09.10.2019, 16.25 Uhr

Thomas Cook-Pleite im News-Ticker: Deutsche Thomas Cook sagt Reisen bis Ende des Jahres ab

Thomas Cook hat Insolvenz angemeldet.

Thomas Cook hat Insolvenz angemeldet. Bild: picture alliance / Andy Rain//dpa

Das britische Reiseunternehmen Thomas Cook hat alles versucht, um einer Pleite zu entgehen. Doch die Bemühungen um Rettung des angeschlagenen britischen Touristikkonzerns sind gescheitert.

Passend dazu: Höhere Pendlerpauschale, CO2-Preis und Co.: DAS beinhaltet das Klimapaket!

  • Betroffenen Thomas-Cook-Urlaubern steht Schadenersatz zu
  • DER Touristik: Beteiligung an Condor denkbar
  • Condor fliegt weiter - Deutsche Thomas Cook meldet Insolvenz an
  • Deutsche Thomas Cook sagt Reisen ab

Aktuelle Informationen zur Insolvenz von Thomas Cook im News-Ticker

+++ 09.10.2019:Deutsche Thomas Cook: Reisen bis Ende des Jahres abgesagt +++

Der insolvente deutsche Reiseveranstalter Thomas Cook hat alle Reisen bis einschließlich 31. Dezember abgesagt. Das gilt auch, wenn sie bereits teilweise oder gänzlich bezahlt wurden, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Oberursel bei Frankfurt mit. "Wir bedauern sehr, dass wir diese Reisen absagen müssen, können aber deren Durchführung nicht gewährleisten", sagte Stefanie Berk, Vorsitzende der Geschäftsführung. Das Unternehmen arbeite mit Hochdruck daran, ab 1. Dezember 2019 wieder operativ tätig zu sein und dann auch Reisen ab dem Jahresbeginn 2020 wieder anbieten zu können.

Das Unternehmen, zu dem unter anderem Neckermann Reisen, Öger Tours und Bucher Reisen gehören, war in den Sog der Pleite des britischen Mutterkonzerns geraten. Drei deutsche Thomas-Cook-Gesellschaften stellten Insolvenzantrag.

+++ 01.10.2019:Thomas-Cook-Kunden bekommen Geld nicht voll erstattet, erklärt Versicherung +++

Ernüchterung bei allen Kunden, die wegen der Insolvenz des Reiseveranstalters Thomas Cook ihre Reise nicht antreten konnten. Diese könnten nicht mit der vollen Erstattung ihrer Zahlungen rechnen, erklärte die Versicherung Zurich Deutschland jetzt. Bislang sei noch nicht klar, wie hoch die Schadenssumme und die Erstattungsquote sei, erklärte Zurich-Sprecher Bernd Engelien.

Demnach würde in der Regel gelten: Wenn die Schadenssumme doppelt so hoch ist wie die versicherte Summe, würden die Ansprüche zur Hälfte gedeckt. In einem ersten Schritt müsste die Versicherung Hotelrechnungen für Urlauber, die beim Insolvenzantrag schon unterwegs waren, sowie die Rückflüge bezahlen.

+++ 01.10.2019: DER Touristik: Beteiligung an Condor denkbar +++

Der Reisekonzern DER Touristik hat wenig Interesse an einer Übernahme des insolventen deutschen Veranstalters Thomas Cook. "Wir haben ein sehr gut aufgestelltes Portfolio an Marken und Produkten", sagte Zentraleuropa-Chef Ingo Burmester. "Nur Volumen zu gewinnen, macht wenig Sinn." Zugleich hat DER Touristik großes Interesse, dass der ebenfalls zum insolventen britischen Reisekonzern Thomas Cook gehörende Ferienflieger Condor weiter in der Luft bleibt.

"Eine gesamthafte Übernahme von Condor kann ich mir nicht vorstellen. Eine anteilige Beteiligung würde ich aber nicht grundsätzlich ausschließen", sagte Burmester. Die Priorität aus Sicht von DER Touristik liege aber in einer "eigenständigen, dauerhaft erfolgreichen Airline".

Condor ist ein wichtiger Partner verschiedener Reiseveranstalter. Die Airline fliegt derzeit planmäßig. Sie hat im Gegensatz zu dem Reiseveranstalter keinen Insolvenzantrag gestellt, sondern ist in einem Schutzschirmverfahren. Damit soll verhindert werden, dass Geld an den insolventen britischen Mutterkonzern abfließt.

+++ 30.09.2019: Hoffnung bei Thomas Cook ruht auf Traditionsmarke Neckermann +++

Der insolvente deutsche Reiseveranstalter Thomas Cook hofft auf einen Neustart unter der Traditionsmarke Neckermann Reisen. "Ich sehe gute Chancen, die glorreiche Vergangenheit wiederzubeleben", sagte Stefanie Berk, Geschäftsführerin der deutschen Thomas Cook. Neckermann sei nach wie vor die volumenstärkste Reisemarke des Unternehmens in Deutschland.

"Die Situation für die rund 2000 Beschäftigten ist hart, aber man merkt Aufbruchstimmung", berichtete Berk. "Der Auftritt der vorläufigen Insolvenzverwalter vergangene Woche auf der Betriebsversammlung hat den Eindruck hinterlassen, dass die Sanierung gelingen kann." Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind den Angaben zufolge bis Ende November 2019 durch das Insolvenzgeld gesichert.

+++ 29.09.2019: Thomas Cook warnt Kunden vor E-Mail-Betrugsmasche +++

Nach der Pleite des britischen Reisekonzerns Thomas Cook wollen Betrüger offenbar sensible Kundendaten abfischen. Thomas Cook in Deutschland warnte am Samstagabend via Twitter und auf seiner Homepage: «Derzeit gibt es eine böse E-Mail-Betrugsmasche: Diese E-Mail ist als offizielle Nachricht von Thomas Cook deklariert mit dem Betreff: "Wichtig: Erstattung Ihrer Thomas Cook-Reise." "Darin würden sensible Daten abgefragt, beispielsweise Pass- und Kreditkartendaten. Thomas Cook habe aber "zu keiner Zeit E-Mails dieser Art an Kunden verschickt. Bitte ignorieren Sie diese Mails und löschen diese", hieß es weiter.

Thomas Cook in Deutschland war in den Sog der Pleite des britischen Mutterkonzerns geraten und hatte am Mittwoch Insolvenzantrag gestellt. Insolvenzverwalter wollen versuchen, die drei Thomas-Cook-Gesellschaften in Deutschland fortzuführen und eine Zukunftslösung zu finden. Für die Unternehmen sollen Investoren gefunden werden.

