zuhause in den Wohngebieten

Immer häufiger stehen Ladestationen direkt am Arbeitsplatz - oder zuhause in den Wohngebieten Bild: Petair / Shutterstock/spot on news

Elektromobilität nimmt deutschlandweit Fahrt auf. Ob zwei oder vier Räder - nie zuvor waren in der Bundesrepublik mehr Fahrzeuge zugelassen als heute. Das liegt nicht zuletzt am Ausbau der Ladeinfrastruktur, der zunehmend vorankommt - aber auch an der E-Auto-Kaufprämie, die die Bundesregierung im Rahmen des Corona-Konjunkturprogramms verabschiedet hat. Das passiert gerade auf dem Markt der E-Mobilität.

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Wachsender Absatz von E-Autos

Laut einer Studie des Energiekonzerns Eon sind in Deutschland inzwischen mehr als 136.000 reine Elektroautos zugelassen. Allein 53.000 davon kamen vergangenes Jahr hinzu - ein Plus von 64 Prozent. Je nach Bundesland unterscheidet sich die Anzahl zugelassener E-Autos allerdings deutlich: Während in den größten Bundesländern Bayern und Nordrhein-Westfalen jeweils über 25.000 rein elektrisch betriebene Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind, sind es in Schleswig-Holstein, Berlin, Sachsen, Hamburg, Thüringen, Brandenburg, Sachens-Anhalt, dem Saarland, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen jeweils unter 5.000 zugelassene Fahrzeuge, die ausschließlich mit Strom fahren.

Autos fahren, wo Stationen stehen

Dieser Trend deckt sich mit den Ladesäulen in den jeweiligen Bundesländern. Von den etwas über 19.000 Stationen stehen rund ein Drittel in Bayern (3.800) und Nordrhein-Westfalen (3.300). Schlusslichter sind bei der Ladeinfrastruktur die Länder, in denen auch die wenigsten Fahrzeuge zugelassen sind: In Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Sachsen, Berlin, Hamburg, Thüringen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, das Saarland und Bremen stehen bislang jeweils weniger als 1.000 Ladestationen, wie der "Energieatlas" des Unternehmens zeigt.

E-Bikes unvermindert stark

Bereits einige Jahre früher eingesetzt hat der Elektro-Trend bei Fahrrädern: Laut einer Pressemitteilung des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) wurde 2019 erstmals die Millionenmarke geknackt - 1,36 Millionen verkaufte E-Bikes entsprechen einem Zuwachs von fast 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dadurch stieg der Gesamtanteil von E-Bikes am Fahrradmarkt in Deutschland auf über 31 Prozent, der ZIV spricht bereits davon, dass bald jedes zweite Fahrrad elektrisch betrieben sein könnte. Diese Tendenz geht jedoch zulasten nicht motorisierter Fahrräder. Letztes Jahr verzeichneten die Händler hier einen Absatzrückgang von rund acht Prozent.

Gespaltene Sicht auf E-Scooter

Seit etwas mehr als einem Jahr sind in Deutschland E-Scooter auf den Straßen zugelassen. Die nutzen laut einer Feldstudie des ADAC vor allem von Touristen und Menschen, die auf dem Weg zu öffentlichen Verkehrsmitteln sind. Privat nutzen Deutsche E-Scooter kaum, was auch daran liegt, dass die Hersteller ihre motorisierten Untersätze in der Regel für Privatkunden gar nicht anbieten. Dazu kommt, dass die Skepsis gegenüber den Rollern wächst: Laut einer Untersuchung von Bitkom rechnen 69 Prozent der Befragten mit mehr Unfällen, 45 Prozent sind gar der Meinung, die Roller sollten verboten werden.

Dabei tut sich ein Generationenkonflikt auf: 16- bis 29-Jährige sind den Rollern gegenüber aufgeschlossen und nutzen sie regelmäßig, während ältere Menschen nur wenig mit ihnen anfangen können. Besonders deutlich wird das bei der Einschätzung, ob E-Roller Autos ersetzen können: Nur neun Prozent der über 65-Jährigen halten das für möglich, rund die Hälfte der unter 30-Jährigen ist der Meinung, mit ausreichender E-Scooter-Versorgung ließe sich das umsetzen.

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Themen: Deutschland