12.02.2017, 08.00 Uhr

Donald Trump: Zeigt die deutsche Wirtschaft Trump den Stinkefinger?

Donald Trump will Amerika wieder auf Vordermann bringen - doch was macht das mit der deutschen Wirtschaft?

Donald Trump will Amerika wieder auf Vordermann bringen - doch was macht das mit der deutschen Wirtschaft? Bild: dpa

Von news.de-Redakteurin Anne Geyer

Die Wirtschaft Deutschlands wird nicht nur von landesinternen Faktoren bestimmt. Mehr denn je hängt unser Wohlstand auch von dem ab, was in anderen Ländern passiert. Bricht der Dow Jones ein, geht auch der DAX in die Knie. Ist der chinesische Aktienindex, Hang Seng, positiv gestimmt, ist das auch hierzulande am Aktienmarkt spürbar. Und eine gute Wirtschaft, ist in einem Industrieland wie Deutschland schließlich das A und O. Deshalb blicken Marktforscher derzeit mit gemischten Gefühlen über den Atlantik. Die große Frage: Was macht Trump - und welche Auswirkungen wird dies auf den deutschen Arbeitsmarkt haben?

Kontra Donald Trump: Stehen in Deutschland Arbeitsplätze auf dem Spiel?

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer, gab im Deutschlandfunk-Interview darauf eine eindeutige Antwort: Die von Donald Trump eingeschlagene Abschottungspolitik könnte Arbeitsplätze in Deutschland kosten. Zumindest, wenn der US-Präsident seine Vorhaben wirklich umsetze. Dann seien nicht nur die USA betroffen, sondern auch Arbeiter hierzulande. Trumps Ziele, die ausländischen Produkte abzuschotten oder die Produktion in die USA zu verlegen, ist ein Handelskrieg, der eigentlich in der modernen Zeit nicht mehr umsetzbar ist.

Kleine flotte Twitter-Finger - Donald Trump und das empfindliche Politik-und-Wirtschaft-Windspiel

Schon kurz nach Trumps Wahl zum Präsidenten war an den Aktienmärkten Verunsicherung zu spüren. Der deutsche Leitindex stürzte erst ab, dann kletterte er Anfang Dezember wieder kräftig. Der Markt, so viel ist klar, ist auch ein Spiegel - und Druckmittel - in politischen Belangen. Analystin Claudia Windt von der Landesbank Helaba schrieb zu der Achterbahnfahrt des DAX, dass sicher geglaubte Bündnisse, Partnerschaften, Allianzen sowie wirtschaftliche Ausrichtungen nun auf dem Prüfstand seien. Vor allem Trumps vorschnelle "Twitter-Finger", mit denen ein einziger Tweet die politischen Beziehungen der USA zu einem anderen Land blitzschnell verändern können, sind ein Risiko-Finger.

Trump wirft Deutschland vor, den Euro schwach zu halten - Merkel unbeeindruckt

Auch Deutschland hatte Trump bereits im Visier und ließ verlauten, Deutschland halte den Euro bewusst schwach, um den Export hochzuhalten. Er drohte mit Strafzöllen auf deutsche Produkte - und dem Ausstieg aus dem Freihandelsabkommen. Merkel zeigte sich unbeeindruckt und warb indessen für ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und einigen Staaten Südamerikas. Eine Zollerhöhung ist tatsächlich eine leere Drohung.

Trump und leere Drohungen im Angesicht der Globalisierung

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Reiner Hoffmann, erklärte im Deutschlandfunk, dass dies auch für die US-Wirtschaft verheerend wäre, denn dann würden auch für US-Produkte die Zölle erhöht werden: "Man stelle sich vor, wir würden in Europa die Importe für Flugzeuge deutlich erhöhen, das wäre für Boeing in den Vereinigten Staaten eine Katastrophe, die Amerikaner würden sich damit einfach ins Knie schießen." Am Ende würden aber die Verbraucher weltweit dafür büßen müssen, denn diese müssten dann deutlich tiefer in die Tasche greifen. Und das kann schließlich keiner wollen.

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