13.06.2018, 10.35 Uhr

Flixtrain baut Strecken aus: Strecken, Preise, Tickets - Alle Infos zum Zug-Angebot von Flixbus

Die Züge von Flixtrain sollen im grünen Design von Flixbus fahren.

Die Züge von Flixtrain sollen im grünen Design von Flixbus fahren. Bild: dpa

Der Fernbusanbieter Flixbus steigt nach einer mehrmonatigen Testphase in den Bahnverkehr in Deutschland ein. Die neuen Züge würden im firmeneigenen Grün unterwegs sein. Über die Gründe für den europäischen Fernbusmarktführer, jetzt auch auf der Schiene unterwegs zu sein, sagte Flixbus-Chef André Schwämmlein: "Mit dem Zug sind wir plötzlich für Kunden relevant, für die wir bisher nicht interessant waren. Davon profitiert auch unser Fernbusangebot."

Flixtrain ab März 2018: Strecken und Fahrplein der Flixbus-Zug-Angebote

Seit dem 24. März fährt Flixtrain täglich außer mittwochs zwischen Hamburg und Köln, von April an sollen außerdem täglich Züge zwischen Berlin und Stuttgart über Hannover und Frankfurt/Main verkehren, wie Schwämmlein den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag) sagte. Flixbus plane aber weiter: "Wir denken durchaus darüber nach, das Geschäft mit Fernzügen auszubauen."

Die Strecken und Haltestellen auf einen Blick:

  • Hamburg - Osnabrück - MÜnster - Gelsenkirchen - Essen - Duisburg - Düsseldorf - Köln
  • Berlin - Wolfsburg - Lehrte - Göttingen - Kassel - Fulda - Hanau - Frankfurt - Darmstadt - Weinheim - Heidelberg

Bahn-Konkurrent Flixtrain lässt ab Juni 2018 mehr Züge fahren

Doch der der Fernbus-Anbieter will angesichts des überwältigenden Starts zwei weitere Fernzüge auf die Schiene bringen und so sein Angebot verdoppeln. Ab 21. Juni soll der Flixtrain dann Stuttgart und Berlin bis zu zwei Mal täglich verbinden, wie Flixbus ankündigte.

Das Angebot wird damit einen Monat früher ausgeweitet als geplant. Auf der Strecke Köln-Hamburg kommt der zweite Zug am 19. Juli. "Drei Monate nach Einführung ist die Resonanz auf Flixtrain überwältigend", sagte Geschäftsführer André Schwämmlein. "Wir rechnen damit, dass wir unser bisher gestecktes Ziel von 500.000 Zuggästen bis Endes Jahres noch deutlich übertreffen können." Im Schnitt sind demnach gut 70 Prozent der Plätze belegt, das ist mehr als in Intercity und ICE der Deutschen Bahn.

Preise und Tickets für die Flixtrain-Strecken

Zum Start im März gab es Fahrkarten ab 9,99 Euro. Partner seien das tschechische Bahnunternehmen Leoexpress und der Nürnberger Zugspezialist BahnTouristikExpress. Bis auf Weiteres will Flixtrain sich allerdings auf Deutschland konzentrieren. "Grenzüberschreitender Verkehr ist wegen der unterschiedlichen Systeme kompliziert. Da setzen wir auf den Bus."

Ab Juli können Fahrgäste im Flixtrain gegen eine Gebühr auch Sitzplätze reservieren. Wer am Fenster sitzen will, zahlt 3,99 Euro, sonst sind es 3,49 Euro. Damit erschließt sich der Zuganbieter eine weitere Einnahmequelle. Anders als bei der Deutschen Bahn, wo Kinder bis einschließlich 14 Jahren kostenfrei mitfahren, gilt das bei Flixtrain nur bis zum fünften Lebensjahr, danach gibt es ermäßigte Fahrscheine.

Die Tickets für Flixtrain können Sie unter anderem über FlixBus.de oder die FlixBus-App kaufen, aber auch im Reisebüro oder ZOB Shop. Zudem verkauft das Unternehmen Zugfahrkarten auch an eigenen Ständen in den Bahnhöfen von Stuttgart, Berlin und Düsseldorf. Übrigens: Es ist möglich, Buchungen für Zugfahrten ebenfalls bis 15 Minuten vor Abfahrt zu stornieren oder umzubuchen. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Internetseite von Flixbus.

Flixtrain baut Netzplan aus und kann selbst Trassen beantragen

Zuletzt hatte Flixbus vor allem den ehemaligen Locomore-Zug auf der Strecke Berlin-Stuttgart im Programm, praktisch als Test. "Wir sind mit den Zahlen auf der Strecke Berlin-Stuttgart bisher sehr zufrieden, vor allem mit dem Passagieraufkommen", sagte Schwämmlein. Seit der Übernahme der Streckenvermarktung im Sommer 2017 habe Flixbus mehr als 150000 Tickets verkauft. "Die Testphase hat super funktioniert. Deshalb dachten wir: Wenn wir das mit einem Zug schaffen, dann auch mit mehreren."

Flixtrain sei inzwischen ein anerkanntes Eisenbahnverkehrsunternehmen, könne also selbst Trassen bei der DB Netz beantragen. Das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn vergibt in Deutschland die Rechte für die Nutzung des Schienennetzes. Der Ausbau im Bahngeschäft dauere wegen der längeren Antragsfristen aber deutlich länger als im Busgeschäft, sagte Schwämmlein.

Flixtrain besser auf Busfahrpläne abstimmen und mehr Haltepunkte einrichten

Die grünen Züge sind im Schienenfernverkehr derzeit die einzige Konkurrenz für den Staatskonzern Deutsche Bahn, der im vergangenen Jahr 143 Millionen Fahrgäste in seinen Fernzügen zählte. Flixtrain hat beantragt, von Mitte Dezember an auch zwischen Berlin und Köln sowie Berlin und München zu fahren.

Für seine Fernbusse will Flixbus bis Jahresende 140 neue Haltepunkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz einrichten, darunter kleinere Städte wie Landsberg am Lech sowie Klettgau und Bad Säckingen im Landkreis Waldshut, außerdem Metropolen-Stationen wie Ahrensfelde und Berlin-Pankow-Heinersdorf sowie Hamburg-Harburg und der Hamburger Flughafen. Die Busfahrpläne solle noch stärker auf den Flixtrain abgestimmt werden.

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kad/news.de/dpa
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