14.02.2019, 13.45 Uhr

GNTM: Gastjuror bei "GNTM": Wolfgang Joop über sein frostiges Comeback

Heidi hat ihren Wolfgang wieder - zumindest für einen kurzen

Heidi hat ihren Wolfgang wieder - zumindest für einen kurzen "GNTM"-Gastauftritt Bild: ProSieben/Richard Hübner/spot on news

Wolfgang Joop (74) ist der zweite Gastjuror, der in diesem Jahr neben Heidi Klum (45) bei "Germany's next Topmodel" die Kandidatinnen bewertet. Der Designer war bereits 2014 und 2015 als Juror dabei. Für seinen diesjährigen Kurzbesuch ging es für ihn mit dem "GNTM"-Team auf den verschneiten Gipfel des Gaislachkogls. Wie er sein Comeback unter widrigen Bedingungen erlebte, warum ihn die Kandidatinnen beeindruckten und was er von Nachwuchsmodels erwartet, erzählt er im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

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Musste Heidi Klum Sie lange überreden, ans "GNTM"-Set zurückzukehren?

Wolfgang Joop: Nein. Es hat mir von Mal zu Mal mehr Spaß gemacht, mit ihr zu arbeiten. Ich habe schnell meine Rolle gefunden: Sie ist das großartige Bad Girl und ich kann der liebe Junge sein (lacht).

Für Sie ging es als Gastjuror hoch hinaus. Wie war es bei eisigen Temperaturen die Mädchen zu bewerten?

Joop: Ich war froh, als ich wieder unten war und in Sicherheit. Ich bin überhaupt kein Schneefan und musste mir zum ersten Mal in meinem Leben eine Skihose kaufen. Oben kamen dann plötzlich Nebelwände - es war schon sehr strange. Aber durch ihren großen Willen haben die Mädchen nicht gefroren und sind einfach losgelaufen, während das ganze Team herumschlidderte.

Wären Sie nicht gerne länger geblieben als nur für eine Folge?

Joop: Es war gut so. Wenn man mehrere Tage da ist, lernt man die Mädchen kennen und wird parteiisch. Bei einem kurzen Besuch beurteile ich sie gänzlich nach ihrem Äußeren und Talent, nicht nach ihrem Wesen.

Haben Sie schon eine Favoritin unter den Kandidatinnen erspäht?

Joop: Es gibt ein Mädchen mit blondem, sehr modernem und mutigem Pagenschnitt. Der Cool-Faktor ist heute der wichtigste in der Fashion. Sie hat auch sonst alle Attribute für ein richtiges Topmodel. Heidi hat meistens andere Favoritinnen, weil sie andere Kriterien hat, da ergänzen wir uns ganz gut.

Womit kann ein Nachwuchsmodel bei Ihnen am meisten punkten?

Joop: Als Designer sind es für mich zwei Attribute: Lange, schlanke Beine und ein langer Hals. Die sind wichtig, damit die Sachen gut aussehen. Ein kurzer Rock ist nur wirklich kurz, wenn lange Beine darunter hervorkommen. Und alle Krägen wirken schlecht, wenn der Kopf zu sehr auf den Schultern sitzt.

Was sind die wichtigsten Tipps, die Sie jungen Models mitgeben möchten?

Joop: Sie sollen sich entspannen, sollen locker sein und in sich selbst ruhen. Sind sie verkrampft und wollen zu viel, geht es oft schief. Wenn eine Frau langsam hereinkommt, wirkt sie viel aufregender, als wenn sie hereinstürzt.

Sie sind als Juror bekannt für Ihre klaren Worte. Wie stecken Sie selbst Kritik weg?

Joop: Ich habe mich daran gewöhnt. Je öfter man Dinge hört, desto weniger stören sie einen. Den Mädchen gebe ich nur Kritik, die ihnen weiterhilft. Manchmal ist die beste Hilfe zu sagen: "Mädchen, du siehst super aus als Büroangestellte, du bist fantastisch als Ärztin, bleib' doch dort." Das ist bei mir nie hämisch gemeint - anders als in der sonst sehr zynischen Fashion-Branche, da braucht man ein dickes Fell.

Es wird das 14. "Germany's Next Topmodel" gesucht. Wird es von Jahr zu Jahr für die Gewinnerin schwieriger, sich als Model zu etablieren?

Joop: Nein, es wird eher immer spannender. Man ist bereit dazu, unterschiedliche Mädchen zu akzeptieren, die nicht dem altmodischen Schönheitsstandard "groß, blond, lange Beine" entsprechen. Es gibt Winnie Harlow, die wegen ihrer Pigmentflecken berühmt geworden ist sowie Transgender-Models und Mädchen mit Tattoos. Das entspricht unserer Zeit. Wir entwickeln unseren Geschmack weiter, parallel zu unserer Umwelt.

Wie weit ist die "GNTM"-Welt vom wirklichen Fashion-Business entfernt?

Joop: Erst einmal ist es große Unterhaltung. Wir sitzen vor dem Fernseher und sehen Mädchen, die Kunststücke vollbringen, die Challenges haben. Wenn eine Kandidatin wirklich besonders ist, hat sie auch Chancen.

Sie haben eine Wohnkollektion für Aldi entworfen und veröffentlichen demnächst ihre Autobiographie - Worauf dürfen sich Joop-Fans als Nächstes freuen?

Joop: Meine Homedecor-Kollektion, die ich für Aldi entworfen habe, ist ab heute erhältlich - morgens Aldi, abends Heidi. Auf die Reaktion zu meiner Biografie bin ich sehr gespannt. Sie wird im Herbst zur Buchmesse erscheinen. Wir arbeiten aktuell an der Kollektion "Looks", coole Mode für ein jüngeres Publikum. Wie wir sie genau präsentieren, bleibt noch ein Geheimnis, aber wir werden in jedem Fall mit neuen Medien experimentieren.

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