Urlauber, die für die kommenden Tage gebucht hatten, können seit Wochenbeginn nicht mehr mit der deutschen Thomas Cook starten. Wie das Unternehmen am Donnerstagabend mitteilte, wurden alle Reisen bis einschließlich 31. Oktober abgesagt, auch wenn sie schon bezahlt sind. Wie es um Reisen mit Start ab dem 1. November 2019 steht, ließ das Unternehmen offen. In Abstimmung mit der Insolvenzversicherung werde die weitere Vorgehensweise geprüft, hieß es.

Nach Angaben vom Freitag waren noch 55 000 Thomas-Cook-Pauschalurlauber aus Deutschland unterwegs. Zu Beginn der Woche waren es noch etwa 140 000.

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+++ 27.09.2019: Versicherer will Hotels von Thomas-Cook-Reisenden sofort anzahlen +++

Um Konflikte über die Bezahlung von Urlaubsunterkünften zu vermeiden, will die Zurich-Versicherung Thomas-Cook-Pauschaltouristen im Ausland zusätzlich unterstützen. Auf Basis der Buchungsinformationen und ohne Vorlage gesonderter Rechnungen sollen die Hotels in den Ferienorten jetzt 50 Prozent der ausstehenden Zahlungen erhalten, wie ein Unternehmenssprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte. "Dies gilt sofort und unter der Voraussetzung, dass Thomas-Cook-Reisende von diesen Hotels ab sofort weder zur individuellen Zahlung von Hotelrechnungen aufgefordert oder anderweitig genötigt werden", sagte Sprecher Bernd Engelien.

Die Versicherung reagierte damit auf Berichte von Hotelgästen, die nach eigenen Angaben gezwungen worden waren, ihre Unterkünfte vor Ort selbst zu bezahlen. Einige musste demnach mehr als 1000 Euro auf den Tisch legen. Der Deutsche Reiseverband (DRV) und der Bundesverband der Verbraucherzentralen hatten dies scharf kritisiert.

Wie viele Hotels betroffen sind, werde am Freitag mit dem insolventen Reiseanbieter abgestimmt, sagte der Versicherungs-Sprecher. Nach Angaben vom Donnerstag waren noch 70 000 Thomas-Cook-Pauschalurlauber aus Deutschland unterwegs. Die Zurich Deutschland hat Urlaub und Rückreise der Thomas-Cook-Kunden abgesichert.

Thomas Cook in Deutschland war in den Sog der Pleite des britischen Mutterkonzerns geraten und hatte am Mittwoch Insolvenzantrag gestellt. Insolvenzverwalter wollen versuchen, die drei Thomas-Cook-Gesellschaften in Deutschland fortzuführen und eine Zukunftslösung zu finden.

+++ 27.09.2019: Urlaube bis 13. Oktober gestrichen: Kein Geld zurück! +++

Kunden des insolventen Reisekonzerns Thomas Cook sind dieser Tage nicht zu beneiden. Nachdem die Hotels,die mit dem Unternehmen zusammenarbeiten, nicht bezahlt wurden, versuchten manche Hoteliers versuchten das Geld direkt bei den Urlaubern abzupressen. Doch nun müssen die Kunden einen weiteren Schlag einstecken.

Alle Reisen bis zum 13. Oktober können nicht angetreten werden, berichtet der Newsroom von Thomas Cook. Betroffen sind demnach Reisen die bei den Marken ""Air Martin", "Bucher Reisen", "Neckermann Reisen", Öger Tours" oder "Thomas Cook" gebucht wurden. Kunden die bereits in Vorkasse gegangen sind können jedoch nicht damit rechnen, dass Sie ihr Geld zurückbekommen. Wie es danach weitergeht ist noch nicht klar.

Auf der eignen Website versichert der Reiseanbieter "Thomas Cook", dass Gäste, die bereits im Zielgebiet sind und einen Sicherungsschein mit ihrer Reise gebucht haben, den Urlaub bis zum Ende fortsetzen können. Was mit Urlaubern passiert, die keinen solchen Schein haben, wird nicht ausdrücklich erwähnt. Das Unternehmen prüft, was mit den bereits gebuchten Reisen ab dem 14. Oktober passiert. 

+++ 26.09.2019: Ende des Traumurlaubs: Hotels machen Touristen nach Cook-Pleite Druck +++ 

Die ersten Tage in Khao Lak sind für Kevin H. und Chiara L. noch so, wie man sich einen Urlaub in Thailand vorstellt. Das Wasser der Andamanensee türkis, feiner Sandstrand mit Palmen und dahinter ihr Fünf-Sterne-Hotel "The Haven", eine moderne Anlage mit großer Poollandschaft.

Versprechen: "Wir bieten Ihnen ein unvergessliches Urlaubserlebnis." So ist das auch gekommen. Nur ganz anders als gedacht. Denn aus dem Traumurlaub wird für das Paar aus Oldenburg ein Alptraum.

Wegen der Insolvenz des Reiseveranstalters Thomas Cook besteht das Hotel darauf, dass alle Thomas-Cook-Kunden ihre Rechnung nochmals bezahlen - und zwar persönlich und direkt vor Ort. Für Kevin H. (29) und Chiara L. (23) bedeutet dies, dass sie auf den längst überwiesenen Pauschalpreis von 3450 Euro nochmals 1600 Euro drauflegen müssen. Macht: 5050 Euro für zehn Tage Strand.

+++ 26.09.2019: Ryanair hat kein Interesse an Thomas-Cook-Tochter Condor +++ 

Ryanair-Chef Michael O'Leary hat einem möglichen Einstieg beim deutschen Ferienflieger Condor eine Absage erteilt. Ryanair habe kein Interesse daran, weitere Airlines zu kaufen, sagte der Chef von Europas größtem Billigflieger am Donnerstag in Wien. Die Fluglinie Condor sucht nach der Insolvenz ihres britischen Mutterkonzerns Thomas Cook nach einem Käufer.

Im Gegensatz zu Thomas Cook war Condor in den vergangenen Jahren fast durchweg profitabel und fliegt nach der Pleite der britischen Mutter vorerst weiter. Ein staatlicher Überbrückungskredit in Höhe von 380 Millionen Euro soll den Ferienflieger in der Luft halten, bis ein Käufer gefunden ist. Laut Condor-Chef Ralf Teckentrup gab es bereits erste Gespräche mit möglichen Interessenten.

Ryanair-Chef O'Leary geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Lufthansa die Kontrolle bei Condor übernimmt. Falls die größte deutsche Fluggesellschaft aus Gründen des Kartellrechts Teile des Condor-Geschäfts abgeben müsse, könne er sich vorstellen, dass Ryanair solche Teile erwirbt. Nach der Pleite von Air Berlin und deren österreichischer Tochter Niki 2017 war der irische Billiganbieter zunächst leer ausgegangen, verleibte sich aber später die Niki-Nachfolgerin Laudamotion ein.

