19.02.2019, 17.07 Uhr

Serie: "Charité": Mala Emde spielt die junge Ärztin Anni Waldhausen

Anni (Mala Emde) im Hörsaal der Charité, kurz vor ihrer mündlichen Prüfung

Anni (Mala Emde) im Hörsaal der Charité, kurz vor ihrer mündlichen Prüfung Bild: ARD/Julie Vrabelova/spot on news

Die gebürtige Frankfurterin Mala Emde (22, "Brecht", "Katharina Luther", "Tatort") hat die Hauptrolle in der zweiten Staffel der Erfolgsserie "Charité" ergattert. Ausgestrahlt werden die sechs neuen Folgen ab dem heutigen Dienstag um 20:15 Uhr im Ersten. Wie Emde zu der Rolle kam und was sie von ihrer Figur, der jungen Ärztin, Mutter und Ehefrau Anni Waldhausen, hält, verrät sie im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

Sie sind 22 und haben bereits eine beeindruckende Filmografie. Wann war Ihnen klar, dass Sie Schauspielerin werden wollen?

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Mala Emde: Die Spiellust begann bei mir mit ungefähr neun Jahren. Damals wollte ich einfach spielen, das war wie ein instinktiver Drang. Und als ich dann angefangen habe, habe ich mich in der Film- und Theaterwelt sofort zuhause gefühlt. Ob ich das zum Beruf mache, habe ich mir lange offen gelassen.

Wie sehr haben Ihre Eltern Sie darin unterstützt?

Emde: Meine Eltern haben mich in meinem Traum liebevoll unterstützt und gleichzeitig darauf Acht gegeben, dass man in der Schauspielblase nicht abhebt.

Was mögen Sie an dem Beruf besonders gerne?

Emde: Zwei Dinge: Einmal fordert der Beruf mich stetig, neugierig zu bleiben, neue Welten kennenzulernen. Zum anderen habe ich das Gefühl, dass wir durch die darstellende Kunst Menschen verbinden können, weil wir nach so etwas wie wahren Gefühlen suchen, die in jedem Menschen vorhanden sind (Liebe, Wut, Angst,...), losgelöst von sozialer Herkunft et cetera.

Wäre Medizin/Ärztin eine berufliche Alternative?

Emde: Nein, für mich nicht. Ich empfinde aber großen Respekt und Dankbarkeit gegenüber Mediziner*innen.

In der Fortsetzung der Erfolgsserie "Charité" spielen Sie die Hauptrolle. Wie kam es dazu?

Emde: Ich kam gerade von einer Reise aus Kanada zurück und während einer Zwischenlandung rief der Regisseur Anno Saul mich an und erzählte mir von dem Projekt und fragte, ob ich mir das vorstellen könnte. Zu dieser Zeit war ich gerade mitten in meinem Schauspielstudium an der Ernst Busch [Hochschule für Schauspielkunst in Berlin]. Aber so gejetlegt und euphorisch wie ich war, sagte ich einfach "ja". Dann ging ich zum Casting, bekam eine Zusage und erst dann stellte ich mir die Frage, ob das überhaupt geht, das Studium und dieser große Dreh. Anno hat dann einen Brief an die Schule geschrieben und tatsächlich wurde ich für den Drehzeitraum befreit. "Charité" ist also offiziell Teil meines Studiums.

Was mögen Sie an Ihrer Rolle, der jungen Ärztin und Mutter Anni Waldhausen, besonders gern?

Emde: Dass sie nie aufgibt, sondern immer weiter nach Wegen sucht. Für ihre Tochter bringt sie große Opfer und entscheidet sich gegen ihr gewohntes Weltbild, gegen das privilegierte Leben. Das ist ein Hin und Her, aber im Endeffekt siegt bei Anni die Menschlichkeit.

Ihr Film-Ehemann hat den gleichen Job. Was spricht bei Schauspielern Ihrer Ansicht nach dafür, was dagegen?

Emde: Schauspieler*innen haben ein wahnsinnig wechselhaftes, unvorhersehbares Leben. Wir tauchen für sieben Wochen in eine Welt ein, sind weg vom normalen Leben und dann gibt es die Zeiten zwischen Projekten, die von Angst und Unsicherheiten geprägt sind. All das kann ein Partner, der den gleichen Beruf hat, besser nachvollziehen. Außerdem kann man zusammenarbeiten, sich helfen, finden. Auf der anderen Seite kann eine Beziehung eine Insel, weg von der kleinen, vermeintlich pompösen Filmwelt sein. Die Offenheit für anderes ist mir sehr wichtig!

Prof. Ferdinand Sauerbruch, (Städtische Nervenklinik für Kinder und Jugendliche) Wiesengrund, der Umgang in der NS-Zeit mit Kindern mit Behinderung, die Weiße Rose, Claus Schenk Graf von Stauffenberg... All das kommt in der neuen "Charité"-Staffel vor. Was wussten Sie vor den Dreharbeiten über diese Zeit?

Emde: Ich hatte Halbwissen. Ich interessiere mich aber für Geschichte und lese gerne darüber. Und "Charité" hat mir da sicherlich noch viele neue Einblicke geboten.

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