09.07.2019, 08.49 Uhr

Reinhold Beckmann trifft Schröder und Stoiber: Gerhard Schröder und So-yeon: So sehr hat sich ihr Leben verändert

Bei

Bei "Reinhold Beckmann trifft... " verrieten So-yeon Schröder-Kim und Gerhard Schröder, was sich seit ihrer Beziehung verändert hat Bild: imago images / localpic/spot on news

In der Talkshow-Reihe "Reinhold Beckmann trifft..." (NDR, 22:45 Uhr) waren Montagnacht zwei ehemalige politische Rivalen bei Moderator Reinhold Beckmann (63) zu Gast: Altkanzler Gerhard Schröder (75) und der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (77).

Sie erzählten von ihrer beruflichen Vergangenheit und der heutigen Verbundenheit. Aus Respekt sei "eine gute Bekanntschaft, vielleicht sogar Freundschaft" geworden, so Schröder. Allzu oft treffen sich die beiden aber nicht, was auch an Schröders neuen Lebensumständen liegt. Denn: "Ich lebe ja nicht nur in Deutschland, sondern auch in Korea - meiner Frau wegen", erklärte er.

"Humor für Anfänger und Fortgeschrittene: ... Mit Briefen von Gerhard Schröder, Astrid Lindgren, Dieter Hildebrandt und mehr als zwanzig weiteren Prominenten" - das Buch können Sie hier bestellen

Wie hat sich das Leben von Gerhard Schröder verändert?

Und besagte So-yeon Schröder-Kim (51) stieß etwas später auch in die Runde dazu. Die beiden hatten im Mai 2018 in Seoul, Südkorea, geheiratet. Seither wird gependelt. "Wir leben in zwei Welten, wenn man so will. Wir leben in Hannover und Berlin. Partiell wegen des Jobs meiner Frau natürlich auch in Seoul. Sie muss ja sehr viel häufiger in Seoul sein, als ich dort bin. Aber ich muss dann auch schon zwei, drei Monate dort mein Leben verbringen", gab Schröder preis.

Das sei auch eine "Herausforderung im Kulturellen" für ihn. "Ich muss versuchen, eine neue Sprache zu lernen. Das ist verdammt schwierig. Denn das ist eine sehr schwierige Sprache", sagte er über Koreanisch. Er müsse das nicht lernen, sagte sie, lobte dann aber auch sein großes Talent. Generell wusste die Dolmetscherin genau, wie sie ihren berühmten Mann im rechten Licht erstrahlen ließ. Sie antwortete selbstbewusst, diplomatisch und freundlich, aber immer auch mit Blick auf ihn und dessen - durchweg wohlwollende - Reaktion gerichtet.

Zu seinen sprachlichen Bemühungen erklärte er dann noch: "Ich werde nicht den Ehrgeiz entwickeln, es so zu sprechen, wie meine Frau Deutsch spricht. Das werde ich auf keinen Fall mehr schaffen. Aber ich muss im Alltag zurechtkommen. Und ich muss mich mit meiner Schwiegermutter, die weder Deutsch noch Englisch spricht, wenigstens so verständigen können, dass ich, wenn sie da ist, einen Kaffee kriege."

Auch dank dieser Aufgeschlossenheit der anderen Kultur gegenüber kann Schröder heute über Seoul sagen: "Inzwischen mag ich es, da zu sein." Am Anfang sei es aber schon fremd gewesen, gab er zu. Irgendwann habe er in "dieser riesigen Stadt - ich glaube, 15 Millionen leben im Großraum -" seine "kleinen Ecken" gefunden. "Eine Kneipe, wo Sie eine Suppe kriegen und ein Bier dazu und auf einmal fühlen Sie sich wohl. Es gibt das, was man in Berlin Kiez nennen würde, natürlich auch in Seoul", schwärmte er fast ein bisschen.

Was schätzen die beiden aneinander?

Gerhard Schröder schätzt an ihr "ihre Art, zu kommunizieren. Sie kann das sehr gut und zwar mit jedwedem. Egal, welche soziale Rolle, egal, welche politische Rolle jemand spielt". So-yeon Schröder-Kim schwärmte dagegen: "Er ist jemand, der kein Blatt vor den Mund nimmt und gerade zu seinem Wort steht. Das macht er sowohl im Beruf als auch privat. Das schätze ich sehr." Er habe eine eigene Linie, eigene Gedanken.

Beide eint aber auch die Einstellung im Umgang mit Herausforderungen. Denn auch für So-yeon Schröder-Kim sei es schwer gewesen, die deutsche Sprache zu lernen. Sie habe "mit 15 als Mädchen" damit begonnen. Damals habe sie "Demian" von Hermann Hesse (1877-1962) gelesen. Und eine Geschichte daraus fasziniere sie bis heute: "Der Vogel kämpft sich aus dem Ei. Das Ei ist die Welt. Wer geboren werden will, muss eine Welt zerstören", erklärte sie die Passage, die sie schon als Kind sehr beeindruckt habe, und mit der sie auch heute noch jede Herausforderung annehme.

Warum er jetzt Golf spielt

Altkanzler Gerhard Schröder spielte Fußball und Tennis, aber nie Golf. Doch sie habe einen Sport machen wollen, den sie zusammen machen könnten und so habe sie angefangen, ihn zum Golf zu überreden, erzählte So-yeon Schröder-Kim weiter. Den gesundheitlichen Aspekt am stundenlangen "strammen gehen mehrmals in der Woche", hat auch er längst eingesehen, wie er zugab.

Stoiber über das Glück seines Lebens

Am Schluss kam dann noch einmal Edmund Stoiber zu Wort, der im Gegensatz zu Schröders fünfter Ehe seit "51 Jahre mit derselben Frau verheiratet" ist. Sie [Karin Stoiber] habe "die wichtigste Rolle" in seinem Leben gespielt, schwärmte er. Er habe inzwischen "sieben Enkel, der achte hat sich zu Weihnachten angekündigt" und ohne seine Frau hätte es "dieses Glück meines Lebens" nicht gegeben, so Stoiber.

spot on news
Dschungelcamp-Kandidaten 2020 ZDF-Fernsehgarten on TourSue Radford ist mit 44 wieder schwangerNeue Nachrichten auf der Startseite