Ein Lufthansa-Sprecher wollte sich zu den Absichten seines Konzerns weiterhin nicht äußern. Der Chef des weltgrößten Reisekonzerns Tui, Fritz Joussen, hatte der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX diese Woche gesagt: "Wir haben kein Interesse an Condor angemeldet."

+++ 25.09.2019: Verband kritisiert erneutes Abkassieren von Thomas-Cook-Hotelgästen +++

Der Deutsche Reiseverband (DRV) hat es als "völlig inakzeptabel" kritisiert, wenn Hotelgäste des insolventen Reiseveranstalters Thomas Cook erneut zur Kasse gebeten werden. Der Verband erhalte vermehrt Kenntnis von Hotels, die in Urlaubsdestinationen Pauschalurlauber festhalten, die mit Thomas Cook Deutschland gebucht haben, teilte der DRV am Mittwoch in Berlin mit. Nach der Insolvenz des deutschen Reiseveranstalters zwingen Hotels die Reisenden dem Verband zufolge ein weiteres Mal zur Zahlung.

Die meisten Hotels verhielten sich sehr fair. "Aber es gibt leider auch andere Fälle, die völlig inakzeptabel sind", kritisierte DRV-Präsident Norbert Fiebig: "Die Urlauber haben ihren Reisepreis bezahlt. Es gibt keinen Grund, sie vor Ort festzuhalten." Zudem gebe es eine Zusage des Insolvenzversicherers Zurich, in Folge der Insolvenz von Thomas Cook Deutschland die Kosten für die Hotels zu übernehmen. Der DRV forderte nach eigenen Angaben die Hotelverbände und Fremdenverkehrsämter in den Urlaubsländern auf, die jeweiligen Hotels darüber zu informieren, "dass der Insolvenzversicherer Zurich die Kosten für alle Hotels übernehmen wird, in denen die Pauschalreisegäste von Thomas Cook Deutschland aktuell untergebracht sind". Dies gelte folglich auch für Pauschalreisende der Veranstalter Neckermann Reisen, Öger Tours, Bucher Reisen, Thomas Cook Signature und Air Marin.

+++ 25.09.2019: Nach Thomas-Cook-Pleite: London lässt Rückforderung von Boni prüfen +++

Nach der Insolvenz des britischen Reisekonzerns Thomas Cook will die Regierung in London prüfen lassen, ob Manager des Unternehmens ihre Millionen-Boni zurückzahlen müssen. Ein entsprechendes Schreiben sei bereits an die Insolvenzverwalter gegangen, sagte der britische Verkehrsminister Grant Shapps am Mittwoch im Parlament. Die Abgeordneten waren zum ersten Mal wieder im Unterhaus in London zusammengetreten, nachdem am Vortag eine von Premierminister Boris Johnson verordnete fünfwöchige Parlamentspause vom Obersten Gericht gekippt worden war.

Auch Johnson hatte Kritik an den hohen Boni geäußert. Er stellte infrage, "ob sich die Direktoren (...) selbst große Summen zahlen sollten, wenn Unternehmen so den Bach runtergehen", hatte Johnson am Montag (Ortszeit) am Rande der UN-Generalversammlung in New York gesagt.

Zum genauen Wert der Boni und Vergünstigungen kursierten am Dienstag unterschiedliche Zahlen. Nach Angaben der britischen Nachrichtenagentur PA hatten die Führungskräfte bei Thomas Cook in den vergangenen zehn Jahren Zahlungen von knapp 50 Millionen Pfund (57 Mio Euro) erhalten. Der "Guardian" sprach von Auszahlungen von mehr als 35 Millionen Pfund in den letzten zwölf Jahren. Die Top-Manager des Reiseunternehmens hätten seit 2014 Gehalts- und Bonuszahlungen im Wert von insgesamt 20 Millionen Pfund erhalten, berichtete die BBC unter Berufung auf Zahlen des Unternehmens.

+++ 25.09.2019: Auch Thomas Cook in Österreich stellt Insolvenzantrag +++

Nach dem deutschen Ableger des Reiseveranstalters Thomas Cook hat das Unternehmen auch in Österreich einen Insolvenzantrag gestellt. "Jeglicher Verkauf von Reisen aus dem Portfolio der Thomas-Cook-Veranstalter ist gestoppt", teilte das Unternehmen am Mittwoch in Wien mit. Nach Angaben der Verkehrsbüro Group, einem Zusammenschluss von mehr als 100 Reisebüros in Österreich, sind rund 500 Urlauber betroffen. "Wir verstehen, dass sehr viele Kunden wirklich gerne in den Urlaub fliegen wollen", sagte eine Sprecherin der Verkehrsbüro Group. Bei den bis 30. September anstehenden Abreisen werde nach Alternativen gesucht.

Zuvor hatte Thomas Cook Deutschland einen Insolvenzantrag gestellt. Etwa 140 000 Urlauber waren zuletzt mit dem Unternehmen mit den Marken Thomas Cook, Neckermann, Öger Tours, Air Marin und Bucher Reisen unterwegs.

+++ 25.09.2019: Unternehmer Wöhrl bekundet Interesse an Einstieg bei Condor +++

Der Nürnberger Unternehmer und Investor Hans-Rudolf Wöhrl hat Interesse an einem Einstieg bei der von der Thomas-Cook-Pleite betroffenen Fluggesellschaft Condor bekundet. "Condor braucht schnell einen neuen Eigentümer, der die Firma selbstständig weiterführt", sagte Wöhrl am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Das Vertrauen der Kunden müsse wiedergewonnen werden. Zuvor hatte der Bayerische Rundfunk über das Interesse Wöhrls berichtet.

Condor sei ein grundsätzlich gesundes Unternehmen und schon deshalb wohl nicht in einem Ein-Euro-Deal zu haben, sagte Wöhrl. "Daher würden wir den Kaufpreis mit anderen Investoren (gemeinsam) aufbringen."

Die Zusage von staatlichen Überbrückungskrediten für Condor bezeichnete Wöhrl als gerechtfertigt. Es gehe hier nicht darum, ein krankendes Unternehmen, künstlich am Leben zu halten. Condor sei auch für den Wettbewerb wichtig, weil sonst die Langstrecke fast ausschließlich großen internationalen Fluggesellschaften überlassen werde. "Ohne Condor werden Fernreisen zum Luxus", sagte Wöhrl.

Gleichzeitig richtete er schwere Vorwürfe gegen die britische Condor-Muttergesellschaft Thomas Cook. "Wie eine Kolonialmacht mit ihren Kolonien umzugehen pflegt", beschrieb er den Umgang des Konzerns mit Condor. Es sei anzunehmen, dass Thomas Cook die Rückstellungen, die üblicherweise in der Luftfahrtbranche für die weniger ertragreichen Wintermonate gebildet werden, aufgebraucht habe.

