31.01.2018, 14.17 Uhr

Meghan Markle und Prinz Harry: DARUM ist die royale Hochzeit ein Segen für das Königreich

In britischen Souvenirläden gibt es bereits Andenken für die Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle.

In britischen Souvenirläden gibt es bereits Andenken für die Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle. Bild: dpa

Von Christoph Meyer

Rund vier Monate vor der Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle stapeln sich in einem Souvenirladen in Windsor die Tassen mit den Bildern der vergangenen royalen Heirat. Beinahe sieben Jahre ist es her, dass sich Prinz William und Herzogin Kate unter den Augen der Welt das Ja-Wort in Londons Westminster Abbey gaben. "Ausverkauf" steht nun auf einem handgeschriebenen Schild an dem Wühlkorb. "Wir brauchen jetzt Platz für neue Ware", sagt die Frau hinter dem Ladentisch.

Hochzeit von Meghan Markle und Prinz Harry könnte für Wirtschaftswachstum sorgen

Die nächste große Feier soll in Windsor steigen: Am 19. Mai ist die Hochzeit von Prinz Harry und Schauspielerin Meghan Markle geplant. Vor allem auf die Touristen aus den USA freuen sich die Händler in der königlichen Residenzstadt vor den Toren Londons. "Die Amerikaner geben richtig Geld aus", so die Verkäuferin. Dass mit Meghan Markle eine US-Amerikanerin mit Hollywood-Glamour in die britische Königsfamilie einheiratet, ist nur ein Grund, warum die Hochzeit verspricht, sich wirtschaftlich für Großbritannien auszuzahlen.

Das Finanzberatungsunternehmen Brand Finance rechnet für 2018 mit einem Schub für die britische Wirtschaft im Wert von mehr als einer Milliarde Pfund (umgerechnet rund 1,15 Milliarden Euro) durch das Fest. Allein 300 Millionen Pfund erwarten die Experten durch Tourismus. Weitere 300 Millionen sollen durch die Medienberichterstattung, Bild- und TV-Rechte sowie die Werbewirkung für Großbritannien eingespielt werden. 250 Millionen Pfund könnten für Partys ausgegeben werden, so die Schätzung.

Wie bei Kate Middleton: "Meghan-Effekt" zur Hochzeit mit Prinz Harry erwartet

Dazu kommt der "Meghan-Effekt": Ähnlich wie bei Herzogin Kate sind Kleider, die Markle trägt, in Windeseile ausverkauft - ein potenzieller Schub von 150 Millionen Pfund. Souvenirartikel könnten im Wert von 50 Millionen Pfund über den Ladentisch gehen.

Doch noch ist fraglich, ob die US-Touristen tatsächlich am Tag der Hochzeit in Scharen kommen werden. Ein Anstieg an Flugbuchungen sei bisher nicht zu verzeichnen, berichtet Olivier Jager, Geschäftsführer von ForwardKeys, einem Unternehmen, das sich auf die Analyse von Flugbuchungen spezialisiert hat.

Tom Jenkins vom Tourismusverband European Tourism Association warnt ebenfalls vor überhöhten Erwartungen: "Rechnen Sie nicht damit, dass Besucher aus dem Ausland für diese royale Hochzeit kommen. Das ist ein inländisches Spektakel."

Hotels in Windsor schon vor der Hochzeit ausgebucht

Auch manch Souvenirhändler in Windsor ist noch vorsichtig optimistisch. Malkit Singh Aujla betreibt einen Laden direkt gegenüber dem ehrwürdigen Schloss. Er rechnet zumindest in der Woche vor und in der Woche nach der Hochzeit mit einer erhöhten Nachfrage - nicht mehr und nicht weniger.

Doch selbst wenn der große Ansturm von Touristen nicht zum eigentlichen Hochzeitstag kommt: Die Branche könnte sich wohl kein besseres Marketing-Event ausdenken. Und Tatsache ist, dass die Hotels in Windsor schon kurz nach der Bekanntgabe des Hochzeitsdatums so gut wie ausgebucht waren. Das lässt sich unter anderem mit der hohen Zahl an Reportern aus aller Welt erklären, die zur royalen Traumhochzeit in die 32-000-Einwohner-Stadt vor den Toren Londons strömen werden.

Tourismusbranche profitierte von Herzogin Kates und Prinz Williams Hochzeit

Bei der Hochzeit von William und Kate kamen der nationalen Statistikbehörde ONS zufolge im Monat des Fests, April 2011, etwa 354.000 Besucher mehr nach Großbritannien als im Vorjahreszeitraum - ein Zuwachs von 15 Prozent. Das waren zwar weniger als erwartet, aber auch auf das ganze Jahr verteilt schien sich ein Effekt zu zeigen: Die Zahl der Großbritannien-Urlauber stieg um sieben Prozent.

Ohnehin verzeichnet das Land Rekord-Besucherzahlen - nicht zuletzt wegen des nach dem Brexit-Votum gesunkenen Pfund-Kurses. Den gesamten Wert der Königsfamilie für die britische Wirtschaft schätzten die Experten von Brand Finance für das vergangene Jahr auf 1,8 Milliarden Pfund (umgerechnet rund zwei Milliarden Euro).

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kad/news.de/dpa
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