10.08.2018, 10.44 Uhr

Ryanair-Streik heute: Pilotenstreik endet definitiv am Samstag

Viele Ryanair-Maschinen bleiben am Freitag am Boden.

Viele Ryanair-Maschinen bleiben am Freitag am Boden. Bild: dpa

Beim irischen Billigflieger Ryanair hat der bislang härteste Pilotenstreik in der Geschichte des Unternehmens begonnen. Das bestätigte am Freitagmorgen ein Sprecher der deutschen Pilotengewerkschaft "Vereinigung Cockpit" (VC).

Ryanair-Streik heute am Freitag: Pilotenstreik mitten in der Urlaubs-Hochsaison

Tausende Kunden des irischen Billigfliegers Ryanair werden damit nicht an ihr gewünschtes Ziel kommen. Mitten in der Urlaubszeit haben die Piloten in mehreren europäischen Ländern ihre Streikaktionen abgestimmt. Das Unternehmen hat daraufhin von 2400 geplanten Flügen rund 400 gestrichen. Schwerpunkt ist Deutschland, wo wegen des auf 24 Stunden beschränkten Streiks der Vereinigung Cockpit (VC) 250 Flüge abgesagt wurden.

Vor allem am frühen Morgen wird dem Plan zufolge kaum ein Ryanair-Flieger von einem deutschen Flughafen abheben. Im Laufe des Tages sollen dann einige Flüge erfolgen mit Maschinen, die aus anderen, nicht bestreikten Ländern landen und auch wieder starten.

Alle aktuellen Entwicklungen des Pilotenstreiks bei Ryanair im News-Ticker

+++ 10.08.2018:Piloten: Streik bei Ryanair endet definitiv am Samstag +++

Der Streik der in Deutschland stationierten Ryanair-Piloten endet wie angekündigt am Samstag um 02.59 Uhr. Eine Verlängerung sei nicht geplant, sagte der Sprecher der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit, Janis Schmitt, am Freitag in Frankfurt. "Wir werden uns den heutigen Tag anschauen und bewerten. Wir hoffen, dass Ryanair unser Signal verstanden hat und dann zu ernsthaften Verhandlungen bereit ist."

Bislang gebe es noch kein Signal des Unternehmens zur Fortsetzung der Tarifverhandlung, erklärte die VC. Weitere Streiks will die Gewerkschaft nicht ausschließen. "Wenn da nichts kommt, können wir uns auch weitere Aktionen vorstellen", sagte Schmitt.

+++ 10.08.2018: Pilotenstreik bei Ryanair begonnen: Tausende kommen nicht ans Ziel +++

Europaweit sind rund 55 000 Passagiere betroffen, davon gut 42.000 in Deutschland. Sie konnten umbuchen oder sich ihre Tickets erstatten lassen. Weitere Entschädigungen lehnt Ryanair ab. Streiken wollten die Piloten in Deutschland, Schweden, Irland, Belgien und den Niederlanden.

Der Ausstand in Deutschland begann um 03.01 Uhr und am Samstag um 02.59 Uhr enden. Die Piloten streiken für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter. Weitere Streiks in der Urlaubszeit hat die VC nicht ausgeschlossen, will sie aber mit einer Frist von 24 Stunden vorher ankündigen.

+++ 10.08.2018: Flugbetrieb soll am Samstag wieder aufgenommen werden +++

Ryanair habe offenbar mit massiven Ausfällen gerechnet und daher lieber gleich das gesamte Programm der deutschen Crews abgesagt, hatte ein Sprecher der Gewerkschaft "Vereinigung Cockpit" zuvor in Frankfurt erklärt. Das sei für das Unternehmen offenbar einfacher zu behandeln. Am Samstag soll der Betrieb wieder wie gewohnt laufen, hat Ryanair angekündigt.

Die abgestimmte Aktion ist der bislang größte Pilotenstreik in der Geschichte der größten Billig-Airline Europas, die erst seit Ende 2017 Gewerkschaften anerkennt. Vor zwei Wochen hatten zudem Flugbegleiter in Portugal, Spanien und Belgien über zwei Tage zusammen rund 600 Flüge mit knapp 100 000 betroffenen Passagieren ausfallen lassen. Unter den europäischen Piloten haben bisher einzig die Iren an vier einzelnen Tagen die Arbeit niedergelegt. Ryanair hatte daraufhin den Abzug von sechs Jets samt 300 Arbeitsplätzen nach Polen angekündigt.

