21.11.2017, 09.06 Uhr

Amazon-Streiks vor Weihnachten?: Verdi droht mit Streiks! Sind Ihre Pakete in Gefahr?

Streiken die Amazon-Mitarbeiter im Weihnachtsgeschäft?

Streiken die Amazon-Mitarbeiter im Weihnachtsgeschäft? Bild: dpa

Die Gewerkschaft Verdi droht dem Versandhandelsriesen Amazon mit einer neuen Streikwelle im Weihnachtsgeschäft. "Wir werden unsere Aktionen in den kommenden Wochen ausweiten und haben noch einiges vor", sagte Thomas Voß der Deutschen Presse-Agentur. Er arbeitet in der Berliner Verdi-Zentrale als Bundesfachgruppensekretär für den Versand- und Onlinehandel.

Verdi droht Amazon mit Streiks im Weihnachtsgeschäft

Beim Kräftemessen mit dem Branchen-Primus aus den USA will Verdi nicht aufgeben: "Dazu sehe ich keinen Anlass. Denn unser Organisationsgrad steigt." Mittlerweile seien 35 Prozent der Beschäftigten in den elf deutschen Versandzentren Mitglied in der Gewerkschaft Verdi. Vor einem Jahr seien es noch 30 Prozent gewesen. "Wir sind aber darauf bedacht, einen noch stärkeren Rückhalt zu bekommen, um Amazon an den Verhandlungstisch zu bewegen."

Verdi und Amazon: Tarifstreit seit viereinhalb Jahren

Seit rund viereinhalb Jahren liefert sich die Gewerkschaft einen erbitterten Tarifstreit mit Amazon. Verdi strebt einen Tarifvertrag an. Der US-Konzern, der bundesweit über 12.000 festangestellte Mitarbeiter beschäftigt, verweigert aber Gespräche. Auf das Weihnachtsgeschäft als umsatzstärkste Zeit des Jahres hat sich Amazon seit Monaten vorbereitet. 13.000 Saisonkräfte in Deutschland seien gesucht worden.

Die Paket- und Sortierzentren laufen auf Hochtouren, die Fahrzeuge der Zusteller sind prall gefüllt: Für die Paketbranche rund um die Dienstleister Post DHL, Hermes, DPD & Co beginnt in diesen Wochen die lukrative Jahresendsaison. Und eines steht bereits vorher fest: Der anhaltende Boom im Onlinehandel mit der Paketbranche im Schlepptau wird wieder alle Rekorde brechen.

Paketflut zum Jahresende

Um die Weihnachtszeit müssen vor allem die Zusteller wieder schleppen und schwitzen: Der Bundesverband Paket & Expresslogistik (BIEK) rechnet damit, dass bis zu 30 Millionen Pakete mehr an der Haustür abgegeben werden als vor einem Jahr. 15 Millionen Sendungen täglich sollen es an einem Spitzentag werden. Peter Rey vom Paketlogistiker DPD aus Aschaffenburg schätzt das Paketvolumen um die Weihnachtszeit um 50 Prozent über der Menge eines durchschnittlichen Zustelltages. Auch der Branchenprimus Deutsche Post DHL rechnet mit einem Paketansturm.

Amazon will in Berlin Privatleute als Paketboten einsetzen

Das Online-Versandhaus Amazon will nun auch in Deutschland Privatpersonen als selbstständige Paketboten gewinnen. Das Programm mit dem Namen "Amazon Flex" starte in Kürze in Berlin, bestätigte das Unternehmen Anfang November. Dem "Tagesspiegel", der zuerst darüber berichtete, sagte eine Unternehmenssprecherin: "Wir wollen in den nächsten Wochen die ersten Kunden beliefern." "Flex"-Boten müssten über ein eigenes Auto und über eine spezielle Handy-App verfügen.

Lesen Sie auch: Amazon streicht beliebten Prime-Vorteil für Kunden

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

fka/news.de/dpa
Themen: Amazon
Promi-Paare 2017Ab ins Bett!Verbraucherschützer warnenNeue Nachrichten auf der Startseite