22.06.2017, 13.32 Uhr

"Orientalische Woche": Lidl im Shitstorm wegen Ramadan-Aktion

Die jüngste Aktion von Lidl sorgte für einen Shitstorm im Internet.

Die jüngste Aktion von Lidl sorgte für einen Shitstorm im Internet. Bild: Matthias Balk/dpa

Wenn Firmen mit besonderen Aktionen für fremde Kulturen werben, sorgt das bei einigen Menschen für Bauchschmerzen. Besonders gegenüber Bürgern mit einem übertrieben starken Sinn für Nationalismus können solche Aktionen schnell nach hinten losgehen - wie etwa im Fall eines schwarzen Models auf einem Lidl-Prospekt. Diesmal kommt die Kritik jedoch von der anderen Seite.

"Orientalische Woche": Lidl kassiert Shitstorm zu Ramadan

Passend zum muslimischen Fastenmonat Ramadan hat sich Lidl etwas ganz besonderes einfallen lassen: Unter dem Motto "Orientalische Woche" bietet der Lebensmittel-Discounter verschiedene Spezialitäten wie Pide, Börek, Falafel oder Bulgur an. Damit sollen Kunden nach Aussage des Unternehmens den "Zauber des Orients" genießen. Ein Angebot, dass unter anderem auch viele Muslime gerne wahrnehmen würden. Die erlebten bei der Aktion jedoch eine böse Überraschung.

Schweinefett in Frischkäseschnecken entdeckt

Denn wie sich heraus stellt, ist ein Produkt überhaupt nicht für Muslime geeignet. Wie ein Blick auf die Inhaltsstoffe auf der Rückseite der Packung verrät, enthalten die Frischkäseschnecken vom Hersteller "1001 delights" ausgerechnet Schweinefett. Schwein ist für Muslime absolut tabu und so wundert es nicht, dass es für Lidl heftige Kritik hagelt. "Ich verstehe nicht wieso ihr eine orientalische Woche anbietet und es Produkte mit Schweinefett gibt!!! Echt respektlos und unverschämt!", schreibt etwa einer von vielen erzürnten Kunden auf Facebook. Besonders, dass der Konzern zu den Vorwürfen schweigt, macht viele Kunden noch wütender.

Lidl entschuldigt sich und gelobt Besserung

Inzwischen hat sich Lidl zumindest auf Facebook zu den Vorwürfen geäußert. Dem Unternehmen läge es fern, ihre Kunden zu täuschen. Zugleich bedauert Lidl, dass durch die Aktion möglicherweise ein falsches Bild entstanden sei. In Zukunft möchte der Discounter die Rezeptur des betroffenen Artikels für ähnliche Aktionen ändern. Ob dann jedoch noch jemand Appetit auf die Produkte von Lidl hat, ist fraglich.

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jat/mag/news.de
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