12.02.2018, 10.29 Uhr

Bauern alarmiert: Sinkflug! Wie billig sollen Butter und Milch denn noch werden?

Die Preise für Milch und Butter befinden sich im Sinkflug.

Die Preise für Milch und Butter befinden sich im Sinkflug. Bild: dpa

Der Preis für Butter und Milch gerät erneut ins Rutschen. Der Discounter Aldi senkte den Preis für das 250-Gramm-Paket Deutsche Markenbutter bundesweit um 30 Cent auf 1,29 Euro. Bio-Butter verbilligte sich um 20 Cent auf 1,99 Euro, wie Aldi Nord und Aldi Süd mitteilten. Auch Milch wird immer günstiger, heißt es bei "express.de". Derzeit kostet ein Liter weit weniger als 30 Cent. "Die Situation ist ernst", so Wolfgang Scherfke, Hauptgeschäftsführer des Brandenburger Landesbauernverbandes.

Milchpreise auf Talfahrt

Seit Herbst vergangenen Jahres, als der Butterpreis mit 1,99 Euro eine Rekordhöhe erreicht hatte, ist das Milchprodukt damit um 70 Cent billiger geworden. Die Preissenkungen dürften auf weite Teile des Handels ausstrahlen. Denn an den Aldi-Preisen orientieren sich üblicherweise auch die Supermarkt-Riesen. Zu Jahresbeginn gab es einen kurzen Hoffnungsschimmer für die Milchbauern. "Das hat sich aber wieder zerschlagen", sagte Scherfke. Weitere Druck übe der Abbau von Milchpulverlagern der EU aus.

Molkereien wollen keine neuen Verträge

Die "Lebensmittel Zeitung" berichtete, möglich geworden seien die Preissenkungen durch die neuen Kontrakte zwischen dem Lebensmitteleinzelhandel und den Molkereien. In dem Bericht hieß es, der Preisrückgang habe sich international schon länger abgezeichnet. Die Handelsplattform Global Dairy Trade verzeichne seit September 2017 fallende Kurse.

"Im Mai laufen die Verhandlungen über die neuen Verträge mit den Molkereien. Uns Bauern ärgert absolut, dass die Molkereien aus den Entwicklungen der vergangenen Jahre nichts gelernt haben. Sie sind nicht willig, nachhaltige Regelungen auch im Interesse der Milchbauern zu schaffen", kritisierte der Chef des Landesbauernverbandes.

"Aufgabe der Milchproduktion"

Der Kampf um bessere Verträge gehe laut "express.de" schon seit mehreren Jahren. Momentan wisse ein Bauer nicht, wie viel er aktuell an seiner Milch verdient. "Wir brauchen vernünftige Verträge, mit denen es größere Planungssicherheit hinsichtlich Menge und Preis gibt", so Scherfke. Doch die Molkereien weigerten sich bis dato etwas an dem System zu ändern. Die Talfahrt müsse nun ein Ende haben, der jetzige Preis von 30 Cent pro Liter sei die absolute Schmerzgrenze. "Wird es weniger, bleibt fast nur Aufgabe der Milchproduktion."

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mag/loc/news.de/dpa
Themen: Butter, Milch
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