06.10.2015, 16.34 Uhr

Schmiergeldaffäre, Gehaltsaffäre und Co.: Die endlose VW-Skandal-Akte

Das Volkswagen-Werk Zwickau: VWs-Image hat gelitten.

Das Volkswagen-Werk Zwickau: VWs-Image hat gelitten. Bild: dpa

Von news.de-Volontärin Sarah Baumann

Wer denk, die Abgas-Affäre wäre die erste skandalträchtige Aktion vom Volkswagen-Konzern gewesen, der hat sich da gewaltig getäuscht. Egal ob Opernball-Affäre, die Korruptionsaffäre oder die Schmiergeldaffäre, die Liste der Skandale, die dem Unternehmen in den vergangen Jahren geschadet haben, ist verdammt lang. Wer sich nicht mehr an all die "schönen" VW-Schlagzeilen erinnern kann, für den gibt es hier nochmal eine kleine Auflistung aller VW-Vergehen.

Die VW-Skandale im Überblick

Devisenskandal (1990):

Unfähige Aufsichtsräte, die Prüfberichte nicht aufmerksam studieren, Vorstände, die ihre Anweisungen nicht dauerhaft durchsetzen und Prüfer, die einem Verdacht nicht gründlich nachgehen - all diese Schlamperein führten Ende der 80-er Jahre nicht nur zu einem Verlust von mehr als 470 Millionen, sondern offenbarten auch zum VW-Devisenskandal. Wie das "Handeslblatt" berichtete, hatten der Chef der VW-Devisenhandelsabteilung, Burkhard Junger, der Frankfurter Börsenmakler Hans-Joachim Schmidt sowie drei Mittäter, VW mit betrügerischen Devisengeschäften zuvor allein schon einen Schaden von 170 Millionen Euro beschert.

Opernball-Affäre (1996):

Nach übereinstimmenden Zeitungsberichten, soll der damalige niedersächsische Ministerpräsident Gerhard Schröder (SPD) und seine Frau Hiltrud auf Kosten von VW den Opernball in Wien besucht haben. Wer jetzt denkt, dass sei doch nicht so schlimm, dem sei verraten, dass sich die Kosten für eine vom damaligen Volkswagen-Chef Ferdinand Piëch eigens angemietete Loge auf sage und schreibe 12.000 Euro belaufen haben sollen. Nach Bekanntwerden der Reise wurden Schröder die Flugkosten im Firmenjet übrigens in Rechnung gestellt. Besonders für Schröder hagelte es damals heftige Kritik, da er als Mitglied des VW-Aufsichtsrates Vorteile von Vorstandschef Piëch angenommen habe, den er eigentlich kontrollieren sollte.

Schmiergeldaffäre um ABB und Skoda (1997):

1997 nimmt der stellvertretende Vorstandschef der VW-Tochter Skoda, Volkhard Köhler, wegen inkorrekter Immobiliengeschäfte den Hut. Köhler soll auch die Aufklärung der Schmiergeldaffäre um Volkswagen und den Anlagenbauer ABB behindert haben. VW-Angehörige sollen Schmiergelder von dem Schweizer Unternehmen Asea Brown Boveri (ABB/Zürich) entgegengenommen haben, als der Anlagenbauer den Auftrag zum Bau einer neuen Lackiererei für Skoda erhielt.

Lopez-Affäre (1998):

Die Lopez-Affäre hat jahrelang für Schlagzeilen gesorgt und das Verhältnis des weltgrößten Autokonzerns General Motors zum europäischen Branchenprimus Volkswagen belastet. Der eigentliche Skandal ereignete sich, da der Ex-VW-Vorstand José Ignacio Lopez bei seinem Wechsel von General Motors zu Volkswagen geheime Opel-Unterlagen mitgenommen haben soll. Im Zuge dessen war es auch zum Streit zwischen Opel und VW gekommen. Nicht nur Lopez wird auf Grund dessen zu einer hohen Geldstrafe verurteilt, sondern auch VW verpflichtet sich, 100 Millionen Dollar an GM zu zahlen und Autoteile im Wert von einer Milliarde Dollar bei General Motors abzunehmen.

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