+++08.08.2018: Ryanair streicht 250 Flüge wegen Pilotenstreiks +++

Der Billigflieger Ryanair streicht wegen des Pilotenstreiks in Deutschland an diesem Freitag 250 Flüge. Das sei das komplette Programm, dass Ryanair an dem Tag mit Flugzeugen fliegen würde, die in Deutschland stationiert sind, sagte Marketing-Chef Kenny Jacobs. Alle Flughäfen bis auf Baden-Baden seien betroffen. Dort hätten die Piloten zugesagt, ihr Programm abzufliegen.

Rund ein Drittel der deutschen Kunden werde aber auch am Freitag fliegen können, weil ihr Flugzeug aus einem nicht bestreikten Land komme. Die bereits gestrichenen 146 Flüge kommen noch obendrauf. Kunden könnten kostenfrei umbuchen oder ihr Geld zurückbekommen, sagte Jacobs. Zuvor hatte sich die deutsche Gewerkschaft Vereinigung Cockpit den ebenfalls für Freitag geplanten Streiks in Irland, Belgien und Schweden angeschlossen.

+++08.08.2018: Wie viele Flüge könnten ausfallen? +++

Allein in Deutschland fliegt Ryanair 19 Flughäfen an. Etwa 400 Piloten sind aktuell in Deutschland stationiert, sie machen rund ein Zehntel der gesamten Pilotenschaft aus. Sollten alle Piloten ihre Arbeit niederlegen, dann wären Zehntausende Passagiere von dem Streik betroffen.

+++ 08.08.2018: Was bedeutet der Streik für Passagiere? +++

Sollten die Flieger tatsächlich am Boden bleiben, dann bedeutet das für die Passagiere jede Menge Ärger. Neben Verspätungen und ausgefallenen Flügen, könnte sich auch die Rückerstattung des Ticketpreises als schwierig erweisen. Zwar hatte Ryanair in der Vergangenheit immer wieder angekündigt, die betroffenen Passagiere kostenfrei umzubuchen, eine Entschädigung lehnte die Billigairline jetzt aber ab. Der Grund: "Ein Streik gehöre zu den außergewöhnlichen Umständen, bei denen die Airline nicht zahlen müsse", heißt es bei "Bild".

+++ 08.08.2018: Bislang 146 von 2400 Flügen abgesagt +++

Die deutsche Gewerkschaft schließt sich den bereits fürdiesen Freitag angekündigten Streiks ihrer Kollegen inIrland, Schweden und Belgien an. Dies wäre dann zusammen der größte Pilotenstreik in der Geschichte von Ryanair. Die Gesellschaft hat bislang 146 von 2400 am Freitag geplanten Europa-Flügen abgesagt.

Bei den Piloten haben bisher einzig die Iren an vier einzelnen Tagen die Arbeit niedergelegt. EinWarnstreik der VC in Deutschland war im vergangenen Dezember ohne Flugausfälle geblieben, weil Ryanair ausreichend Ersatzpiloten mobilisieren konnte.

+++ 08.08.2018: Bislang keine Einigung im Pilotenstreik +++

VC-Chef Martin Locher warf der Fluggesellschaft vor, eine Lösung am Verhandlungstisch zu blockieren und für die Eskalation allein die Verantwortung zu tragen. "Ryanair hat in den Verhandlungen jedwede Personalkosten-Erhöhung kategorisch ausgeschlossen. Gleichzeitig hat Ryanair zu keinem Zeitpunkt erkennen lassen, an welchen Stellen Spielräume zur Lösungsfindung bestehen", erklärte der Gewerkschafter.

+++ 08.08.2018: Piloten und Flugbegleiter fordern mehr Geld +++

Vor zwei Wochen hatten streikende Flugbegleiter in Spanien, Portugal und Belgien Ryanair gezwungen, innerhalb von zwei Tagen rund 600 Flüge mit zusammen etwa 100 000 betroffenen Passagieren abzusagen.

Beide Berufsgruppen wollen bessere Gehälter und Arbeitsbedingungen bei der irischen Airline durchsetzen, die sich jahrzehntelang gegen Gewerkschaften und tarifliche Vereinbarungen gewehrt hatte. Dazu müssen jeweils nationale Tarifverträge abgeschlossen werden, die Gewerkschaften koordinieren sich aber europaweit untereinander.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

sba/kns/news.de/dpa
Fotostrecke

Von günstig bis luxuriös: So können Sie durch Deutschland reisen

Lidl in der KritikSextoys, Helene-Parfum, ShampooMeghan Markle und Prinz HarryNeue Nachrichten auf der Startseite