05.07.2018, 08.39 Uhr

Pilotenstreik 2018 bei Ryanair: Mitten in der Ferienzeit! Deutschen Urlaubern drohen Flugausfälle

Die Piloten der Fluggesellschaft Ryanair drohen erneut mit Streiks.

Die Piloten der Fluggesellschaft Ryanair drohen erneut mit Streiks. Bild: dpa

Passagiere des Billigfliegers Ryanair müssen sich am Donnerstag kommender Woche (12. Juli) auf einen Streik der irischen Piloten einrichten. Die Arbeitsniederlegungen seien in einer Urabstimmung mit einer Mehrheit von 99 Prozent beschlossen worden und würden 24 Stunden dauern, teilte die irische Gewerkschaft IALPA am Dienstag im Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Pilotenstreik bei Ryanair am 12. Juli: Auch deutsche Urlauber von Streik betroffen

Der Streik könnte viele deutsche Sommerurlauber treffen. Ryanair fliegt von Irland aus auch mehrere deutsche Flughäfen an.

Die Airline gab sich auf Twitter enttäuscht und betonte, dass die Abstimmung nur im Namen einiger Hundert irischer Piloten gewesen sei. Ryanair habe aber mehr als 4000 Piloten. Man wolle am kommenden Dienstag alle Flugpassagiere aus Irland darüber informieren, ob sie von diesem "unnötigen Streik" betroffen seien. Viele Kunden reagierten empört über das knappe Zeitfenster von zwei Tagen.

Passagiere wegen drohender Flugausfälle stinksauer

"Der nächste Dienstag ist zu spät. Familien planen den Urlaub ein Jahr im Voraus. Geben Sie den Leuten die Möglichkeit zu stornieren und geben sie ihnen eine Rückerstattung JETZT und buchen Sie eine Alternative", schimpft eine Urlauberin auf Twitter. "Diese Firma ist ein Witz, 48 Stunden im Voraus? Wenn Sie wissen, dass der Streik weitergehen wird, geben Sie uns unser Geld zurück oder buchen Sie es zumindest um. Absoluter Witz", schreibt ein anderer wütender Kunde.

Auch deutsche Ryanair-Piloten stimmen über Streik ab

Auch die an zehn deutschen Basen stationierten Ryanair-Piloten sollen darüber abstimmen, ob sie für ihre Forderungen nach höherer Bezahlung und besseren Arbeitsbedingungen notfalls in einen unbefristeten Ausstand treten würden. Mit dem Ergebnis ist der deutschen Vereinigung Cockpit (VC) zufolge nicht vor Ende Juli zu rechnen.

Ryanair ist mit rund 430 Flugzeugen, 130 Millionen Passagieren pro Jahr und mehr als 4000 Piloten der größte Anbieter von innereuropäischen Flügen. Wichtige Basen in Deutschland sind unter anderem Berlin-Schönefeld, Frankfurt, Weeze und Hahn.

Wegen Pilotenmangel: Ryanair strich vergangenes Jahr 20.000 Verbindungen

Die Airline hatte im vergangenen Herbst aus Pilotenmangel erhebliche Probleme und musste rund 20.000 Verbindungen streichen. Ryanair-Chef Michael O'Leary gab damals einen Kurswechsel bekannt und erklärte, dass man die bisher strikt anti-gewerkschaftliche Linie aufgebe und Verhandlungen für das gesamte fliegende Personal anstrebe.

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sba/news.de/dpa
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