30.07.2018, 16.35 Uhr

Ryanair-Streik im Juli 2018 aktuell: Deutsche Piloten bereit zum Streik! Urlauber bangen um ihr Geld

Die irische Fluggesellschaft Ryanair hat wegen des Pilotenstreiks über 600 Flüge gestrichen.

Die irische Fluggesellschaft Ryanair hat wegen des Pilotenstreiks über 600 Flüge gestrichen. Bild: dpa

Ein zweitägiger Streik des Kabinenpersonals bei Europas größter Billig-Airline Ryanair hat mitten in der Ferienzeit Zehntausende Reisende verärgert. Gleich mehrere europäische Länder waren betroffen. Im Mutterland Irland drohte Ryanair, etwa 300 Stellen zu streichen. Begründung: Wegen dortiger Streiks von Piloten seien die Buchungen zurückgegangen. Die irische Gewerkschaft Forsa kündigte umgehend einen Streiktag für den 3. August an, weitere sollen folgen.

+++ Update vom 30.07.2018: Deutsche Piloten bereit zum Streik bei Ryanair +++

Passagiere des Billigfliegers Ryanair müssen sich auf weitere Streiks in diesem Sommer einrichten. Bei einer am Montag beendeten Urabstimmung stimmten die in Deutschland stationierten Piloten zu 96 Prozent für einen Arbeitskampf, wie die die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) in Frankfurt mitteilte. Es geht um höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen bei Europas größtem Billigflieger.

Ein genauer Termin für einen ersten Streik wurde nicht mitgeteilt. Die VC will die einzelnen Maßnahmen mit einem Vorlauf von 24 Stunden bekanntgeben. Dem Unternehmen setzte sie eine Frist bis zum 6. August, um ein "verhandlungsfähiges Angebot" vorzulegen. Am 8. August will die Gewerkschaft ihr weiteres Vorgehen öffentlich erläutern. Das Unternehmen äußerte sich zunächst nicht.

Die Fluglinie sieht sich seit Wochen den Streiks verschiedener Gewerkschaften in unterschiedlichen Märkten ausgesetzt. Mehrere Hundert Flüge mit zusammen mehr als 100 000 betroffenen Passagieren wurden bereits abgesagt. Zuletzt legten die Piloten in Irland sowie die Flugbegleiter in Spanien, Portugal, Belgien und Italien die Arbeit nieder. Auch Flüge von und nach Deutschland fielen aus. Die irischen Flugzeugführer haben für diesen Freitag (3. August) einen vierten Streiktag angekündigt. Ryanair sagte daraufhin erneut 20 Flüge von der Insel ab.

Ryanair veröffentlicht keine komplette Liste von gestrichenen Flügen

In Deutschland waren am Flughafen Köln/Bonn für Mittwoch und Donnerstag je acht Starts und Landungen gestrichen. In Berlin-Schönefeld wurden für die beiden Tage zusammen sieben Verbindungen abgesagt, weitere könnten noch folgen. An anderen Flughäfen wie Memmingen, Nürnberg, Hamburg, Bremen Dortmund oder Weeze hat Ryanair einzelne Flüge nach Spanien und Portugal annulliert.

Insgesamt ließ die Airline wegen fehlender Flugbegleiter europaweit um die 500 Verbindungen ausfallen. Die Gesellschaft hatte ursprünglich von 300 Ausfällen in Spanien, Portugal und Belgien gesprochen. Die deutschen Gewerkschaften für Piloten und Flugbegleiter haben bislang keinen Arbeitskampf bei Ryanair ausgerufen. Bei der Vereinigung Cockpit läuft aber eine Urabstimmung bis Ende Juli. Die Gewerkschaften stimmen sich auf europäischer Ebene ab und setzen sich für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne bei Europas größtem Billigflieger ein.

Umbuchung oder Ersatz: Was passiert mit meinem Geld, wenn der Flug ausfällt?

Wie das Unternehmen mitteilt, erhalten betroffene Passagiere eine Mail oder eine SMS, wenn ihre Flüge betroffen sind. Zudem werden ihnen darin Umbuchungen oder der volle Ersatz der Tickets angeboten, teilt Ryanair mit. Die Streiks seien nicht gerechtfertigt und würden nur Familienurlaube stören und der Konkurrenz nutzen, erklärte Sprecher Kenny Jacobs. Alle Informationen zu Flugannullierungen finden Passagier zudem auf der Internetseite der Fluggesellschaft.

Allerdings:Ryanair will seine Passagiere nicht für Flugausfälle und -verspätungen infolge des aktuellen Streiks entschädigen. Und damit dürfte Ryanair auch durchkommen.Streiks gelten als "außergewöhnliche Umstände". Klar sollte sein:Kunden, die einen Ersatzflug buchen, könnten auf den Kosten sitzen bleiben. Der Grund: Ryanair bietet eine Ersatzbeförderung an, auch wenn diese vielleicht erst in den kommenden Tagen liegt. Hotelübernachtungen und Transfers zu den Unterkünften muss eine Airline übernehmen ODER erstatten.

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