Hans Rudolf Wöhrl stammt aus dem gleichnamigen Modehaus, ist inzwischen aber seit langer Zeit in der Hotellerie und im Luftverkehr engagiert und hatte 1974 den Nürnberger Flugdienst (NFD) gegründet, einen Vorläufer der späteren Eurowings. Über seine Unternehmensgruppe Intro war er später auch bei der Deutschen BA (später: dba) eingestiegen. Wöhrl ist mit der früheren CSU-Bundestagsabgeordneten und Miss Germany Dagmar Wöhrl verheiratet.

+++ 25.09.2019: Auswärtiges Amt erwartet wenige Urlauber in Not wegen Cook-Insolvenz +++

Trotz des Insolvenzantrags des Reiseanbieters Thomas Cook erwartet das Auswärtige Amt keinen Massenandrang von im Ausland festsitzenden Urlaubern aus Deutschland. In den betroffenen Tourismusregionen sei die Zahl der Mitarbeiter in den Auslandsvertretungen aber verstärkt worden, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Mittwoch in Berlin. Man sei erleichtert, dass die Fluglinie Condor den Betrieb fortsetzen könne.

"Es sind viele Deutsche zurzeit mit Condor unterwegs im Urlaub. Und solange Condor diesen Flugbetrieb aufrecht erhalten kann, ist keine akute Gefahr, dass diese Passagiere im Ausland stranden", sagte der Sprecher. "Die Thomas Cook Deutschland hat einen Insolvenzantrag gestellt. Danach hat der Insolvenzversicherer bekanntgegeben, dass er ab sofort Kosten übernimmt, zum Beispiel für Hotel und Flüge und hat auch eine Hotline eingerichtet."

Es werde jetzt kein konkreter Fall erwartet von Menschen, die nicht wissen, wie sie zurückkommen sollen. Die Auslandsvertretungen stünden bereit, um in Notlagen zu helfen. So sei bekannt, dass teils Zahlungen vor Ort verlangt werden.

+++ 25.09.2019:Condor stellt Schutzschirmantrag +++

 

Der Ferienflieger Condor hat wie angekündigt einen Schutzschirmantrag gestellt. Der Antrag, bei dem es sich um eine Besonderheit des deutschen Insolvenzrechts handelt, ging nach Angaben des Amtsgerichts Frankfurt am Mittwoch ein. Mit dem Verfahren will Condor verhindern, dass Geld aus dem staatlichen Brückenkredit von 380 Millionen Euro an den insolventen britischen Mutterkonzern abfließt. Ziel sei, dass "niemand einen Euro aus Condor entwenden kann", hatte Vorstandschef Airline-Chef Ralf Teckentrup gesagt.

Bund und Land Hessen hatten am Dienstagabend angekündigt, der Fluggesellschaft mit einem Kredit in Höhe von insgesamt 380 Millionen Euro zur Seite zu springen.

Beim Schutzschirmverfahren wird kein Insolvenzverwalter eingesetzt, sondern lediglich ein Sachwalter bestellt. Dieser hat dem Gericht zufolge die Aufgabe, die Geschäftsführung zu überwachen. Um einen Schutzschirmantrag zu stellen, muss das Unternehmen zahlungsfähig sein und eine Sanierung möglich erscheinen. Das Amtsgericht will in den nächsten Tagen über den Antrag entscheiden.

+++ 25.09.2019: Deutsche Thomas Cook stellt Insolvenzantrag +++

Der deutsche Reiseveranstalter Thomas Cook kann sich dem Sog der Pleite der britischen Mutter nicht entziehen. Das Unternehmen stellte am Mittwoch nach eigenen Angaben Insolvenzantrag. Etwa 140.000 Urlauber sind aktuell mit dem Unternehmen mit den Marken Thomas Cook, Neckermann, Öger Tours, Air Marin und Bucher Reisen unterwegs. Was die Insolvenz genau für sie bedeutet, war zunächst unklar.

"Wir hätten diesen gerichtlichen Schritt natürlich lieber vermieden, doch leider ließ sich auf dem Verhandlungsweg keine kurzfristige Lösung erreichen", sagte Stefanie Berk, Vorsitzende der Geschäftsführung der Thomas Cook GmbH. Ziel sei ein sanierendes gerichtliches Verfahren. Das Gericht werde voraussichtlich noch am Mittwoch einen erfahrenen Restrukturierer einsetzen, der die Neuausrichtung des Geschäfts im Rahmen eines Insolvenzverfahrens federführend begleite.

Wie der Ferienflieger Condor hatte auch die Thomas Cook GmbH einen Antrag auf einen Überbrückungskredit beim Bund gestellt. Während Condor am Dienstagabend die Zusage über eine Bürgschaft von 380 Millionen erhielt, gab es zu Thomas Cook bisher keine Entscheidung. Der Veranstalter hatte den Verkauf von neuen Reisen bereits am Montag gestoppt.

+++ 25.09.2019: Thomas-Cook-Tochter Condor spricht bereits mit möglichen Käufern +++

Die Thomas-Cook-Tochter Condor spricht nach der Insolvenz ihres Mutterkonzerns mit möglichen Kaufinteressenten. "Wir sind in den letzten zwei Tagen bereits in Gesprächen mit solventen interessierten Parteien", sagte Condor-Chef Ralf Teckentrup am Dienstagabend in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Natürlich werde Condor mit den Interessenten ausloten, ob es intensivere Gespräche geben sollte. "Wir sind da guten Mutes", sagte Teckentrup.

Nach seiner Darstellung beginnen die Gespräche mit möglichen Käufern nicht bei Null. Schließlich habe Thomas Cook seine Airlines bereits im Februar zum Verkauf gestellt. "Wir hatten in der Zeit schon intensive Kontakte", sagte der Manager. Allerdings werde die Suche nach einem neuen Eigentümer nicht in wenigen Tagen über die Bühne gehen - auch um einen guten Preis zu erzielen.

+++ 24.09.2019: Staat hilft Condor mit Millionen-Kredit - Deutsche Thomas Cook hofft +++

Der Bund und das Land Hessen wollen dem Ferienflieger Condor nach der Insolvenz der Muttergesellschaft Thomas Cook mit einem Überbrückungskredit in Höhe von 380 Millionen Euro helfen. Diese Grundsatzentscheidung haben die zuständigen Ministerien getroffen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstagabend aus Verhandlungskreisen erfuhr. Hessen soll für die Hälfte des geplanten Hilfskredits bürgen. Nach früheren Unternehmensangaben sollen damit "Liquiditätsengpässe" verhindert werden.

