26.11.2014

"Rentnerin" Henkel auch ohne Biathlon glücklich

Die haben noch eine lange Zeit vor sich und vielleicht gibt man denen noch ein bis zwei Jahre.“)- über die Umstruktierierung bei den Biathletinnen („Dieses Jahr wurde viel umgeworfen und umgestaltet. Wir haben einen jungen Trainer mit viel neuem Input und einen von früher mit viel Erfahrung. Früher kann auch nicht alles schlecht gewesen sein, denn so erfolglos waren wir nicht.“)- über ihren Rücktritt nach den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi („Ich habe auf jeden Fall die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt getroffen. Ich bin dabei, etwas neues aufzubauen und da ist noch viel zu tun. Langweile habe ich keine.“)- über eine mögliche Zukunft im Trainerstab („Ich denke nicht, dass die jemanden einstellen, der auf einem anderen Kontinent lebt.“)SID xkw pmWeitere Informationen zu diesem Thema:Berlin (SID) Auch neun Monate nach ihrem Rücktritt hat sich Andrea Henkel noch kein Beispiel an Magdalena Neuner und Kati Wilhelm genommen. "Ich möchte zuerst Ordnung in mein Leben bekommen, bevor wir uns erweitern", sagt die Doppel-Olympiasiegerin und lacht. Die 36-Jährige ist im Gegensatz zu ihren einstigen Biathlon-Mitstreiterinnen auch ohne Baby vollkommen glücklich. Selbst beim Blick auf ihre jungen Nachfolgerinnen ist sie kurz vor dem Saisonstart optimistisch."Man sollte den Mädels nicht die Bürde auferlegen, dass sie genau das machen müssen, was wir früher gemacht haben", sagt Henkel im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID). Während die deutschen Skijägerinnen einst Siege am Fließband einfuhren, ist die Situation vor dem Weltcup-Auftakt mit der Mixedstaffel in Östersund/Schweden am Sonntag (15.30 Uhr/ZDF) völlig anders. Die zweimalige Staffel-Weltmeisterin Miriam Gössner (24/Garmisch) ist die erfahrenste Athletin eines blutjungen Teams, das vor der wohl schwierigsten Saison seit der Wiedervereinigung steht."Sie haben noch eine lange Zeit vor sich, und man sollte ihnen jetzt ein oder zwei Jahre geben", sagte Henkel. Die achtmalige Weltmeisterin weiß um die schwierige Ausgangsposition. Nach dem schwachen Abschneiden bei den Olympischen Spielen in Sotschi - keine einzige Medaille hatte es bei den Frauen zuvor nie gegeben - hagelte es viel Kritik. Und das sei zusätzlich ein Problem. "Von außen wird eine negative Stimmung hereingetragen. Das ist nicht gut, weil die Mädels sehr jung sind", sagte Henkel, die in Sotschi selbst enttäuschte und ihre fünfte Medaille verpasste.Für Gössner und Co. seien die Vergleiche mit Rekordweltmeisterin Neuner oder den ebenfalls längst zurückgetreten Wilhelm und Uschi Disl hemmend, meint die Großbreitenbacherin: "Man sollte es nicht mit dem vergleichen, was schon mal war, sondern ihnen Zeit zur Entwicklung lassen. Dann muss man sich auch keine großen Sorgen machen."Henkel selbst wird das Geschehen weitestgehend vor dem Fernseher verfolgen, allerdings bei den Rennen in Hochfilzen, Oberhof und Ruhpolding für ihre Sponsoren vor Ort sein. "Ich vermisse nichts, und ich bin jetzt dabei, mir etwas Neues aufzubauen", sagt Henkel, die im Zusammenhang mit ihrem Karriereende von der "richtigen Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt" spricht. Schon bald will sie als Fitnesstrainerin eine neue Karriere starten und in naher Zukunft mit ihrem Ehemann, dem US-Biathleten Tim Burke, in Nordamerika "auf jeden Fall" eine Familie gründen.Ihrer Thüringer Heimat mit dem Wohnort Oberhof wird Henkel dann der Rücken kehren und ihrem Lebensmittelpunkt nach Lake Placid im US-Bundesstaat New York verlegen. Allein schon deswegen sei es ausgeschlossen, dass sie den Deutschen Skiverband (DSV) künftig als Trainerin unterstützt. "Ich weiß nicht, ob sie jemanden anstellen, der auf einem anderen Kontinent lebt", meinte Henkel deswegen auf die Frage, ob man sie irgendwann als Trainerin am Schießstand sehen wird.Henkel wird ausgeglichen und entspannt, erstmals seit ihrem Weltcup-Debüt vor knapp 20 Jahren (16. März 1995 in Oslo)