28.06.2017, 11.33 Uhr

Online-Shopping: Fiese Abzocke! Kann man Online-Shops noch trauen?

Immer mehr Menschen kaufen online ein.

Immer mehr Menschen kaufen online ein. Bild: Shutterstock, Inc.

Jahr für Jahr steigen die Umsätze im Online-Handel. Immer mehr Verbraucher besorgen sich ihre Produkte bequem und einfach vom Sofa aus. Laut Prognosen des Handelsverbands Deutschland steigt der E-Commerce-Umsatz allein im Jahr 2017 um 11 Prozent auf knapp 49 Milliarden Euro. Insgesamt werden bereits jetzt rund 10 Prozent aller Einzelhandelsumsätze im Internet getätigt. Ist diese Entwicklung unaufhaltsam oder verspielen die Anbieter mit undurchsichtigen Methoden gerade ihren Kredit bei den Kunden?

Vor allem das "Dynamic Pricing" - variable Preise, die von kühl agierenden Algorithmen in Millisekunden im Hintergrund gesteuert und angepasst werden - wird sowohl von vielen Kaufinteressenten als auch von zahlreichen Experten generell abgelehnt. Intransparent, verwirrend und unfair sei in diesen Fällen die Preisfindung. Lucia Reisch, Professorin an der Copenhagen Business School, stellte in einem Interview mit der "FAZ" ebenfalls fest, dass neben dem Vertrauen der Verbraucher dadurch auch die "Wertigkeit der Produkte angekratzt" würde.

Transparentes Verhalten honorieren hingegen ganz offensichtlich auch die Kunden. In einer "Handelsblatt"-Umfrage platzierte sich zum Beispiel der Online-Shop von Deichmann als bester Schuhanbieter auf Rang fünf aller Online-Händler, noch vor namhafter Konkurrenz wie zum Beispiel Zalando. Ganz ohne dynamische Preis-Strategien.

Deichmann spielt das Spiel nicht mit

"Wir spielen das Spiel nicht mit", erklärte Ulrich Effing, Pressesprecher von Deichmann. In den Onlineshops des Schuhhändlers gäbe es keine variablen Preise. Man unterscheide zum Beispiel auch nicht zwischen mobilen und Desktop-Angeboten. Es gelte die Devise: "Ein Preis für alle Kanäle." Ausnahme sind die offiziellen Sale-Aktionen, die online und stationär teilweise zu unterschiedlichen Zeiten laufen. Im jeweiligen Kanal gelten sie aber immer für alle Kunden.

Dennoch setzen einige andere Händler immer noch darauf, die Preise an bestimmte Tageszeiten, Wochentage und Echtzeit-Nachfragen automatisiert zu koppeln. Teilweise sind die Preise auch vom Endgerät abhängig: ein Smartphone zeigt einen teureren Preis, als ein Desktop-PC. Gerüchten zufolge zahlen teilweise sogar Apple-Kunden mehr als User billigerer Android-Handys.

Branchenprimus Amazon katapultierte sich im Übrigen in der Umfrage des "Handelsblatts" auf den ersten Rang der Befragung, die branchenübergreifend den "besten Händler" im Online-Bereich ermitteln wollte. Platz zwei ging an den Ticketanbieter Eventim, den letzten Platz auf dem Treppchen sicherte sich das digitale Angebot des Elektronikanbieters Mediamarkt.

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