Auch die Thomas Cook GmbH in Oberursel hat einen Antrag auf einen Überbrückungskredit beim Bund gestellt, wie das Unternehmen mitteilte. Beide Unternehmen sind nicht insolvent. In den Tourismusregionen, in denen Thomas Cook stark vertreten ist, sorgen sich vor allem Hotels und kleinere Unternehmen um die Zukunft.

Flughäfen und Gewerkschaften hatten die Bitte Condors um Staatshilfe unterstützt. Condor ist ein wichtiger Partner für deutsche Reiseveranstalter. Angesichts der bevorstehenden Herbstferien wäre ein Ausscheiden Condors aus dem Markt für die Tourismusbranche ein großes Problem. Die Pleite von Thomas Cook beflügelte erneut die Spekulationen über einen Verkauf Condors. Es gebe ein hohes Interesse auch bei Finanzinvestoren, sagte ein Condor-Sprecher.

Kunden der deutschen Thomas Cook können auch am 25. und 26. September ihre Reisen nicht antreten. Die Durchführung könne nicht garantiert werden, hieß es. Nach Hause fliegen könnten Pauschalreisegäste aktuell in der Regel wie geplant.Die Tochter mit den Marken Thomas Cook, Neckermann, Öger Tours, Air Marin und Bucher Reisen ist nicht insolvent. Sie führt derzeit Gespräche mit möglichen Kapitalgebern und allen zuständigen Gremien auf Regierungsebene in Berlin und Wiesbaden. "Wir tun alles in unser Macht Stehende, um den Fortbestand unseres Unternehmens zu sichern", sagte Stefanie Berk, Vorsitzende der Geschäftsführung der Thomas Cook GmbH. Der Verkauf von neuen Reisen bleibt gestoppt.

+++ 24.09.2019: Deutsche Thomas Cook beantragt Überbrückungskredit +++

Nach dem Ferienflieger Condor hat auch die deutsche Thomas-Cook-Tochter einen staatlichen Überbrückungskredit beim Bund beantragt. Die Anfrage sei am Montag erfolgt, sagte eine Sprecherin der Thomas Cook GmbH in Oberursel bei Frankfurt. Zur Höhe wurden keine Angaben gemacht. Zuvor hatte der "Hessische Rundfunk" darüber berichtet.

Der deutsche Reiseveranstalter Thomas Cook ist wie der Ferienflieger Condor durch die Pleite des britischen Mutterkonzerns in Bedrängnis geraten. Condor hält seinen Flugbetrieb bislang planmäßig aufrecht. Das Unternehmen hatte einen staatlich verbürgten Überbrückungskredit beantragt, um "Liquiditätsengpässe" zu verhindern. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelt es sich dabei um 200 Millionen Euro.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier kündigte eine Entscheidung der Bundesregierung über einen Überbrückungskredit für Condor "in den nächsten Tagen" an.

+++ 24.09.2019: Tunesischer Hotelverband nach Thomas-Cook-Pleite in Sorge +++

Angesichts noch offener Rechnungen in Millionenhöhe ist der tunesische Hotelverband FTH besorgt über die Insolvenz des britischen Reisekonzerns Thomas Cook. Derzeit warteten tunesische Hotels noch auf Zahlungen in Höhe von rund 70 Millionen Euro, sagte Mouna Ben Halima vom Hotelverband am Dienstag. Rund 100 Unterkünfte in Hammamet und auf der Ferieninsel Djerba seien betroffen. 40 Hotels arbeiteten ausschließlich mit Thomas Cook zusammen. "Wir sind sehr besorgt, was die Zukunft dieser Hotels betrifft", sagte Ben Halima.

Jährlich reisen nach Angaben des Hotelverbands rund 205 000 Touristen mit Thomas Cook nach Tunesien. Britische Urlauber machen rund zehn Prozent der europäischen Reisenden aus. Der Tourismus in Tunesien war von mehreren schweren Anschlägen 2015 hart getroffen worden und erholte sich erst langsam wieder davon.

"Ein zweiter Schock wie nach den Anschlägen vor vier Jahren würde die Branche hart treffen", so Ben Halima. Man warte jetzt ab, wie sich die Situation mit den Tochtergesellschaften weiter entwickele.

+++ 24.09.2019:SPD-Fraktion zuversichtlich für Condor-Hilfen +++

Der kommissarische SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich hat sich zuversichtlich gezeigt, dass die Bundesregierung Condor mit einem Überbrückungskredit helfen kann. "Von Seiten der SPD-Fraktion werden wir ihm keine Steine in den Weg stellen", sagte Mützenich vor einer Fraktionssitzung am Dienstag in Berlin.

Es gehe nicht nur darum, die Situation der Beschäftigten zu verbessern, sondern auch um ein Unternehmen, mit dem viele Menschen gern in den Urlaub reisten. "Von daher glaube ich schon, dass die Bundesregierung sowohl unternehmerische Größen mit in den Bezug nimmt, aber letztlich auch einen politischen Auftrag erfüllt", sagte Mützenich.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte eine Entscheidung der Bundesregierung über einen Überbrückungskredit für Condor "in den nächsten Tagen" angekündigt. Altmaier sagte, die Schwierigkeiten seien durch die Insolvenz der Muttergesellschaft Thomas Cook entstanden. "Es sind keine hausgemachten Probleme."

+++ 24.09.2019: Laut Altmaier Entscheidung zu Staatskredit für Condor in nächsten Tagen +++

Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat eine Entscheidung der Bundesregierung über einen Überbrückungskredit für Condor "in den nächsten Tagen" angekündigt. Das sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Berlin am Rande einer Industriekonferenz. Altmaier sagte, die Schwierigkeiten seien durch die Insolvenz der Muttergesellschaft Thomas Cook entstanden. "Es sind keine hausgemachten Probleme."

Es seien vor einigen Tagen Anträge auf Überbrückungskredite eingegangen. Es sei aber wichtig, die üblichen Verfahren anzuwenden. Die Anträge würden in Übereinstimmung mit der Bundeshaushaltsordnung geprüft. Das Wirtschaftsministerium stehe in engem Kontakt mit dem Finanz- sowie Verkehrsministerium.

+++ 24.09.2019: Spanien verliert wegen offener Thomas-Cook-Rechnungen 200 Millionen +++

Die spanische Tourismusbranche wird allein wegen der vom insolventen britischen Reisekonzern Thomas Cook nicht beglichenen Rechnungen nach Schätzungen mindestens 200 Millionen Euro verlieren. Diese Verluste würden große Hotelketten wie Meliá und Iberostar, aber auch mittlere und kleinere Unternehmen treffen, sagte der Vizepräsident des Reiseunternehmerverbandes Exceltur, José Luis Zoreda, am Montagabend in einem Radiointerview.

