09.03.2014, 08.00 Uhr

Zahl, was du willst!: Warum Geiz plötzlich ungeil ist

Von news.de-Redakteurin Isabelle Wiedemeier

Sammelbüchsen appelieren an die soziale, nicht an die wirtschaftliche Ebene.

Sammelbüchsen appelieren an die soziale, nicht an die wirtschaftliche Ebene. Bild: dpa

Im Leipziger Zoo zahlen Erwachsene 16 Euro, Kinder 9, und das ist schon der billige Wintertarif. Grund genug für meine Familie, nie hinzugehen. Der Zoo in Münster hingegen stellte im Dezember seinen Besuchern frei, wie viel Eintrittsgeld sie bezahlen wollten. «Zahl, was du willst!» war die Devise, mit der der Zoo nun schon im zweiten Jahr Winterbesucher ködern wollte.

Es funktionierte. Zwar gaben die Besucher statt 14 Euro im Schnitt nur 4,76, aber die Masse und der ungezügeltere Verzehr in Restaurants und an Imbissbuden kurbelten das Wintergeschäft trotzdem an - 2,5 mal so viel wie im Vorjahr nahm der Zoo während der Aktion 2012 ein.

Erfahren Sie hier, wo die «Zahl, was du willst!»-Devise gilt:

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Musiker: Lieber Hutgage als gar kein Geld

Im Hamburger Gängeviertel ist das «Zahl, was du willst!»-Prinzip seit 2009 Programm. Damals besetzten Künstler elf Abrisshäuser, neben einer Bar gibt es dort Konzerte und Ausstellungen. Große Sprünge macht die Initiative «Komm in die Gänge» zwar nicht mit ihrem Prinzip, erzählte die Sprecherin Christine Ebeling kürzlich dem «Spiegel». Aber das wäre bei festen Preisen vermutlich auch nicht anders. Immerhin trägt es sich.

Für Musiker, die (noch) keinen großen Namen vor sich hertragen können, ist «Zahl, was du willst!» das tägliche Brot. Wer zuhören will, kann das tun, nachher geht ein Hut rum. Darin landen schon auch mal Scheine - oder das Geld sitzt noch locker genug, um die CD zu erwerben. Bei festen Preisen käme vielleicht erst gar keiner.

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