06.07.2018, 22.12 Uhr

Talkshow-Sommerpause 2018: Maybrit Illner, Anne Will, Maischberger - wann laufen neue Folgen?

Sandra Maischberger hat sich mit ihrer Sendung in die Sommerpause 2018 verabschiedet.

Sandra Maischberger hat sich mit ihrer Sendung in die Sommerpause 2018 verabschiedet. Bild: Britta Pedersen / picture alliance / dpa

Am Donnerstag muss Maybrit Illner noch einmal ran. Dann sind alle vier großen Talksendungen von ARD und ZDF in der Sommerpause. Etliche Kritiker müssten danach aufatmen. So viele Diskussionen über "hart aber fair", "Maischberger", "Anne Will" und "Maybrit Illner" wie in den zurückliegenden Monaten gab es schon lange nicht mehr. Manchmal ging es dabei ums Grundsätzliche, manchmal ans Eingemachte.

Sandra Maischberger und Frank Plasberg: ARD-Talker bis August 2018 in der Sommerpause

In der ARD ging Sandra Maischberger mit ihrer Talkrunde zuletzt am 4. Juli auf Sendung. Bis auf die Wiederholungtermine des Polittalks müssen Maischberger-Fans bis zum Ende der Sommerpause auf ein Wiedersehen mit der Talkmasterin warten. Wann genau die erste "Maischberger"-Sendung nach der Sommerpause im TV laufen wird, steht noch nicht fest - Sandra Maischberger kündigte in der vorerst letzten Folge Anfang Juli an, sie werde "irgendwann im August" wieder auf Sendung sein. "Der Westen" schreibt, die Sendung werde am 22. August 2018 nach der Sommerpause fortgeführt.

Mit Frank Plasberg verabschiedet sich auch der Gastgeber von "hart aber fair" im Ersten in die Sommerpause. Der Polittalk war zuletzt am 2. Juli 2018 im Free-TV zu sehen, die nächste Folge nach der Unterbrechung hat die ARD für Montag, den 27. August 2018 anberaumt.

Maybrit Illner pausiert im ZDF, Dunja Hayali mit neuer Show während Sommerpause

Sandra Maischbergers ZDF-Kollegin Maybrit Illner gönnt sich im Sommer 2018 ebenfalls eine Abstinenz von der Fernsehlandschaft, weshalb das Magazin "maybrit illner" vorerst aus dem öffentlich-rechtlichen Programm verschwindet. Am Donnerstag, dem 12.07.2018, gibt es noch eine Episode, danach meldet sich die ZDF-Talkerin lediglich in Wiederholungen bei Phoenix zurück. Erst ab dem 23. August wird Maybrit Illner auf ihrem gewohnten Sendeplatz wieder im TV zu erleben sein. Kleiner Trost für das ZDF-Publikum: Ab dem 18.07.2018 wird Dunja Hayali mit ihrem neuen Magazin das Sommerloch füllen und jeweils mittwochs um 22.45 Uhr im ZDF auf Sendung gehen.

Anne Will mit Sommerpause 2018: Zwei Monate ohne Sendung in der ARD

Auch ARD-Talkerin Anne Will hat sich ihre Sommerpause redlich verdient - Anfang Juni ging Anne Will zuletzt in der ARD auf Sendung und gönnt sich zwei Monate Pause. Am 12. August soll den Programmplanern zufolge die nächste Folge von "Anne Will" im Ersten ausgestrahlt werden.

Kritik an öffentlich-rechtlichen Talkshows erhitzt die Gemüter

Dass Deutschlands Talkern vorgeworfen wird, die falschen Themen zu behandeln, die falschen Gäste einzuladen, zu oberflächlich, zu einförmig, zu mainstreamig zu sein, kommt immer wieder vor. Aber zuletzt war die Kritik deutlicher und anhaltender. Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, forderte im Juni sogar, darüber nachzudenken, ob das Erste und das ZDF nicht ein Jahr lang Talkpause machen sollten, um in Ruhe über die Formate nachzudenken.

ARD-Chefredakteur Rainald Becker wies die Kritik in einem Interview in der "Welt" allerdings sofort als "vollkommen übertrieben" zurück. "Uns ein Jahr Talkpause zu verordnen, das wäre so, als würden wir dem Kulturrat sagen, er solle sich ein Jahr lang nicht um Kultur kümmern."

Sind Deutschlands Polittalker zu einseitig?

Auch Bernd Gäbler hält nichts von Zimmermanns Vorschlag. "Er zielt nicht auf seriöse Auseinandersetzung, sondern auf Schlagzeilen", kritisiert der frühere Direktor des Grimme-Instituts, der in Bielefeld Journalistik lehrt und 2015 eine Studie über Talkformate verfasst hat. "Ein vernünftiger Umgang mit Medien ist eine Bildungsaufgabe, aber nicht durch Boykotte oder Verbote zu erzielen."

Zimmermann hatte argumentiert: "Mehr als 100 Talkshows im Ersten und im ZDF haben uns seit 2015 über die Themen Flüchtlinge und Islam informiert und dabei geholfen, die AfD bundestagsfähig zu machen."

"Es ist das Recht und die Pflicht des Journalismus, Themen aufzugreifen, von denen er glaubt, dass diese wichtig sind", argumentiert Gäbler. "Das ist nicht zu kritisieren. Zu kritisieren ist aber, wenn die Beurteilung der Relevanz eines Themas nur oder hauptsächlich nach dem Grad der Popularität erfolgt. Das ist zwar verständlich, führt aber zu Einseitigkeiten."

Kritik an Polittalks:"Für eine lösungsorientierte Diskussion nicht hilfreich"

Ähnlich sieht es Riem Spielhaus, Islamwissenschaftlerin an der Universität Göttingen. "Ich gehe seit 2007 nicht mehr in Talkshows, weil durch sie bestimmte Themen, bestimmte Perspektiven, bestimmte Rahmungen gesetzt werden und das für eine lösungsorientierte Diskussion nicht hilfreich ist."

Gerade an dem Aspekt der Rahmungen - Framing genannt - gab es zuletzt mehrfach Kritik. Zurecht, findet Gäbler: "Ein Titel wie: "Flüchtlingskrise - mehr Kriminalität in unseren Städten?" stellt eben einen Zusammenhang her. Niemand denkt das Fragezeichen mit."

Das bewertet Spielhaus nicht anders: "Allein die Titel, wenn man sich die in Bezug auf den Islam anschaut, da gibt es immer eine ähnliche Rahmung, es ist immer eine islamkritische, es kann nie in die andere Richtung zugespitzt sein", sagt die Wissenschaftlerin. "Meist ist schon die Fragestellung suggestiv, zum Beispiel: Ist der Islam eine Gefahr für die Demokratie?"

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