Das Aus von Thomas Cook trifft in Spanien vor allem die Kanaren, die Balearen und Andalusien. Mit dem britischen Reiseveranstalter waren im vergangenen Jahr rund 3,6 Millionen der insgesamt 82 Millionen ausländischen Touristen nach Spanien gekommen. Auf den Kanaren machten die Thomas-Cook-Kunden nach amtlichen Angaben 20 Prozent aller ausländischen Besucher aus, auf den Balearen waren es 10 bis 15 Prozent.

+++ 24.09.2019: Alle Condor-Flüge gehen wie geplant +++

Der deutsche Ferienflieger Condor hält seinen Betrieb weiter aufrecht. Alle Flüge würden wie geplant durchgeführt, sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag. Spezielle Teams beantworteten an den Flughäfen die Fragen der Passagiere. Gleichzeitig rede das Management mit allen Lieferanten und Partnerunternehmen, um seine Maschinen weiter in der Luft zu halten.

+++ 24.09.2019: Jetzt fallen auch Tui-Reisen wegen der Thomas-Cook-Pleite aus +++

Wie die britische "The Sun" berichtet, fallen im Zuge der Insolvenz von Thomas Cook nun auch Reise bei Konkurrent Tui aus.Wer bei Tui gebucht hat, aber mit einer Maschine von Thomas Cook geflogen wäre, muss zuhause bleiben. "Wir müssen leider Buchungen über Tui und First Choice streichen, die von Thomas Cook ausgeführt worden wären.", erklärte ein Tui-Sprecher gegenüber dem Blatt.Dies gelte ab sofort und zunächst bis 31. Oktober.

+++ 24.09.2019:Condor hofft weiter auf Staatskredit - Verbraucherschützer für Hilfe +++

Nach der Pleite des britischen Reisekonzerns Thomas Cook hofft der deutsche Ferienflieger Condor weiter auf staatliche Finanzspritzen. Zuletzt war offen, ob die Bundesregierung der bisher profitablen Fluggesellschaft einen Überbrückungskredit gewährt. Das könnte möglicherweise verhindern, dass Condor im Sog der Insolvenz des Mutterkonzerns Thomas Cook ebenfalls in Schräglage gerät.

Verbraucherschützer appellierten an die Bundesregierung, den beantragten Kredit an die Fluggesellschaft zu gewähren. Auch Flughafenbetreiber hoffen auf den Fortbestand der Airline. Zuvor hatten Gewerkschaften von der Bundesregierung gefordert, Condor zu unterstützen, um die 4900 Arbeitsplätze bei der Airline zu erhalten. Dagegen lehnt der Steuerzahlerbund staatliche Hilfen für Condor ab.

Am Montagabend gab die Tochtergesellschaft Thomas Cook Airlines Scandinavia in Schweden und Norwegen bekannt, Flüge an diesem Dienstag wieder aufzunehmen. Auch andere skandinavische Töchter, darunter Tjaereborg, Globetrotter und Spies, würden den Betrieb fortsetzen, hieß es weiter.

+++ 23.09.2019: Mallorca-Hoteliers nach Thomas-Cook-Pleite: "Es gibt große Sorgen" +++

Die Insolvenz des britischen Reisekonzerns Thomas Cook hat die Tourismusbranche auf Mallorca in Aufruhr versetzt. Die Konsequenzen der Pleite für die spanische Urlaubsinsel seien "von einer bisher nie dagewesenen Dimension", sagte die Präsidentin des Hotelierverbandes FEHM, Maria Frontera, am Montag vor Journalisten in Palma. Frontera sprach von einem "harten Schlag" und erklärte: "Wir sind noch dabei, die Konsequenzen für die Zukunft des Sektors zu evaluieren. Aber es gibt in der Branche große Sorgen."

Auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz sagte die Verbandschefin, es gehe nun zunächst darum, dabei zu helfen, dass die Rückkehr der betroffenen Touristen in die jeweiligen Heimatländer "so wenig traumatisch wie möglich gestaltet" werde. Nach Medienberichten warteten am Montagabend auf dem Flughafen Son Sant Joan in Palma de Mallorca zwischen 1500 und 2000 von der Pleite betroffene Touristen auf Ersatzflüge, die sie nach Hause bringen sollten. Die Lage war am Flughafen aber ruhig.

+++ 23.09.2019: Festgehaltene Thomas-Cook-Gäste haben Hotel in Tunesien verlassen +++

Die wegen der Insolvenz des Reisekonzerns Thomas Cook im tunesischen Hammamet kurzzeitig festgehaltenen Hotelgäste haben die Anlage nach offiziellen Angaben verlassen. Die Gäste seien nach Einschaltung des tunesischen Tourismusministers zum Flughafen eskortiert worden, teilte das Ministerium am Montag mit. Der Präsident des Hotelverbandes im Bezirk Nabeul, Mehdi Allani, kritisierte das Verhalten der Hotelführung. Nicht die Gäste, sondern der Reiseveranstalter sei für die offenen Zahlungen verantwortlich.

Thomas Cook habe Rechnungen in Höhe von rund 60 Millionen Euro an tunesische Hotels nicht bezahlt, sagte Allani. Am Wochenende hatten sich zahlreiche Gäste des Hotels Les Orangers im Badeort Hammamet beschwert, dass das Sicherheitspersonal den Zugang zum Hotel blockiert hatte und Gäste am Ende ihres Urlaubs die Anlage zunächst nicht verlassen durften. Sie seien aufgefordert worden, eine Gebühr zu zahlen, sagte ein Gast aus Belgien der Deutschen Presse-Agentur. Tunesiens Tourismusminister sprach von einer "Verzögerung" bei der Abfahrt einiger Gäste.

Derzeit halten sich nach Angaben des Tourismusministers 4500 britische Gäste in Tunesien auf. Insgesamt machen Touristen von der Insel etwa zehn Prozent der europäischen Touristen in dem nordafrikanischen Land aus. Nach schweren Anschlägen im Jahr 2015 erholt sich der Tourismus in Tunesien erst langsam wieder.

+++ 23.09.2019: Hessen bietet Ferienflieger Condor Unterstützung an +++

Die hessische Landesregierung stellt dem in Bedrängnis geratenen Ferienflieger Condor finanzielle Hilfe in Aussicht. "Grundsätzlich sind wir offen, Condor bei der Überbrückung der aktuellen Krise zusammen mit dem Bund behilflich zu sein, etwa durch eine ergänzende Landesbürgschaft", teilte die schwarz-grüne Landesregierung am Montag in Wiesbaden mit. Die Airline ist durch die Pleite ihrer Mutter, dem britischen Reisekonzern Thomas Cook, in Bedrängnis geraten.

