17.07.2018, 18.49 Uhr

Amazon Prime Day 2018: Verdi-Streik überschattet Shopping-Vergnügen - Kommen Bestellungen an?

Auch im sechsten Jahr des Arbeitskampfes beim Versandriesen Amazon nutzt die Gewerkschaft Verdi dessen werbeträchtigen Sonderverkaufstag für Streiks.

Auch im sechsten Jahr des Arbeitskampfes beim Versandriesen Amazon nutzt die Gewerkschaft Verdi dessen werbeträchtigen Sonderverkaufstag für Streiks. Bild: Guido Kirchner / picture alliance / dpa

Auch im sechsten Jahr des Arbeitskampfes beim Versandriesen Amazon nutzt die Gewerkschaft Verdi dessen werbeträchtigen Sonderverkaufstag für Streiks. Zum so genannten Primeday sollen Beschäftigte in den Standorten Bad Hersfeld, Leipzig, Graben, Rheinberg, Werne und Koblenz am Dienstag die Arbeit niederlegen, kündigte die Gewerkschaft am Montag in Berlin an. Auch in Polen und Spanien fänden Aktionen in Amazon-Zentren statt.

Tarifvertrag abgelehnt! Verdi mit Streik zum Amazon Prime Day 2018

Hintergrund ist der seit 2013 schwelende Konflikt um einen Tarifvertrag für die bundesweit rund 16.000 Beschäftigten des US-Händlers, der sich bislang jeglichen Verhandlungen mit Verdi verweigert hat. Man könne auch ohne Tarifvertrag ein fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber sein, hatte zuletzt eine Unternehmenssprecherin betont.

Gewerkschaft Verdi fordert Entlastung für Amazon-Mitarbeiter

Aktuell wollen die Beschäftigten mit ihrem Streik für einen Gesundheitstarifvertrag demonstrieren. "Die Botschaft ist klar: Während der Onlineriese sich bereichert, wird an der Gesundheit der Beschäftigten gespart", sagte Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Lange Schichten, kilometerlange Wege, monotones Arbeiten und schwere körperliche und psychische Belastung sorgten für etliche gesundheitliche Probleme. Verdi fordert vertraglich geregelte Maßnahmen zur Entlastung.

Kommen Amazon-Pakete trotz Verdi-Streik pünktlich an?

Mit dem Streik zum Schnäppchen-Event bei Amazon wolle Verdi verdeutlichen, "dass die Beschäftigten nicht zum Schnäppchenpreis zu haben sind", wird Verdi-Fachbereichsleiter Jörg Lauenroth-Mago von "Tag24" zitiert. "Wir fordern Respekt, Anerkennung und existenzsichernde Löhne und Gehälter," so der Verdi-Gewerkschaftler.

Amazon selbst befürchtet keine Auswirkungen der Streiks, weil der weitaus größere Teil der Belegschaft regulär arbeite. "Die Pakete kommen an", erklärte eine Amazon-Sprecherin in München. Man erwarte keine Auswirkung auf das Kundenversprechen, so die Unternehmenssprecherin weiter.

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loc/kns/news.de/dpa
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