29.09.2015, 14.53 Uhr

VW-Abgas-Skandal: Welche Marken und Modelle sind denn betroffen?

Der Auspuff eines VW Passat ist vor dem Volkswagen Werk in Wolfsburg zu sehen. Der Passat der siebten Generation ist von dem Abgas-Skandal betroffen.

Der Auspuff eines VW Passat ist vor dem Volkswagen Werk in Wolfsburg zu sehen. Der Passat der siebten Generation ist von dem Abgas-Skandal betroffen. Bild: Julian Stratenschulte/dpa

Der VW-Skandal zieht sich immer noch durch die gesamte deutsche Autobranche und nicht nur dadurch: Da die Auto-Aktien auf einer breiten Front einbrechen, fällt auch der Deutsche Aktien-Index (DAX). Am Dienstag, 29.09.2015, wurde so das Jahrestief von 9325 Punkten erreicht.

VW-Abgas-Skandal stürzt Aktien in Talfahrt

Vor allem für die Volkswagen-Vorzugsaktie geht es weiter bergab. Am Montag gab es ein Minus von drei Prozent, aber in der Folge des Abgas-Skandals rutschte die Aktie zwischenzeitlich auch schon über 20 Prozent ins Minus. Auch andere Wertpapiere anderer Autofirmen, wie Daimler, BMW und Continental, trudeln im VW-Sog nach unten.

Am Dienstag, 29.09.2015, reisen die VW-Verantwortlichen nach Brüssel: Vor der EU-Kommission muss sich VW-Marken-Chef Herbert Dies dann erklären. Der VW-Topmanager wird die Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska treffen und über die neuesten Entwicklungen informieren, wie "Bild" berichtet. Die EU-Kommission habe die vollständige Aufklärung des Skandals von den nationalen Behörden verlangt.

Welche Fahrzeuge des VW-Konzerns sind von der Abgas-Schummelei betroffen?

Bekannt ist auf jeden Fall ein: Weltweit sind etwa elf Millionen Fahrzeuge des Konzerns betroffen, darunter 1,8 Millionen Nutzfahrzeuge. Nach Angaben von Volkswagen ist der Dieselmotor mit der konzerninternen Bezeichnung EA 189 von den Manipulationen betroffen. Er erfülle die europäische Abgasnorm EU 5 und wird mehrheitlich mit 1,6 oder 2,0 Litern Hubraum angeboten. Aber auch mit 1,2 Litern Hubraum wurden EA-189-Motoren verbaut.

Betroffen sind die Baujahre 2009 bis 2014. Andere Motoren sollen nicht betroffen sein, zumindest gebe es darauf bisher keine Hinweise. Neuere Wagen mit Motoren, die die strenger EU 6 Abgasnorm erfüllen, seien nicht betroffen.

Welche Marken und Modelle sind konkret vom Abgas-Skandal betroffen?

Fast die Hälfte, nämlich 5 Millionen, der betroffenen Fahrzeuge gehören zur Kernmarke VW: Unter anderem sind der Golf der sechsten Generation, der Passat der siebten Generation und die erst Generation des Tiguan nach "Bild"-Angaben betroffen.

2,1 Millionen Audi-Fahrzeuge sind betroffen, allein 577.000 davon sollen in Deutschland zugelassen sein. Am Montag bestätigte ein Audi-Sprecher: Die Baureihen A1, A3, A4 und A6 sowie Q3 und Q7 sind betroffen. Der "Bild" zufolge soll auch der Sportwagen TT betroffen sein.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sprach ein Skoda-Sprecher von 1,2 Millionen betroffenen Fahrzeugen. Allerdings werde bei dem tschechischen Tochterunternehmen von VW noch an einer Aufgliederung in Modelle und nach Regionen gearbeitet.

Doch nicht nur Pkws sind von dem Abgas-Affäre betroffen: 1,8 Millionen VW-Nutzfahrzeuge sind mit der Schummel-Software ausgestattet. Darunter sind die Modelle Caddy und Transporter, wie die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtet. Zu den Hauptabnehmern der genannten leichten Nutzfahrzeuge gehören Gewerbetreibende, die aus Kostengründen meist Dieselfahrzeuge kaufen würden.

Wie es bei der Konzernmarke Seat aussieht, ist noch unklar. Bisher habe Seat nur bestätigt, dass der Motor verbaut wurde, aber noch nicht in welchen Mengen und in welchen Modellen.

Rechnet man jedoch schon die bekannten betroffenen Autos zusammen, bleibt eine Differenz von 900.000 zu den vom VW-Konzern angegebenen elf Millionen. Zu welchen Marken die gehören, muss noch geklärt werden.

So sind die betroffenen Fahrzeuge regional verteilt

Weltweit wurden die Motoren des Typs EA 189 in Fahrzeugen des Konzerns verbaut. Wo genau wie viele Autos fahren, wird noch ermittelt. Aber drei Regionen sind schon bekannt. Laut Verkehrsminister Alexander Dobrindt sind mindestens 2,8 Millionen betroffene Fahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs. In den USA geht es um etwa 482.000 Autos. In der Schweiz sind 128.802 der bekannten betroffenen Modelle zugelassen.

Manipulierte Fahrzeuge des VW-Konzerns sollen in der Schweiz nicht mehr neu zugelassen werden. Das Schweizer Bundesamt für Straßen will den betroffenen Modellen die Typengenehmigung vorsorglich entziehen. Derweil versucht der angeschlagene Autokonzern ein

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räc/bua/news.de
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