+++ 23.09.2019:Erste Flieger für Thomas-Cook-Touristen auf Kos, Korfu, Zakynthos +++

Erste Thomas-Cook-Urlauber auf den griechischen Ferieninseln Kos, Korfu und Zakynthos können bald abreisen. Die ersten 15 Flugzeuge für die Menschen seien organisiert, teilte am Montag das griechische Tourismusministerium mit. In den kommenden drei Tagen sollen demnach rund 22.000 Touristen zurückgeholt werden. Insgesamt seien in Griechenland rund 50.000 Touristen von der Insolvenz des Reise-Konzerns betroffen.

+++ 23.09.2019: Condor will von Bundesregierung angeblich Hilfen von 200 Millionen Euro +++

Die deutsche Thomas-Cook-Tochter Condor will von der Bundesregierung einen Überbrückungskredit von rund 200 Millionen Euro. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus Regierungskreisen. Dieses "Unterstützungsersuchen" werde derzeit intensiv geprüft. Condor hatte erklärt, einen staatlich verbürgten Überbrückungskredit beantragt zu haben, um "Liquiditätsengpässe" zu verhindern. Thomas Cook hatte zuvor einen Insolvenzantrag gestellt.

Die deutschen Flughäfen setzen auf einen staatlichen Überbrückungskredit für die Thomas-Cook-Tochter Condor. Damit hätte der Ferienflieger eine Chance zum langfristigen Weiterbetrieb, hieß es am Montag in einer Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV). "Viele Passagiere an den größeren Flughafenstandorten Düsseldorf, Frankfurt, Hannover, Hamburg, Leipzig, München und Stuttgart sind betroffen", teilte der Verband weiter mit. An allen Standorten seien die Flughäfen in Gesprächen mit Reiseveranstaltern und Condor selbst, um die Auswirkungen für die Passagiere so gering wie möglich zu halten.

+++ 23.09.2019:Luftfahrtbehörde: Thomas Cook hat Modernisierung verschlafen +++

Der britische Reisekonzern Thomas Cook hat nach Ansicht der nationalen Luftfahrtbehörde CAA die Modernisierung der Branche verschlafen. Thomas Cook habe weiterhin mit Broschüren gearbeitet, während die Konkurrenz schon auf Barcodes umgestellt habe, sagte CAA-Chefin Deirdre Hutton am Montag dem Sender BBC. Es gebe aber noch andere Gründe für die Pleite des Unternehmens, etwa den "unglaublichen" Wettbewerb im Markt.

+++ 23.09.2019: Auch deutsche Touristen in Cook-Hotel auf Sizilien gestrandet +++ 

In einem Hotel des Reisekonzerns Thomas Cook in Italien sind zahlreiche Touristen gestrandet. Rund 200 Briten, Deutsche und Franzosen warteten in der Unterkunft auf weitere Informationen, sagte eine Mitarbeiterin des Hotels "Sentido Acacia Marina" in dem sizilianischen Ort Marina di Ragusa am Montag. "Wir haben die Nachricht aus den Medien erfahren."

Die Touristen seien "nicht wütend, aber sie warten wie wir auf Informationen", sagte die Frau, die ihren Namen nicht öffentlich machen wollte. Die meisten der Gäste kämen aus Großbritannien und Deutschland. Unklar sei, ob sie ihren Urlaub fortsetzen könnten.

+++ 23.09.2019: Condor darf Thomas-Cook-Kunden nicht transportieren +++

Die deutsche Thomas-Cook-Tochter Condor darf aus rechtlichen Gründen Urlauber, die mit Thomas-Cook-Veranstaltern gebucht haben, nicht mehr an ihr Reiseziel bringen. Die deutsche Thomas Cook hatte nach der Insolvenz der britischen Mutter mitgeteilt, man könne nicht gewährleisten, dass gebuchte Reisen mit Abreisedatum 23. und 24. September stattfinden. "Wir dürfen Sie daher für Ihren Flug nicht annehmen, was uns außerordentlich leid tut", teilte Condor am Montag mit. Den Flugbetrieb hält der Ferienflieger aber aufrecht.

Betroffen sind Pauschalreisende von Thomas Cook, Neckermann, Oeger Tours, Air Marin und Bucher Reisen. Sie sollte sich direkt mit Thomas Cook in Verbindung setzen.

+++ 23.09.2019: Pilotengewerkschaft: Thomas-Cook-Mitarbeitern "in Rücken gestochen" +++

Nach der Pleite des britischen Reisekonzerns Thomas Cook hat die Pilotengewerkschaft Balpa schwere Vorwürfe gegen die britische Regierung erhoben. Während es für die Rückholaktion betroffener Urlauber detaillierte Pläne gebe, "wurde der Belegschaft ohne Zögern in den Rücken gestochen", hieß es in einer Mitteilung vom Montag. Von der Insolvenz sind weltweit etwa 21.000 Beschäftigte betroffen, davon rund 9000 in Großbritannien.

Die Mitarbeiter hätten in den vergangenen Monaten alles dafür gegeben, dass Thomas Cook weitermachen kann, so Balpa weiter. Währenddessen sei heimlich über die Zukunft dieser Mitarbeiter entschieden worden, und es sei unklar, ob sie diesen Monat überhaupt ihr Gehalt bekommen. "Es ist verabscheuungswürdig. Die Piloten und Mitarbeiter von Thomas Cook haben Besseres verdient." Die Hoffnungen der Angestellten seien am Montagmorgen "brutal zerquetscht" worden.

+++ 23.09.2019: Betroffenen Thomas-Cook-Urlaubern steht Schadenersatz zu +++

Thomas-Cook-Urlaubern, die ihre Reise am heutigen Montag oder am Dienstag nicht antreten können, steht Schadenersatz wegen entgangener Urlaubsfreuden zu. Daneben bekommen sie ihren Reisepreis zurückerstattet. Das erklärte Reiserechtlerin Sabine Fischer-Volk aus Berlin dem dpa-Themendienst.

Reisenden, die bereits im Urlaub sind, riet sie, Kontakt zum Reiseleiter vor Ort zu halten. Thomas Cook selbst schrieb auf seiner Internseite, dass man von Anrufen in den Call Centern absehen solle.

Im Falle einer Insolvenz auch der deutschen Töchter greife zunächst die Insolvenzversicherung, so Fischer-Volk. Diese ist allerdings auf 110 Millionen Euro begrenzt, die ein Versicherer für ein Geschäftsjahr vorhalten muss. Angesichts der Größe von Thomas Cook sei nicht klar, ob das ausreiche, erklärte die Reiserechtlerin.

Der Ferienflieger Condor, ein Tochterunternehmen, versicherte kurz nach Bekanntwerden der Insolvenzpläne, dass der Flugbetrieb weitergehe.

