24.11.2017, 08.37 Uhr

Streik bei Amazon: Mitarbeiter-Streik am "Black Friday" - Kunden in Angst um ihre Pakete

An insgesamt sechs Standorten wird gestreikt.

An insgesamt sechs Standorten wird gestreikt. Bild: dpa

Die Gewerkschaft Verdi hat am Freitag die Mitarbeiter mehrerer Amazon-Standorte in Deutschland zum Streik aufgerufen. Der Ausstand fällt auf den Rabatt-Tag "Black-Friday", an dem Einzelhändler bundesweit mit günstigen Angeboten locken. Verdi fordert den Online-Händler Amazon zu Verhandlungen über einen Tarifvertrag auf. Der US-Konzern, der bundesweit mehr als 12.000 festangestellte Mitarbeiter beschäftigt, verweigert seit Jahren Gespräche.

Streik bei Amazon am "Black Friday"

An den Arbeitsniederlegungen am "Black Friday" beteiligen sich laut Verdi Beschäftigte an den sechs großen Amazon-Standorten Bad Hersfeld (Hessen), Leipzig (Sachsen), Rheinberg (NRW), Werne (NRW), Graben (Bayern)und Koblenz (Rheinland-Pfalz).

Wie lange dauert der Amazon-Streik?

Bei Amazon in Leipzig hätten Mitarbeiter seit 0.00 Uhr ihre Arbeit niedergelegt, für 10.00 Uhr sei eine Kundgebung vor dem Standort geplant. Der Streik solle bis zum Ende der Spätschicht am Samstag dauern.

Seit 2013 liefert sich die Gewerkschaft einen Tarifstreit mit dem Internetversandhändler. "Die Beschäftigten gehören besonders an einem Tag wie dem Black Friday in den Mittelpunkt gestellt", sagte der Leipziger Verdi-Streikeiter Ronny Streich: "Im Dienste von Jeff Bezos und der Kunden sollen sie zum 'Black Friday' Höchstleistungen erbringen und dies unter Arbeitsbedingungen, die auf Dauer krank machen. Daran muss sich etwas ändern und Amazon muss sich endlich dieser Verantwortung stellen." Jeff Bezos ist der Amazon-Gründer.

Amazon und der ewige Tarifkonflikt

Wenn bei Amazon gestreikt wird, wirkt das mittlerweile wie eine einstudierte Choreographie. Amazon beteuert sofort, dass der Streik rein gar keine Auswirkungen auf das "Kundenversprechen" habe. Verdi teilt mit, dass die Abläufe in den Logistikzentren sehr wohl gestört würden.

Was verdient ein Amazon-Mitarbeiter?

Amazon selbst sieht sich auch ohne Tarifvertrag als guten Arbeitgeber. "Wir zahlen absolut wettbewerbsfähige und gute Löhne", sagt der Leipziger Standortleiter Dietmar Jüngling. Nach zwei Jahren bekomme ein Mitarbeiter etwa 30 000 Euro brutto pro Jahr. Daneben biete das Unternehmen Zusatzleistungen: zum Beispiel bekämen Angestellte Amazon-Aktien, eine kostenlose Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung sowie einen Familienbonus.

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fka/news.de/dpa
Themen: Amazon, Streik
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