18.03.2014, 11.34 Uhr

Hoeneß' Hintermänner: Gerät der FC Bayern in den Hoeneß-Strudel?

Von news.de-Redakteur Ullrich Kroemer

Wen deckt Uli Hoeneß?

Wen deckt Uli Hoeneß? Bild: dpa

1. Wie konnte Uli Hoeneß überhaupt solche Summen anhäufen?

Ein Schweizer Banker bezweifelt im Gespräch mit dem Zürcher «Tagesanzeiger», dass eine Einzelperson, die wie Hoeneß als Hobby spekuliert, überhaupt Einnahmen in dreistelliger Millionenhöhe generieren kann: «Für einen Hoeneß ist es in diesem Markt unmöglich, aus 20 Millionen Mark zeitweise 150 Millionen Euro zu machen. Das ist völlig absurd», sagt der anonyme Börsenexperte.

In diesem Markt seien ganze Teams am Werk, die riesige Summen einsetzen, um Gewinn zu machen. Wie konnte der Laie Hoeneß, der während zwei Geschäftsterminen oder in der Halbzeit eines Fußballspiels mit Pager und Handy spekulierte, da mithalten?

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2. Gab es einen Deal zwischen Hoeneß und der Justiz?

Nicht nur Linken-Chef Bernd Riexinger glaubt an eine Absprache zwischen Uli Hoeneß und der bayrischen Justiz. «Das riecht alles nach Deal», sagte der Linken-Chef dem «Handelsblatt» und beklagte, dass «viele Fragen womöglich für immer ungeklärt» blieben. Für einen Deal spricht: Mit dem Urteil, das nicht zu hart und nicht zu mild ausgefallen ist, können offenbar alle Parteien gut leben.

Doch was hätten Richter und Staatsanwalt von einer Absprache? An Details rund um die Hoeneß' Spekulationen scheint niemand interessiert zu sein. Nicht umsonst zog Richter Rupert Heindl den Prozess in nur vier Tagen durch. Aufgrund der riesigen Menge an Akten, die Hoeneß erst kurz vor Prozessbeginn nachreichte, hätte sich das Gericht ruhig mehr Zeit lassen dürfen. Gut möglich also, dass in dem Sumpf nicht zu tief gewühlt werden sollte, um prominente Hintermänner wie die Herren aus dem Bayern-Aufsichtsrat zu schützen.

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