+++ 23.09.2019: 140.000 Reisende mit deutschen Thomas-Cook-Veranstaltern im Urlaub +++

Derzeit sind 140.000 Touristen mit deutschen Reiseveranstaltern von Thomas Cook im Urlaub. Zudem seien "für Reisen mit Abreisen heute und morgen rund 21.000 Gäste gebucht", teilte die Thomas Cook GmbH mit Sitz in Oberursel am Montag auf Nachfrage mit. Die deutschen Veranstaltertöchter, zu denen Marken wie Neckermann Reisen, Bucher Last Minute, Öger Tours, Air Marin und Thomas Cook Signature gehören, haben den Verkauf von Reisen nach eigenen Angaben komplett gestoppt. Man könne nicht gewährleisten, dass gebuchte Reisen mit Abreisedatum 23. und 24. September stattfinden, teilte Thomas Cook GmbH am Morgen in Oberursel bei Frankfurt mit. "Das Unternehmen lotet derzeit letzte Optionen aus", hieß es weiter. Sollten diese Optionen scheitern, sehe sich die Geschäftsführung gezwungen, auch für die Thomas Cook GmbH und weitere Gesellschaften Insolvenz zu beantragen.

Das Reiseunternehmen hat sich auf Twitter gemeldet und seine Unterstützung angeboten.

+++ 23.09.2019: Thomas-Cook-Chef Fankhauser: "Verheerendes Ergebnis" +++

Der Chef von Thomas Cook, Peter Fankhauser, hat das Scheitern der Bemühungen zur Rettung des Touristikkonzerns als "verheerend" bezeichnet. "Dies ist eine Stellungnahme, von der ich gehofft hatte, das ich sie nie abgeben müsse", sagte Fankhauser am Montag vor Journalisten. "Trotz großer Anstrengungen über mehrere Monate und weiterer intensiver Verhandlungen in den vergangenen Tagen konnten wir keinen Deal abschließen, um unser Unternehmen zu retten." Das Ergebnis werde für viele Menschen verheerend sein und Angst und Stress auslösen.

Allein aus Großbritannien sind etwa 150.000 Urlauber betroffen. Für sie startete die britische Regierung eine Rückführungsaktion unter dem Namen "Matterhorn".

+++ 23.09.2019: Pleite von Thomas Cook "Erdbeben Stärke 7" für griechischen Tourismus+++

Die Insolvenz des britischen Reisekonzerns Thomas Cook schockiert den griechischen Tourismussektor. "Das ist ein Erdbeben der Stärke 7, und der Tsunami kommt erst noch", sagte am Montag der Präsident des kretischen Tourismusverbands, Michalis Vlatakis, griechischen Medien. So hätten auf Kreta rund 70 Prozent aller Tourismusunternehmen Verträge mit dem Reise-Riesen.

Allein 2019 habe Thomas Cook gut 400.000 Besucher nach Kreta gebracht. "Derzeit sind noch etwa 20.000 da", sagte Vlatakis. Nun gelte es, diese Kunden bestmöglich zu versorgen, damit sie Kreta auch künftig treu blieben. Dennoch werde die Insolvenz von Thomas Cook den griechischen Tourismus nachhaltig prägen, glaubt der Fachmann. 

+++ 23.09.2019: Johnson sichert Thomas-Cook-Urlaubern Regierungshilfe zu +++

Der britische Premierminister Boris Johnson hat den gestrandeten Urlaubern des insolventen Reiseveranstalters Thomas Cook die Hilfe seiner Regierung versprochen. "Wir werden unser Bestes tun, um sie nach Hause zu holen. Es wird Pläne dafür geben, wenn es notwendig wird", sagte Johnson. Er äußerte sich der Nachrichtenagentur PA zufolge in der Nacht zum Montag noch vor der Einstellung des Unternehmensbetriebs an Bord einer Regierungsmaschine auf dem Weg nach New York. "Der Staat muss auf die eine oder andere Weise eingreifen, um gestrandeten Urlaubern zu helfen."

Nach Angaben der britischen zivilen Luftfahrtbehörde sind 150.000 britische Touristen im Ausland von dem Aus betroffen. "Es ist eine sehr schwierige Situation, und natürlich sind unsere Gedanken bei den Kunden von Thomas Cook, den Urlaubern, die Schwierigkeiten haben könnten, nach Hause zu kommen", sagte Johnson. 

+++ 23.09.2019: London lehnte Thomas-Cook-Anfrage über 150 Millionen Pfund ab +++

Die britische Regierung hat nach Angaben des britischen Premierministers Boris Johnson eine Finanzierungsbitte des britischen Reisekonzerns Thomas Cook über 150 Millionen Pfund (knapp 170 Mio Euro) abgelehnt. "Das ist natürlich eine Menge Steuergeld und stellt, wie die Menschen anerkennen werden, eine moralische Gefahr für den Fall dar, dass Unternehmen künftig mit solchen wirtschaftlichen Schwierigkeiten konfrontiert werden." Das sagte Johnson der britischen Agentur PA zufolge in der Nacht zum Montag noch vor der Einstellung des Geschäftsbetriebs von Thomas Cook. Von der Pleite sind allein etwa 150 000 britische Touristen betroffen, die derzeit im Urlaub sind.

"Es ist wahr, dass an die Regierung eine Bitte für eine Unterstützung in Höhe von etwa 150 Millionen (Pfund) ergangen ist", sagte Johnson. Er sagte, es müssten Wege gefunden werden, damit Reiseveranstalter wie Thomas Cook oder der Ferienflieger Monarch, der 2017 Insolvenz angemeldet hat, vor einer Pleite geschützt werden. 

+++ 23.09.2019: Gewerkschaft macht Regierung für Thomas-Cook-Pleite verantwortlich +++

Die britische Transportgewerkschaft TSSA hat die Regierung in London für die Pleite des britischen Reisekonzerns Thomas Cook verantwortlich gemacht. "Die Regierung hatte viele Möglichkeiten, Thomas Cook zu helfen, hat sich aber für das ideologische Dogma entschieden, anstatt Tausende Jobs zu retten", sagte Gewerkschaftschef Manuel Cortes einer Mitteilung vom Montag zufolge. "Dass sie (die Regierung) unsere Mitglieder lieber hängen lassen als Thomas Cook zu retten, ist beschämend und falsch."

Die Regierung von Premierminister Boris Johnson hatte eine Bitte um Finanzierungshilfe in Höhe von 150 Millionen Pfund (170 Mio Euro) abgelehnt. Die Regierung will die etwa 150 000 gestrandeten britischen Urlauber mit Sonderflügen nach Hause holen. "Man muss kein Mathe-Genie sein, um zu wissen, dass die Rettung eines Eckpfeilers der britischen Wirtschaft billiger und kostengünstiger gewesen wäre", sagte Cortes. Er betonte, Wirtschaftsministerin Andrea Leadsom habe ein Treffen mit der Gewerkschaft abgelehnt, obwohl 9000 Jobs in Großbritannien betroffen seien.

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bos/news.de/dpa
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