07.03.2017, 15.24 Uhr

Neue PSD2-Richtlinie im Online-Banking: Das müssen Sie bei Überweisung und Co. ab sofort beachten

Die neue PSD2-Richtlinie bringt neue Herausforderung für das Onlinebanking mit sich.

Die neue PSD2-Richtlinie bringt neue Herausforderung für das Onlinebanking mit sich. Bild: picture alliance / Carsten Rehder/dpa

Von Alexander Sturm

Manche vergleichen sie schon mit historischen Marken im Zahlungsverkehr: Den ersten Kreditkarten Ende der Fünfzigerjahre, dem Aufkommen von EC-Karten in den Achtzigern und digitalen Überweisungen ab der Jahrtausendwende. Glaubt man Experten, könnte nun ein neues Regelwerk der EU die Art, wie Bankkunden bezahlen, von Grund auf verändern.

PSD2-Richtlinie im Online-Banking weicht Bankenmonopol auf

Mit der"PSD2"-Richtlinie will Brüssel den Wettbewerb im europäischen Zahlungsverkehr fördern - und ihn sicherer, bequemer und billiger machen. Anfang 2018 soll sie in Deutschland in nationales Recht umgesetzt werden, das Bundeskabinett hat jüngst grünes Licht gegeben. Die "Payment Service Directive" bricht das lukrative Monopol der Banken beim Zugriff auf Kontodaten. Wer weiß, wie viel Geld Privatkunden haben und für was sie es ausgeben, kann ihnen leicht weitere Dienste anbieten - Baufinanzierungen etwa, Kredite, Versicherungen oder Wertpapiere.

Banken sollen Drittanbietern Zugriff auf Privatkonten gewähren

Künftig aber müssen Geldhäuser nach der neuen PSD2-Richtlinie und dem Willen der EU auch Drittanbietern wie Finanz-Start-ups den Zugriff auf Konten und Daten ihrer Kunden ermöglichen. "Es ist eine der strategisch wichtigsten Veränderungen im Bankwesen der letzten Jahre", sagt Sebastian Steger, Partner bei der Unternehmensberatung Roland Berger. "Das Verhältnis von Bank und Kunden wird neu definiert." Über eine Milliarde Konten in der EU seien betroffen.

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PSD2-Richtlinie: Kein uneingeschränkter Zugriff auf Konten ohne vorheriges Einverständnis

Verbraucher müssen indes nicht fürchten, dass Firmen künftig unkontrolliert auf ihre Daten zugreifen. "Bankkunden müssen ihnen explizit die Erlaubnis für eine Weitergabe erteilen", sagt Ulrich Binnebößel, Experte für Zahlungsverkehr beim Handelsverband HDE. Zudem dürften Institute nur für den angefragten Zweck Daten herausgeben. Stimmen Verbraucher zu, geschieht der Zugriff über Schnittstellen bei der Hausbank. "Die hohen Sicherheitsstandards bleiben erhalten", so der Bankenverband Deutsche Kreditwirtschaft.

Kartenzahlung im Netz: PSD2-Richtlinie schafft neue Standards beim Online-Banking

Für mehr Sicherheit sollen zudem strengere Regeln etwa bei Kartenzahlungen im Netz sorgen. So müssen Kunden nach PSD2 neben den Kartendaten wie der Kontonummer ein zweites Merkmal wie eine TAN oder einen Fingerabdruck eingeben. Für den Verbraucher, die beim Online-Einkauf ohnehin die Wahl etwa zwischen Lastschrift, Rechnung oder Kreditkarte haben, liegt der Vorteil hingegen in digitalen Angeboten von Drittanbietern.

Lohnt sich die PSD2-Richtline in Deutschland?

Doch wollen deutsche Verbraucher solche überhaupt? Sie gelten als konservativ und schätzen oft Bargeld. Aber: über 60 Prozent der Bankkunden hierzulande erledigten ihre Geschäfte online. Mobil per Smartphone oder Tablet zahlten erst sieben Prozent. Doch 60 Prozent der Kunden hätten grundsätzlich Interesse, solange es sichere und attraktive Wege gebe. Der Nutzwert von PSD2 sei für Verbraucher noch schwer zu fassen. Doch immerhin erleichtere sie Alternativen zur Bank. "Der Kunde hat dann die Wahl."

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koj/sam/news.de/dpa
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