28.06.2019, 11.33 Uhr

Heidi Klum: Harte Vorwürfe! Ist Heidis neue TV-Show "kultureller Missbrauch"?

Ist Heidi Klum die Richtige für das neue Pro7-Format?

Ist Heidi Klum die Richtige für das neue Pro7-Format? Bild: AdMedia/ImageCollect/spot on news

Gleich zwei Privatsender öffnen sich der schwulen und queeren Kultur - und vor allem der eine bekommt ordentlich Gegenwind. Pro7 plant gemeinsam mit Heidi Klum die TV-Show "Queen of Drags". In der LGBT-Szene kommt das jedoch alles andere als gut an. Doch was ist Auslöser der Kritik?

Heidi Klum unter Beschuss: Harte Kritik an TV-Show "Queen of Drags"

Am Mittwoch kündigte ProSieben an, eine neue Reality-Show zu produzieren, die im Winter ausgestrahlt werden soll. In "Queen of Drags" sollen zehn Dragqueens in eine Villa einziehen. "Germany's Next Topmodel"-Chefin Heidi Klum moderiert, an ihrer Seite sollen Bill Kaulitz und Conchita Wurst(30,"Rise Like A Phoenix") stehen. Jede Woche gibt es Aufgaben, am Ende bleibt die "Queen of Drags" als Siegerin übrig.

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Ab diesem Winter gibt es eine neue Show: #QueenOfDrags! Wie verwandeln sich Männer in hinreißende Glamour-Girls? Die Jury @heidiklum @billkaulitz und @conchitawurst küren die Queen Of Drags der facettenreichen Drag-Welt. Wait For It

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Bei vielen in der queeren Szene, in der die US-Showreihe "RuPaul's Drag Race" sich großer Beliebtheit erfreut, die auch bei Netflix zu sehen ist, stößt die ProSieben-Ankündigung auf Entsetzen. Auf Instagram sorgte Pro7 bereits für Wut in der Kommentarspalte. "Drag ist mehr als sich nur zur Frau zu verwandeln. Heidi ist die denkbar schlechteste Wahl dafür. Was hat sie denn mit Drag zu tun ???!!! Nur weil es bei gntm Drag gab, ist sie was das angeht KEINE Fachfrau", beschwert sich Jazz Cortes, eine Drag Queen aus Frankfurt, über das neue Format. "Nicht euer Ernst! Warum Heidi Klum? Ist die neuerdings Teil der queeren Community?! Unverschämt ist das schon fast", kritisiert ein anderer die Pläne des Senders.

Szenegrößen werfen Heidi Klum "kulturellen Missbrauch" vor

"Heidi Klum hat von Drag, der dazugehörigen Historie, der Lebenseinstellung, der Identität, der Drag-Kultur, der Szene und der gesamten Branche absolut keine Ahnung", heißt es in einer auf change.org gestarteten Petition der Berliner Szenegrößen Ryan Stecken und Margot Schlönzke, mit der verhindert werden soll, dass Klum das Format als Moderatorin und Jurorin leitet. Bisher haben einige Hundert Menschen unterschrieben. "Wir sehen es als problematisch an, dass eine heteronormative weiße Frau, die bisher keinerlei nennenswerte sichtbare Verbindung zur Drag-Community hatte und bisher auch nicht das Leben einer Drag gelebt hat, nun der deutschen Version der wahrscheinlich erfolgreichsten queeren Sendereihe vorsitzen soll und damit Geld verdienen wird. Dies geht unserer Ansicht nach über eine 'kulturelle Aneignung' hinaus, wir sehen dies als kulturellen Missbrauch!", heißt es in der Petition.

Von den Initiatoren der Petition ist in sozialen Netzwerken zu lesen, dass es viele Alternativen zu Heidi Klum geben würde, etwa Promis wie Guido Maria Kretschmar, Ralph Morgenstern, Lilo Wanders, Hella von Sinnen, Desirée Nick, Harald Glööckler oder "Mary" Georg Preuße.

Olivia Jones unterstützt "Germany's next Topmodel"-Chefin

Unterstützung für Klum kommt derweil von Olivia Jones, einer der bekanntesten Dragqueens Deutschlands, die nach eigenen Angaben auch selber in dem Format auftauchen wird. Auf ihrer Website schrieb Jones: "Damit bekommen Drag Queens in Deutschland erstmals bei einem großen deutschen TV-Sender eine eigene Prime Time Show." Den Durchbruch habe am Ende Heidi Klum gebracht, in dem sie bei "Germany's Next Topmodel" den Mut gehabt habe, Dragqueens eine Plattform zu geben und in dem sie sich danach für ein eigenes Dragqueen-Format stark gemacht habe. "Endlich können auch deutsche Drags mal allen zeigen, dass sie sich hinter ihren amerikanischen Kolleginnen nicht verstecken müssen und wir eine unglaublich vielfältige Szene haben."

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RTL produziert "Bachelor" für Schwule

Bislang auf keine große Kritik stieß die Ankündigung des Senders RTL, für seinen Streamingdienst eine Art "Bachelor"-Show für Schwule zu produzieren: "Mit 'Prince Charming' startet TVNOW die erste Gay-Dating-Show in Deutschland. Im November wird ein Mann in mehreren Etappen und unter mehreren Kandidaten seinen Traumprinzen wählen."

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