01.03.2014, 09.00 Uhr

Karneval-Terror im TV: Mainz, Köln und Düsseldorf - ihr nervt!

Von news.de-Redakteurin Isabelle Wiedemeier

Mainz bleibt Mainz. Wie es singt und lacht.

Mainz bleibt Mainz. Wie es singt und lacht. Bild: dpa

Einmal im Jahr ist Deutschland wieder geteilt. Zum Glück ist es nur die fünfte Jahreszeit, in der sich plötzlich wieder eine Mauer errichtet. Ausgerechnet Kölle und Düsseldorf, sonst in Feindschaft vereint, sind sich dann allerdings einmal einig. Im WDR, dem Haussender der Karnevalshochburgen, laufen nicht umsonst 3000 TV-Minuten Karneval. Das sind 50 Stunden!

Ich stamme auch aus Nordrhein-Westfalen. Soest ist umzingelt von Karnevalswilden aus Körbecke oder Warstein. Aber nee, das Feeling kam nie rüber, da stand eben diese Mauer dazwischen. Vielleicht gehöre ich deshalb zu den 50 Prozent der Deutschen, die Karneval völlig kalt lässt. Und fühle mich den fast 20 Prozent verbunden, die Karneval total ätzend finden. Und bin natürlich tolerant gegenüber den 30 Prozent, die nichts Größeres kennen als Helau und Allaaf.

26 Stunden Karneval, achtmal zur Prime-Time auf ARD und ZDF

Tolerant ja. Dass die Dritten, bekanntlich zuständig für Heimat und Brauchtum, ihre Zuschauer der totalen Karnevalsgehirnwäsche aussetzen, finde ich in Ordnung. Aber auf ARD und ZDF, wo sich inzwischen wirklich niemand mehr den monatlichen 17,98 Euro entziehen kann, darf doch nicht insgesamt achtmal zur Prime Time Karneval laufen!

905 Sendeminuten im Ersten, 660 im ZDF, das sind 26 Stunden öffentlich-rechtlicher Sendezeit, die nicht miteinander kollidieren. ARD und ZDF haben den Karneval fein untereinander aufgeteilt. Aachen, Frankfurt, Düsseldorf und die Rosenmontagsumzüge im Ersten, Kölle und Mainz beim ZDF. In dieser Woche tönen die volkstümlichen Fanfaren Abend für Abend über die Sender.

Modernen Karneval gibt's nur auf Sendeplätzen spät in der Nacht

Da hat sich seit Jahrzehnten nichts dran getan. Dabei gibt es ja sogar Modernes beim Karneval. Der alternative «Geierabend», bissiges Kabarett aus dem Ruhrpott, wird jedoch auf den Sendeplatz 23.15 im WDR-Dritten abgedrängt. Der Bericht über das Nachwuchsduo Cat Ballou und Kasalla läuft im Dritten im Nachmittagsprogramm. Und der schwul-lesbische Kölner Karneval war am Mittwoch ab 23.45 Uhr ebenfalls nur im Dritten zu sehen.

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